noel hat geschrieben:das "malen ohne zahlen"
gibt mir keinen kontext zum rest (?)
verSuch:
Wolken türmen sich im September.
Jahre gebettet in Füllstoffe,
während draußen die Kastanien platzen.
Nebel tauschen Landschaften,
Transparentpapier gegen Licht.
Mein Tisch ein Korb aus Eisen
mit Kerzen und frischem Ingwer
Liebe Noel,
danke für dein Lesen. Malen ohne Zahlen ist hier eine Sehnsucht. Sich frei machen von den Zahlen, wie Wolken, die sich an einem blauen Septemberhimmel türmen, sich immer neuen unvorhersehbaren Formen hingeben, wie wenn du unter einem Dachfenster mit offenen Augen auf dem Sofa liegst ( gebe zu: habe so ein Fenster...).
Jahre und Zahlen hätten auch einen Bezug: Jahreszahlen. Eigentlich ist es für den Menschen doch kaum möglich, ein Jahr nicht mit einer Zahl zu belegen, auch wenn in diesem Gedicht eindeutig gleichzeitig der Übergang innerhalb eines Jahres, vom Spätsommer und Herbst in die Vorweihnachtszeit, gemeint ist. Aber das LI kann hier nicht mehr jung sein. Es hat sich Füllstoff, Geschichte, Erinnerung und Trauer um es herum angesammelt, nur die Natur bleibt davon unberührt.
Das LI rettet sich mit dem Korb aus Eisen. Vielleicht hat er Ornamente, ist schwarz und trägt am Rand dicke Kerzen.
Inspirationen sind unüberschaubar und geheimnisvoll. Es mag auch das "Jubiläum" des 11. September sein "Unwesen" getrieben haben. Solche Tage erstaunen mich, sind doch plötzlich 3000 Menschen schon zehn Jahre tot, ohne dass man es wirklich verfolgt hätte. Auch eine Art Naht.
LG, Jelena.