Anonym
Ihr Name!
Nein, er würde
kein zweites Mal ausgelöscht.
Himmel, was soll die Lüge
von Ewigkeit?
Sieht ganz so aus
diese Buchstabenreihe in Stein.
Zwischendurch brandmarken
Blechschilder echte Kamillen
und Malvengebüsch.
Zur Hölle mit ihnen!
Und dann, wenn zweimal
zehn Jahre den Garten der Toten
durchstreifen, ist wirklich alles vorbei.
Der zweite Tod.
Der Bagger, der Schredder
brechen Serifen
zerschlagen das Kreuz
E IN EDEN
Ihr Name soll nur
auf ein Stück Papier.
Das ist ehrlich
es gilbt und verwittert, verwest
mit ihr.
Anonym
friedhofs"kultur"
namen & bepflanzung pflegen
zum segen der seele
wer sich damit noch posthum quäle....
fein formuliert
namen & bepflanzung pflegen
zum segen der seele
wer sich damit noch posthum quäle....
fein formuliert
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
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pjesma
schönes gedicht, amanita:-)
inhaltlich ausgedrückt was ich bestimmt gefühlt hätte...bzw. womit ich mich manchmal tröste (papiergedanken der letzen strophe)..wenn ich mir mal selbstmitleidsvoll in bewusstsein rufe, dass ich keine "pflicht" habe, weil meine steinernen reihen ganz weit weg sind :-(... ich hätte es bestimmt nicht gemocht, müsste ich es.
lg,
pj
inhaltlich ausgedrückt was ich bestimmt gefühlt hätte...bzw. womit ich mich manchmal tröste (papiergedanken der letzen strophe)..wenn ich mir mal selbstmitleidsvoll in bewusstsein rufe, dass ich keine "pflicht" habe, weil meine steinernen reihen ganz weit weg sind :-(... ich hätte es bestimmt nicht gemocht, müsste ich es.
lg,
pj
Erstmal allen vielen Dank. "Einebnen" darf man natürlich lesen, Niko.
Und zur Verlogenheit: Kürzlich habe ich mal wieder gelesen, dass ein Bestatter + ein/e Pfarrer(in) vehement die anonyme Bestattung ablehnten. Meine Frage: Warum eigentlich? Wenn doch der Name, um den es denen ja wohl geht, (meist nach 20 Jahren) brutal zerschlagen wird, weil die "Liegezeit abgelaufen" ist? Was ist denn nun genau "Friedhofskultur"?
Die Verlogenheit hat also nichts mit dem Forum hier zu tun, Niko.
Und zur Verlogenheit: Kürzlich habe ich mal wieder gelesen, dass ein Bestatter + ein/e Pfarrer(in) vehement die anonyme Bestattung ablehnten. Meine Frage: Warum eigentlich? Wenn doch der Name, um den es denen ja wohl geht, (meist nach 20 Jahren) brutal zerschlagen wird, weil die "Liegezeit abgelaufen" ist? Was ist denn nun genau "Friedhofskultur"?
Die Verlogenheit hat also nichts mit dem Forum hier zu tun, Niko.
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Niko
das die verlogenheit nichts mit dem forum zu tun hat, das war mir jetzt klar, amanita! was heißt schon "brutal zerschlagen"! es ist der lauf der dinge. nach dem leben kommt das andere. entweder das "nichts mehr" oder das "bessere leben" - je nach dem, wie man es sehen mag. aber ein gestorbener mensch ist nicht mehr mensch. er verwest und lebt allenfalls in gedanken der lebenden weiter. und dafür gibt´s friedhöfe. um sich zu erinnern, um der trauer einen ort zu geben, oder um etwas zu haben, wo man hingehen kann, den tod begreiflich zu machen. das halte ich für sehr wichtig.
das ablehnen anonymer beerdigungen ist schwachsinnig. es ist ja nicht immer so, dass angehörige mit dem sterben eines menschen mit ihm nichts mehr zu schaffen haben wollen. das ist gott sei dank nicht sehr häufig. kommt aber vor. die bestatter und pfarrer haben keinerlei recht, den stab zu brechen und über schicksale, die sich IMMER hinter einer beerdigung verstecken, zu richten.
liebe grüße: niko, der mal ein paar jahre auch als totengräber gearbeitet hat
das ablehnen anonymer beerdigungen ist schwachsinnig. es ist ja nicht immer so, dass angehörige mit dem sterben eines menschen mit ihm nichts mehr zu schaffen haben wollen. das ist gott sei dank nicht sehr häufig. kommt aber vor. die bestatter und pfarrer haben keinerlei recht, den stab zu brechen und über schicksale, die sich IMMER hinter einer beerdigung verstecken, zu richten.
liebe grüße: niko, der mal ein paar jahre auch als totengräber gearbeitet hat
Lieber Niko, den "Lauf der Dinge" habe ich in meinen letzten (Gedicht-)Zeilen angesprochen.
