Geister
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Jelena
Hallo AS,
der Anfang ist gelungen mit seiner eindringlichen Rhythmik. Sehr intensiv.
Damit ist der Abschluss des Gedichts natürlich erschwert. Leider ist er auch schwach geworden. Der Schluss ist metrisch unausgegoren. Hier würde ich nacharbeiten, z.B den vorletzten Vers streichen. Die Geister vielleicht doppeln:
Geister der Tat und Geister der Zeit,
friedlos schwindend am Wegrand.
Das Spiel mit v - - und den plötzliche Wechsel im Vers "Voll Sehnsucht" finde ich gut durchdacht, weil man automatisch das Suchen genauso stark erlebt beim Lesen wie das Sehnen. Schließlich bleibt in deinem Werk die Suche erfolglos.
Ach so, noch was: Würde das Wörtchen "hart" streichen an deiner Stelle. Prallen drückt es doch aus, und du hättest noch einmal v - -.
LG, Jelena.
der Anfang ist gelungen mit seiner eindringlichen Rhythmik. Sehr intensiv.
Damit ist der Abschluss des Gedichts natürlich erschwert. Leider ist er auch schwach geworden. Der Schluss ist metrisch unausgegoren. Hier würde ich nacharbeiten, z.B den vorletzten Vers streichen. Die Geister vielleicht doppeln:
Geister der Tat und Geister der Zeit,
friedlos schwindend am Wegrand.
Das Spiel mit v - - und den plötzliche Wechsel im Vers "Voll Sehnsucht" finde ich gut durchdacht, weil man automatisch das Suchen genauso stark erlebt beim Lesen wie das Sehnen. Schließlich bleibt in deinem Werk die Suche erfolglos.
Ach so, noch was: Würde das Wörtchen "hart" streichen an deiner Stelle. Prallen drückt es doch aus, und du hättest noch einmal v - -.
LG, Jelena.
Hallo Jelena,
ich vermute, der ganze erste Teil steht auf diesem Gerüst:
v — —
v — —
v v — v v — v v — — —
Also mit "und prallt hart ab", wie "ein Waldkauz klagt", als v — — —.
Ferdigruß!
ich vermute, der ganze erste Teil steht auf diesem Gerüst:
v — —
v — —
v v — v v — v v — — —
Also mit "und prallt hart ab", wie "ein Waldkauz klagt", als v — — —.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
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Jelena
Ach so. Das Schema hatte ich nicht so gelesen, da ich Einsamkeit und Zufallsspiel auf der ersten Silbe betont lese. Wenn die Metrik so sein soll, wie du schreibst, dann müsste man das noch deutlicher umsetzen. "Und prallt hart ab". Da könnte ich sie gut empfinden, weil das drei einsilbige Worte sind. Vielleicht hätte man das von Anfang an so machen können? Der Autor muss es wissen.
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AkustischeSchärfe
So, Hallo!
Eines vorweg: irgendwie witzig, dass nun, wo ich mal was "echtes lyrisches" vorstelle, plötzlich das Hauptaugenmerk auf der Metrik liegt (nicht, dass mir diese hier unwichtig sei, im Gegenteil, sie ist fest verflochten mit der Informationsebene) und der Inhalt und dessen Deutung in den Hintergrund zu treten scheint ;)
Jelena, ich hoffe, dass dein feedback um die eindringliche Rhythmik noch gilt, auch wenn ferdi dein Verständnis um die hier zugrunde liegende Metrik geändert hat - er hat übrigens recht :)
v — —
v — —
v v — v v — v v — — —
v — —
— — —
v v — v v — v v — — —
So lautet das Silbenstruktur für die ersten beiden Strophen, die der letzten folgt diesem Schema:
— v v — v v —
— v v —
— — —vv— —
.
Ich finde es für die Lyrik passender, "freie Verse" zu verwenden, auch wenn meine Verse hier natürlich alles andere als beliebig sind - ich machte mir die das Wissen um die Wirkung der Silbenkonsitenz und deren Organisation, hauptsächlich durch "feste" Versformen angeeignet, zu nutze, um hier dann frei mit den Elementen arbeiten zu können, um eher zu malen, der "Intuition" und des musikalisch-rhythmischen Verständnisses nach.
