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lagebuch (auszüge)

Verfasst: 15.09.2011, 19:45
von Niko



lagebuch
(auszüge)


ich schlafe
bei offenem fenster
tagsüber
bleibt das wichtige draußen


der schrecken
schenkt lauter langsamkeit
und webt ein trauermuster
der atem stockt
jetzt bewusster


möglichkeiten des vergessens
mich in den tag trinken
oder mich oder irgendwen verlieren
was innen kümmert
rauslachen


innehalten
dienstschluss, und jetzt
weiteratmen, die möwen auf bildern zählen
rundgänge wagen und ab und zu
einfach mal hinsetzen


wortabtausch
geschlagen wir
und ins gesicht
schreibt sich der fall
zittrigen espenlaubes


was sauber war
kommt mir nun dreckig vor
und überm tellerrand
stumpft der glanz ab
ich sehe nirgendwo mehr hin

Verfasst: 16.09.2011, 10:29
von Ylvi
Hallo Niko,

das finde ich in der Zusammenstellung wirklich sehr gelungen. Für mich einer deiner stärksten Texte, die ich bis jetzt von dir gelesen habe. Was mir daran vor allem im Vergleich mit anderen Texten von dir auffällt, die mir manchmal sehr kompliziert oder komplex und anstrengend oder angestrengt erscheinen, ist eine Offenheit und Lockerheit, Unbeschwertheit der Sprache, eine Luftigkeit, die dann die inhaltliche "Schwere" zulassen und sicher tragen kann. Als sei das Schreiben ganz leicht gewesen und sicher. Schön!

Liebe Grüße
Flora

Edit: Keinerlei Änderungsanregungen diesmal ;-)

Verfasst: 18.09.2011, 14:09
von Niko
danke, flora!

keinerlei änderungsanregung - das ist mal ein kompliment! :-)

was du allerdings über *lockerheit, die inhaltliche schwere zulassen* schreibst, ist darüber hinaus sehr wertvoll für mich. zum weiteren beherzigen und so. und überhaupt.....

danke dir!

liebe grüße: niko

Verfasst: 18.09.2011, 15:00
von noel
ich espe mit, sehr
einfühlbar
vielLeicht auch.
weil ich
solch ein logbuch
auch seit juni habe