maligne

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
moonlight

Beitragvon moonlight » 23.06.2011, 21:42

maligne


wir
reiten
die wellen
außerhalb
eurer
definierten
ultraschallbereiche


unsere beutezüge
ermöglichen
es
eure
eingeschlafenen
gehirnhälften
zu manipulieren


längst
ist
der schaden
eurer
kognitiven
wahrnehmung
dauerhaft


die
embryonal
gestreiften
wucherungen
widerstehen
jeder
einschränkung


wenn ihr unser
spielverhalten
und das
ausschwärmen
der zellen
verhindern wollt
dann wacht auf



© Moonlight 2010
Zuletzt geändert von moonlight am 24.06.2011, 12:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 23.06.2011, 21:48

Hallo moonlight! Ich finde die Gedanken jedenfalls interessant, auch wenn ich - noch - nicht so ganz folgen kann. Die Bedrohlichkeit kommt deutlich rüber für mich.
Die letzte Strophe finde ich entbehrlich. Erstens ist das Bild vom Aufwachen schon zu oft benutzt worden, zweitens hilft es ja bei etwas Malignem herzlich wenig.

moonlight

Beitragvon moonlight » 23.06.2011, 22:06

Herzlichen Dank Amanita für deine Worte.

Wenn wir endlich aufwachen......dann würden wir die Egomanie unserer Elite erkennen..........


Liebe Grüße
Moonlight

Nicole

Beitragvon Nicole » 24.06.2011, 02:25

Hi Moonlight,

so ganz am der Lyrik vorbei, was meinst Du mit "wenn wir aufwachen würden, dann würden wir die Egomanie unserer Elite erkennen?

LG Nicole

moonlight

Beitragvon moonlight » 24.06.2011, 12:50

......jo mei Nicole ich glaube mir wird schlecht......ich denke da an Politik.....

LG
Moonlight

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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 24.06.2011, 14:05

Hallo moonlight,

also irgendwie mag sich mir deine Lyrik nicht recht erschließen. Das mag daran liegen, dass mir der Text so angestrengt, Erhobener-Zeigefinger-mäßig und verkopft bis verbissen vorkömmt, was in der Formulierung ...

die
embryonal
gestreiften
wucherungen


... besonders deutlich wird. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, was damit gemeint sein könnte. Diese Stelle fällt auch irgendwie aus dem sprachlichen Rahmen, weil der Text ansonsten keine lyrischen bzw. übertragenen Momente enthält, sondern sehr direkt appellhaft bleibt.

Auch ist die wir/ihr-Perspektive - ähnlich wie beim "gaffer" - für mich nicht ganz aufgeräumt. Im ersten Moment mag man in wir=gut und ihr=schlecht unterteilen, wobei dann aber wir auf Beutezügen zwecks Manipulation unterwegs sind, so, als sei das wir auch nicht so wirklich harmlos, am Ende aber die mit dem Zeigefinger drohende Instanz der vermeintlichen Bessermacher.

Ich werd da nicht ganz schlau ... zumal ich als Angesprochener ("Ihr") da ganz schön angepinkelt, aber ebenso wehr- wie ratlos mit dem Fazit dastehe: Tja, und watt nu?

Ich denke, du hast eine Menge zu sagen, und gewiss einen kritischen Anspruch der Provokation/Aufrüttelung, aber ein bisschen mehr kanalisiert und sortiert und vor allem etwas distanzierter/abgeklärter/unaufgeregter könnte es noch sein ...

Liebe Grüße,
Tom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

Nicole

Beitragvon Nicole » 24.06.2011, 14:59

Hi Moonlight,

ich hoffe es geht Dir besser (da die vorhin drohte schlecht zu werden) :-)

Ich versuche mal, die Politik und die Egomanie unserer politischen Elite mit Krebs/enarteten Zellen in Verbindung zu bringen.

Es geht damit wohl im übertragenen Sinne um Krebs, um ein Krebsgeschür in/an unserer Gesellschaft?
Also "sprechen" in Deinem Text als "wir" die Krebszellen, die sich unbemerkt von jedweden Ultraschall ausbreiten, die "ihr" Zellen, also die nicht malignen, gesunden manipulieren, deren kognitive Wahrnehmung stören und am Ende dazu aufrufen, aufzuwachen um das eigene Ausbreiten (und vermehren) zu verhindern?

Liege ich da richtig?