Darum arbeitete ich hier nur mit eindeutigen Silbenbeziehungen: Wo kein festes Versmaß vorhanden ist, ist es ratsam - und darauf bauen die Verse hier - nicht stilisierend, sondern ganz natürlich zu lesen. Die beabsichtigte Rhythmik stellt sich ganz von alleine ein, unabhangig von ihrer Deutung, einfach aufgrund der "Gesetzmäßigkeiten", nach denen im Deutschen Silben betont werden.
Hier prallen viele lange und schwere Silben aufeinander, und ich leugne nicht, dass sie wohl nicht vollkommen gleichwertig betont werden, doch ist:
—v
Blume,
und
——
Schlafmohn
ein deutlicher unterschied, der Kontrast zwischen den beiden Wörten reicht aus, um eine solche Metrische Einordung zu rechtfertigen, und um diese gezielt und allgemeingültig einsetzen zu können.
Also nochmal: ganz locker lesen, man kann hier nicht viel falsch machen ;)
Mich freut, dass dir "voll Sehnsucht" ins Ohr sprang, das war so geplant und hat offensichtlich geklappt, wenigstens mal ein wenig Bestätigung :)
Zur letzten Strophe:
Sie ist bewusst brechend, ich wollte einen plötzlichen Bruch mit Schlusswirkung erreichen, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich ihn nicht doch nochmal ändere.
Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, zu viel über den Inhalt zu verraten, zumindest im Vorfeld.
Da ich aber gerade über diesen gerne sprechen würde, wäre ein Feedback darüber sehr nett ;)
Bis dahin viele Grüße,
Tayfun.
Eines vorweg: irgendwie witzig, dass nun, wo ich mal was "echtes lyrisches" vorstelle, plötzlich das Hauptaugenmerk auf der Metrik liegt (nicht, dass mir diese hier unwichtig sei, im Gegenteil, sie ist fest verflochten mit der Informationsebene) und der Inhalt und dessen Deutung in den Hintergrund zu treten scheint ;)
Jelena, ich hoffe, dass dein feedback um die eindringliche Rhythmik noch gilt, auch wenn ferdi dein Verständnis um die hier zugrunde liegende Metrik geändert hat - er hat übrigens recht :)
v — —
v — —
v v — v v — v v — — —
v — —
— — —
v v — v v — v v — — —
So lautet das Silbenstruktur für die ersten beiden Strophen, die der letzten folgt diesem Schema:
— v v — v v —
— v v —
— — —vv— —
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Ich finde es für die Lyrik passender, "freie Verse" zu verwenden, auch wenn meine Verse hier natürlich alles andere als beliebig sind - ich machte mir die das Wissen um die Wirkung der Silbenkonsitenz und deren Organisation, hauptsächlich durch "feste" Versformen angeeignet, zu nutze, um hier dann frei mit den Elementen arbeiten zu können, um eher zu malen, der "Intuition" und des musikalisch-rhythmischen Verständnisses nach.
Darum arbeitete ich hier nur mit eindeutigen Silbenbeziehungen: Wo kein festes Versmaß vorhanden ist, ist es ratsam - und darauf bauen die Verse hier - nicht stilisierend, sondern ganz natürlich zu lesen. Die beabsichtigte Rhythmik stellt sich ganz von alleine ein, unabhangig von ihrer Deutung, einfach aufgrund der "Gesetzmäßigkeiten", nach denen im Deutschen Silben betont werden.
Hier prallen viele lange und schwere Silben aufeinander, und ich leugne nicht, dass sie wohl nicht vollkommen gleichwertig betont werden, doch ist:
—v
Blume,
und
——
Schlafmohn
ein deutlicher unterschied, der Kontrast zwischen den beiden Wörten reicht aus, um eine solche Metrische Einordung zu rechtfertigen, und um diese gezielt und allgemeingültig einsetzen zu können.
Also nochmal: ganz locker lesen, man kann hier nicht viel falsch machen ;)
Mich freut, dass dir "voll Sehnsucht" ins Ohr sprang, das war so geplant und hat offensichtlich geklappt, wenigstens mal ein wenig Bestätigung :)
Zur letzten Strophe:
Sie ist bewusst brechend, ich wollte einen plötzlichen Bruch mit Schlusswirkung erreichen, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich ihn nicht doch nochmal ändere.
Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, zu viel über den Inhalt zu verraten, zumindest im Vorfeld.
Da ich aber gerade über diesen gerne sprechen würde, wäre ein Feedback darüber sehr nett ;)
Bis dahin viele Grüße,
Tayfun.
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