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An der Naht

Verfasst: 17.09.2011, 15:37
von Jelena
An der Naht

Malen ohne Zahlen wie Wolken
die sich in den September türmen

Die Jahre gebettet in Füllstoffe
während draußen die Kastanien platzen

Nebel tauschen Landschaften aus
Transparentpapier gegen Licht

Mein Tisch ein Korb aus Eisen
mit Kerzen und frischem Ingwer

Verfasst: 17.09.2011, 17:30
von noel
das "malen ohne zahlen"
gibt mir keinen kontext zum rest (?)

verSuch:

Wolken türmen sich im September.
Jahre gebettet in Füllstoffe,
während draußen die Kastanien platzen.

Nebel tauschen Landschaften,
Transparentpapier gegen Licht.
Mein Tisch ein Korb aus Eisen
mit Kerzen und frischem Ingwer

Verfasst: 17.09.2011, 17:34
von Amanita
Schließe mich noel an - (nicht nur bei den Elfchen :smile: )

Verfasst: 17.09.2011, 19:12
von Ylvi
Hallo Jelena,

herzlich Willkommen im Salon! Ein feines Einstandsgedicht.

"Malen ohne Zahlen" heißt für mich hier frei, ohne sich an vorgegebene Linien und Farben zu halten. Für mich passt das sehr gut zur Wolkenvorstellung.

Bei Strophe drei lese ich es auch zeilenübergreifend und auch hier stellt sich für mich ein Bild ein, das für mich gut zum September und der Stimmung passt.

Am Ende eine unerwartete Wende mit dem kalten Eisenkorb und dem würzig-wärmenden Ingwer.

Ich könnte "die Nahtstelle" jetzt nicht genau bestimmen oder erklären, aber gefühlsmäßig, sprachklanglich und bildlich passt hier alles für mich, ohne sich ganz auszuerzählen. (Erinnert mich ein wenig an den Säumer.)

Liebe Grüße
Flora

Verfasst: 18.09.2011, 08:58
von Jelena
noel hat geschrieben:das "malen ohne zahlen"
gibt mir keinen kontext zum rest (?)

verSuch:

Wolken türmen sich im September.
Jahre gebettet in Füllstoffe,
während draußen die Kastanien platzen.

Nebel tauschen Landschaften,
Transparentpapier gegen Licht.
Mein Tisch ein Korb aus Eisen
mit Kerzen und frischem Ingwer


Liebe Noel,

danke für dein Lesen. Malen ohne Zahlen ist hier eine Sehnsucht. Sich frei machen von den Zahlen, wie Wolken, die sich an einem blauen Septemberhimmel türmen, sich immer neuen unvorhersehbaren Formen hingeben, wie wenn du unter einem Dachfenster mit offenen Augen auf dem Sofa liegst ( gebe zu: habe so ein Fenster...).

Jahre und Zahlen hätten auch einen Bezug: Jahreszahlen. Eigentlich ist es für den Menschen doch kaum möglich, ein Jahr nicht mit einer Zahl zu belegen, auch wenn in diesem Gedicht eindeutig gleichzeitig der Übergang innerhalb eines Jahres, vom Spätsommer und Herbst in die Vorweihnachtszeit, gemeint ist. Aber das LI kann hier nicht mehr jung sein. Es hat sich Füllstoff, Geschichte, Erinnerung und Trauer um es herum angesammelt, nur die Natur bleibt davon unberührt.
Das LI rettet sich mit dem Korb aus Eisen. Vielleicht hat er Ornamente, ist schwarz und trägt am Rand dicke Kerzen.

Inspirationen sind unüberschaubar und geheimnisvoll. Es mag auch das "Jubiläum" des 11. September sein "Unwesen" getrieben haben. Solche Tage erstaunen mich, sind doch plötzlich 3000 Menschen schon zehn Jahre tot, ohne dass man es wirklich verfolgt hätte. Auch eine Art Naht.

LG, Jelena.

Verfasst: 18.09.2011, 09:08
von Jelena
Flora hat geschrieben:Hallo Jelena,

herzlich Willkommen im Salon! Ein feines Einstandsgedicht.

"Malen ohne Zahlen" heißt für mich hier frei, ohne sich an vorgegebene Linien und Farben zu halten. Für mich passt das sehr gut zur Wolkenvorstellung.

Bei Strophe drei lese ich es auch zeilenübergreifend und auch hier stellt sich für mich ein Bild ein, das für mich gut zum September und der Stimmung passt.

Am Ende eine unerwartete Wende mit dem kalten Eisenkorb und dem würzig-wärmenden Ingwer.

Ich könnte "die Nahtstelle" jetzt nicht genau bestimmen oder erklären, aber gefühlsmäßig, sprachklanglich und bildlich passt hier alles für mich, ohne sich ganz auszuerzählen. (Erinnert mich ein wenig an den Säumer.)

Liebe Grüße
Flora


Liebe Flora,

vielen Dank für die freundliche Begrüßung und dein Mitschwingen mit meinem Gedicht.

Ich bin schon länger lyrisch unterwegs und besuche erstmal dieses Forum, weil es in seiner Präsentation so klingt, als würde es viel Wert auf seine Inhalte legen. Die Lyrik hier wirkt auf mich bislang sehr kreativ und anregend.
Ich werde aber alles das, was vor meiner Zeit hier veröffentlicht wurde, nicht bearbeiten, sondern auf das Neue schauen. Mit meinem Schreiben halte ich es ebenso. Am liebsten schreibe ich immer noch selbst ein Werk.

Ich finde es sehr spannend, eine neue Leserschaft zu erreichen.

LG, Jelena.

Verfasst: 18.09.2011, 10:10
von Gerda
Willkommen liebe Jelena,

mir gefällt dein Einstandsgesdicht. Es ist offen gehalten und und umspannt das Unwesentliche und Wesentliche im Leben zugleich, bebildert ein ständiges Vergehen in der Natur, die ihr Tempo hält. Aber je älter Menschen werden, je schneller erscheint Ihnen die Zeit zu vergehen. Was wohl damit zusammenhängt, dass die Zukunft immer weniger wird.
Ich muss allerdings gestehen, dass mir die erste Strophe ein wenig fremd erscheint im Zusammenhang mit den anderen, die ich bildstärker finde.

Liebe Grüße
Gerda

PS Ich glaube, dass ich ahne, wer du bist ;-)

Verfasst: 18.09.2011, 17:31
von Jelena
Gerda hat geschrieben:PS Ich glaube, dass ich ahne, wer du bist ;-)


:blume0028:

Ja. Ich bin's. Aber ich bringe hier nur frisch Eingehämmertes, keine ollen Kamellen. Versprochen.

Verfasst: 18.09.2011, 17:41
von noel
janu & wer
bist du?

Verfasst: 18.09.2011, 18:13
von Jelena
noel hat geschrieben:janu & wer
bist du?


Gerda und ich kennen sich. Mehr ist nicht los. Sorry für OT.