Das Zerschlagen sehe ich in dem Zusammenhang, dass man erst von Friedhofs- oder Bestattungskultur spricht und dann schließlich der "Behördenkram" wichtig wird (während diejenigen Grabsteine, die erhalten sind aus alter Zeit, gehegt und gepflegt werden). Oder, auch noch vor dem Zerdeppern: Ich kann mich genau erinnern, wie ich es als Kind, das gerade lesen konnte, ganz unwürdig fand, als ich auf Gräbern mit Wildblumen (die ich, jedenfalls im Sommer, besonders schön fand) diese blecherne Aufforderung an die Angehörigen entdeckte, doch bitte das Grab zu pflegen, die Friedhofsverwaltung. Das war für mich als Sechsjährige "Un-Kultur". Später sah ich so einen Trümmerhaufen in der Friedhofsecke (und machte traurige Fotos), lauter zerhauene Namen. Obwohl ich niemanden auf diesem Friedhof je gekannt hatte, traf das meine Seele.
Und die Erinnerung daran kam vor einigen Jahren wieder, als sich mein Vater eine anonyme Bestattung wünschte, mir davon aber abgeraten wurde (obwohl ich damit kein Problem gehabt hätte) - so musste ich in meiner Trauer noch "diskutieren". Das ist lästig und hässlich.
Das Zerschlagen sehe ich in dem Zusammenhang, dass man erst von Friedhofs- oder Bestattungskultur spricht und dann schließlich der "Behördenkram" wichtig wird (während diejenigen Grabsteine, die erhalten sind aus alter Zeit, gehegt und gepflegt werden). Oder, auch noch vor dem Zerdeppern: Ich kann mich genau erinnern, wie ich es als Kind, das gerade lesen konnte, ganz unwürdig fand, als ich auf Gräbern mit Wildblumen (die ich, jedenfalls im Sommer, besonders schön fand) diese blecherne Aufforderung an die Angehörigen entdeckte, doch bitte das Grab zu pflegen, die Friedhofsverwaltung. Das war für mich als Sechsjährige "Un-Kultur". Später sah ich so einen Trümmerhaufen in der Friedhofsecke (und machte traurige Fotos), lauter zerhauene Namen. Obwohl ich niemanden auf diesem Friedhof je gekannt hatte, traf das meine Seele.
Und die Erinnerung daran kam vor einigen Jahren wieder, als sich mein Vater eine anonyme Bestattung wünschte, mir davon aber abgeraten wurde (obwohl ich damit kein Problem gehabt hätte) - so musste ich in meiner Trauer noch "diskutieren". Das ist lästig und hässlich.
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Niko
diskutieren zu müssen im moment größter trauer ist wirklich mist. da geb ich dir unengeschränkt recht.
ansonsten gibt es diese kleinkrämerischen friedhofsordnungen, die nichts anderes wollen, als der masse an friedhofsnutzern gerecht zu werden. das hat natürlicher weise immer zur folge, dass es un-genormte menschen gibt, die genau diese kleingärtnermentalität annervt. es jedem recht zu machen, geht nicht, schätz ich. lässt der eine sein grab wild bewachsen, regen sich die "nachbarn" der grabstätte auf, dass das ganze unkraut rüberfliegt. sind alle gräber streng ordentlich zu halten, regen sich wieder andere auf, weil sie sich in der individuellen gestaltung beschnitten fühlen. macht man ne platte auf´s grab, dann kreist wieder der witz "zumauern, damit er blos nicht mehr rauskommt" und die aufregung ist groß, weil niemand mal sich zeit nimmt, ein grab zu bepflanzen und zu pflegen. - irgendwas ist immer...
die abgeräumten grabstätten sind auch mir ein graus. zeigt es doch auch dem betrachter deutlich vor augen, das ganz am ende nichts mehr bleibt. nicht einmal ein erinnernder schriftzug..
das hegen alter grabsteine find ich ok. sie sind denkmäler, die man auch wirklich bewahren sollte. es ist - wenn man so will - ein stück kulturgeschichte.
die juden haben´s da besser: einmal ein grabstein, immer ein grabstein....- obs da anonyme begräbnisse gibt? - ich weiß es nicht und werde moshe c. fragen. ehemaliges forumsmitglied und in israel lebend.
ansonsten gibt es diese kleinkrämerischen friedhofsordnungen, die nichts anderes wollen, als der masse an friedhofsnutzern gerecht zu werden. das hat natürlicher weise immer zur folge, dass es un-genormte menschen gibt, die genau diese kleingärtnermentalität annervt. es jedem recht zu machen, geht nicht, schätz ich. lässt der eine sein grab wild bewachsen, regen sich die "nachbarn" der grabstätte auf, dass das ganze unkraut rüberfliegt. sind alle gräber streng ordentlich zu halten, regen sich wieder andere auf, weil sie sich in der individuellen gestaltung beschnitten fühlen. macht man ne platte auf´s grab, dann kreist wieder der witz "zumauern, damit er blos nicht mehr rauskommt" und die aufregung ist groß, weil niemand mal sich zeit nimmt, ein grab zu bepflanzen und zu pflegen. - irgendwas ist immer...
die abgeräumten grabstätten sind auch mir ein graus. zeigt es doch auch dem betrachter deutlich vor augen, das ganz am ende nichts mehr bleibt. nicht einmal ein erinnernder schriftzug..
das hegen alter grabsteine find ich ok. sie sind denkmäler, die man auch wirklich bewahren sollte. es ist - wenn man so will - ein stück kulturgeschichte.
die juden haben´s da besser: einmal ein grabstein, immer ein grabstein....- obs da anonyme begräbnisse gibt? - ich weiß es nicht und werde moshe c. fragen. ehemaliges forumsmitglied und in israel lebend.
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