Das Kreuz

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 27.06.2011, 14:52

Das Kreuz


Ich will es nicht
das hölzerne Kreuz meiner Eltern
zerhacken will ich es nicht
Wünsche hineinritzen
sagt meine Schwester
wage ich nicht
weil es glüht
du sollst, glüht es
ich will es abwaschen
meine Erinnerung wegbeizen
lege es in Lauge
warte

Es bleibt mein Kreuz

Mucki
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Beitragvon Mucki » 28.06.2011, 08:07

Hallo Amanita,

gut eingefangen finde ich die Bürde, die man einfach nicht los wird.
Auch gefällt mir hier die zweifache Bedeutung von "glüht" und wie man als Leser die Pausen selbst richtig setzen muss.

Lieben Gruß
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 28.06.2011, 08:14

Hallo Gabriella, hab herzlichen Dank!

Ich hatte übrigens erst leg' es in Lauge - was mir als Zeile besser gefällt, aber im gesamten Zusammenhang denn doch nicht.

pjesma

Beitragvon pjesma » 29.06.2011, 06:51

gefällt mir. einzig, was man ändern könnte (muss nicht)---die ersten zwei zeilen :pfeil: inversion, damit dann in der dritten zeile "zerhacken" alleinstehen bleiben kann, ohne "ich will es nicht" wiederholung. ich denke die zweideutigkeit ginge nicht verloren, dadurch ---/ich will es nicht(haben)-ich will es nicht zerhacken. /aber es kommt auch drauf an wie du es liest, vielleicht ist diese wiederholung für deine persönliche sprachmelodie unabdingbar :-)

lg,
pj

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 29.06.2011, 09:03

Hallo pjesma, diese Wiederholung habe ich (versuchsweise?) benutzt, um den Zwiespalt zwischen nicht haben wollen, aber auch nicht zerstören wollen zu verdeutlichen. Vielleicht sogar als kindliche, kindische Unentschiedenheit, in der beide Versionen betrotzt oder beweint werden.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 29.06.2011, 11:38

Hi Amanita,

genau so hab ich diese Wiederholungen auch verstanden und gelesen. Gerade dadurch wird der Trotz und die Unentschlossenheit sichtbar. Es ist ein wilder Trotz, so als ob LI dabei auf den Tisch hauen würde, es steigert die Intensität und den Zwiespalt. Deshalb würde ich es auch so lassen.

Lieben Gruß
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 29.06.2011, 11:53

Danke, Gabriella. (Und auch allen anderen, die hier gelesen haben).


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