LG; Nicole

moonlight

Beitragvon moonlight » 24.06.2011, 17:55

Hallo Tom,
bestimmt hast du recht ich sollte versuchen sortierter zu Schreiben......aber wie provoziert man distanziert?

Liebe Grüße
Moonlight

moonlight

Beitragvon moonlight » 24.06.2011, 17:57

Die Richtung stimmt liebe Nicole .....danke für deine Mühe.

LG
Moonlight

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Eule
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Beitragvon Eule » 25.06.2011, 11:03

Hallo moonlight, finde den Text bis auf Kleinigkeiten ganz gut gelungen. Verstehe ihn als Beschreibung eines "bösartigen" Vorgangs, dem entgegengewirkt werden soll/muß, da er lebensbedrohlich werden könnte.

Auf der gesellschaftlichen Ebene wirkt er so allgemein ein wenig geschwätzig oder leicht paranoid. Vielleicht meinst Du den Terrorismus, vielleicht andere "Bewegungen". Hier könntest Du aus Verstehensgründen im Gedicht ein wenig deutlicher werden.

Grüße !
Zuletzt geändert von Eule am 28.06.2011, 20:55, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Thomas Milser
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Beitragvon Thomas Milser » 25.06.2011, 19:57

moonlight hat geschrieben:aber wie provoziert man distanziert?


Wenn das mal nicht die zentrale Frage des Schreibens ist ... mir hat älter werden geholfen, aber das nützt dir wohl jetzt kaum was :o)

Ich glaube, Distanz (zu einem Text) hat etwas mit zeitlichem und räumlichen Abstand mit dem Erlebten, dem Beschriebenen zu tun, mit Blickrichtungswechsel und Verarbeitung. Nehmen wir z.B. das Element "Wut", was ich aus deinem Text sehr stark herauszulesen glaube. Wut ist etwas sehr Unmittelbares, Zeitnahes, macht sprichwörtlich blind. Aber die Wut verändert sich mit der Zeit, kanalisiert sich, schwächt sich auch u.U. ab, bewirkt Veränderung, richtet sich gezielter auf etwas Bestimmtes, löst (Gegen-)Handlung aus, aber besonnener, intelligenter.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich eine konkrete Antwort darauf nicht weiß. Vielleicht ist es in deinem Text die direkte Art des Aufrufs, die mir zu eindimensional ist. Gelänge es dem Text, sein Anliegen nicht so konkret zu nennen, sondern es beim Leser entstehen zu lassen, wäre vermutlich etwas gewonnen. Es bleibt dabei: Show, don't tell!

Hilft dir das was?

Tom
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 26.06.2011, 19:49

Hallo Moonlight,

auch wenn ich diesen Text weniger verstehe (und diese Nichtverstehen als Irritation und nicht als Offenheit empfinde), so finde ich diesen Text doch viel interessanter als deine anderen, einfach, weil die Worte eine leichte Visions/Beschwörungskraft haben.

Ich dachte übrigens die ganze Zeit, dass du (um etwas anderes zu sagen?) einen Vergleich von Menschen und Delphinen machst (vor allem, weil ich dachte zu wissen, dass bei denen immer nur eine Gehirnhälfte schläft?) und darüber irgendetwas aussagen willst (dass diese Wesen die Metastasen der Menschen befallen?). Aber wahrscheinlich ist das krude und alles gar nicht so gemeint?

liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

moonlight

Beitragvon moonlight » 27.06.2011, 20:28

Hallo Arne,
danke für deine Worte.

"Hier könntest Du aus Verstehensgründen im Gedicht ein wenig deutlicher werden."

Ich war schon so deutlich wie ich durfte........

LG
Moonlight

moonlight

Beitragvon moonlight » 27.06.2011, 20:35

Hallo Thomas,
vielen Dank für deinen Kommentar.

"Gelänge es dem Text, sein Anliegen nicht so konkret zu nennen, sondern es beim Leser entstehen zu lassen, wäre vermutlich etwas gewonnen."

....dir war ich zu deutlich.......show dont tell ......das werde ich beherzigen.

...ich habe letztes Jahr ein Gedicht geschrieben das ich einem Banker geschenkt habe .....er war begeistert....da war mehr show als tell...

LG
Moonlight
Zuletzt geändert von moonlight am 27.06.2011, 20:40, insgesamt 1-mal geändert.


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