hallo ihr lieben,
ich danke euch herzlich für eure rückmeldungen und bemühe mich, auf eure jeweiligen eindrücke und anregungen detailliert einzugehen.
@niko,
den feuerdorn finde ich auch ganz toll und sehr inspirierend.
für mich ist die abfolge schon stimmig, die letzten beiden verse sehe ich als eine art "erinnerndes resümee";
wichtig ist mir auch, dass der wintereinbruch unmittelbar auf die dornen folgt, sodass ich mir kaum vorstellen kann, da umzustellen. aber es freut mich, dass du diese zeilen gern lesen mochtest und sie einen insgesamt doch ausgewogenen eindruck hinterlassen zu haben scheinen.
@eule,
ja natürlich könnte man es formal auch so auflösen, wie du es andeutest, klingt für mich reizvoll und spannend.

was du anreißt, würde ich dann aber nicht feuerdornliebe nennen sondern irgendwie "freier"..., und vokalbel wie geschmeide vermeiden,...
ich habe mich hier für eine recht klassische form entschieden, für metrische reimstrukturen, die dem ganzen, wie ich sage, wurzeln und stamm geben, da wo du von "in zement gegossen" sprichst. für mich ist diese form schon ein wenig im charakter des lyr. ichs grundgelegt, das die "blüte" schon hinter sich hat, dessen leben (verwurzelt und zurechtgeschnitten) in geregelten bahnen, nach gewissen normen und wertvorstellungen verläuft. für mich ist es gerade spannend zu erleben, wie sich LI in diesem rahmen "entwickelt", wie in den ersten beiden strophen durch die enjambements, diese starre aufgeweicht wird und bewegung über die zeilengrenze hinaus fließen kann, die dritte strophe dann wirklich im eis erstarrt. die feuerdornliebe ist halt bei aller "entflammtheit" mit dem boden verwachsen... so jedenfalls empfinde ich das.
doch freue ich mich, dass du dich so eingehend mit dem text beschäftigen und sogar mit ihm "arbeiten" mochtest.
@gabriella,
deine worte gehen runter wie...

danke!
ach, wie schön, dass du die klanglichen qualität ansprichst, an der sich wahrscheinlich die geister scheiden werden, denn der ist wohl ein wenig "gestrig", vielleicht sogar "erhaben", "pompös"...? sowas ist auch schnell mal zuviel, hier glaub ichs grade noch themenbezogen vertreten zu können.
besonders freut mich, dass dus nicht als allzu starr empfunden hast und auch meiner reihenfolge zustimmen kannst.
zu deinem kritikpunkt: da hast du dir zielsicher eine "regelbeugung" herausgepickt, der reim ist ja eigentlich kein reim, oder wenn mans umschreiben möchte ein "identischer reim". ich habs hier nicht als manko, sondern als stärke des textes gesehen (möglicherweise ein irrtum?), da mir hier in dieser steigerung vom "nicht fehlen" zum "befehlen" die entwicklung des LI (hin zum über-mut), gerade an diesem einen wort festgemacht, besonders augenfällig erscheint.
ich hätte da noch zwei varianten, die ich im vorfeld verworfen habe im angebot.
würde dir etwas wie
*die Tage zu zählen, wir waren zwei Seelen
im Glück...."
"Wir machten zum Sommer den Herbst ohne Maß,
und ewige Sonne schien uns zu beseelen
mit Glück,..."
besser gefallen? oder hättest du einen ganz neue idee?
wie auch immer, dein kommi ist mir eine echte freude!
euch allen ein herzliches danke und liebe grüße, poeta