am abend

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 23.06.2011, 17:12




am abend

klettern die träume
in baumhäuser
und ziehen die leiter hoch

dann tanzen wolken mit abgründen
und was wie wildgänse flatternd
im gestirnten schlug
besiedelt befriedet den seelensee

nach solchen nächten
vertage ich mich
Zuletzt geändert von Niko am 23.06.2011, 17:37, insgesamt 2-mal geändert.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 23.06.2011, 17:25

Hi Niko,

dieses Gedicht mag ich sehr. Vor allem die erste und die dritte Strophe finde ich sehr gelungen.
Die zweite Strophe scheint mir ein wenig ungelenk, dieses "und was wie" könntest du sicher etwas eleganter formulieren.

Noch ein Verständnisfrage: müsste es nicht "in der nacht" auch zu Beginn heißen?
Oder soll die erste Strophe sozusagen zeitlich eine Hinführung zu dem, was in der 2. Strophe geschieht, ausdrücken?

Liebe Grüße
Gabi

P.S. Kleiner Tipp: Du machst immer einen Punkt unter deine Texte, um Abstand zu erzeugen. Brauchst du nicht. Mach einfach einige Zeilenschaltungen und setze dann die "Pre-Taste". Dies ist auf der Symbolleiste der 9. Button von rechts.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 23.06.2011, 18:08

Hallo Niko,

der erste Abschnitt ist wunderbar, da wird im Leser etwas angestoßen und wachgerufen, und man kann sich dem überhaupt nicht entziehen.

Der zweite Abschnitt ist so na ja: da hängt mir zu sehr das "Gedichtmachenwollen" heraus, der Text spiegelt das Bemühen seines Schöpfers, poetisch sein zu wollen, und das mindert die Wirkung.

Die letzten beiden Zeilen steigern das noch mal, der Leser wird zu einem reinen Nachvollziehungsgehilfen des Schreibenden - nichts für mich.

Wäre es mein Text, griffe ich zur Schere. Zur großen ;-)

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Herby

Beitragvon Herby » 23.06.2011, 18:50

Lieber Niko,

nu hab ich ein Problem. Gabi spricht von 1. und 3. Strophe, Ferdi von Abschnitten - und ich erkenne weder das eine noch das andere. Stattdessen sehe ich, dass du den Text geändert hast.

Könntest du die Originalfassung nicht noch einmal einstellen, ansonsten ergeben die Kommentare von Gabi und Ferdi nur sehr bedingt einen Sinn?

Liebe Grüße,
Herby

Niko

Beitragvon Niko » 23.06.2011, 18:54

hallo gabriella, hallo ferdi,

danke für euer kommentieren. "was wie" - dafür fällt mir bislang jedenfalls keine elegantere formulierung ein. ich denke auch, dass es in dieser formulierung gutes und gebräuchliches deutsch ist und nicht etwas umgangssprachliches. ganz sicher bin ich mir jedoch nicht. der abend ist für mich ein dehnbarerer begriff als die nacht. die zeit des schlafengehens ist irgendwann am abend. in der regel. gut: wann der traum anfängt, ist offen, zeitlich nicht bestimmt. ich denke, mit der hinführung triffst du es aber ganz gut, gabriella.
den nachvollziehungsgehilfen kann ich jetzt grad nicht ganz nachvollziehen, ferdi. ich finde, dass jeder leser von gedichten (zumindest da) versucht, auf seine weise nachzuvollziehen. was den zweiten abschnitt anbelangt, magst du recht haben. als schreiber habe ich die sicht des lesenden ja nicht. und ich selbst lese natürlich als schreiber... :-)
der zweite teil ist aber auch für den bemühten schöpfer nicht optimal.

liebe grüß: niko

Herby

Beitragvon Herby » 23.06.2011, 19:00

??? :sad: ???

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 23.06.2011, 19:08

Hallo Herby,

da nur vier Minuten zwischen euren Beiträgen liegen, denke ich, Niko und du haben gleichzeitig geschrieben :-) So große Änderungen sehe ich jetzt aber nicht (oder habe was verpasst?!), ich denke auch, Gabriella und ich meinen dasselbe - ich verwende "Strophe" wohl nur einschränkender, eben für Gedichtabschnitte, die Übereinstimmungen in Metrum, Reim, Anzahl der Verse, Verslänge, usw. aufweisen. Jede Strophe ist ein Gedichtabschnitt, aber nicht jeder Gedichtabschnitt ist eine Strophe - siehe Nikos Text ;-)

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Mucki
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Beitragvon Mucki » 23.06.2011, 19:17

Hi Herby,

Niko hat im Text nichts geändert, lediglich eine andere Schriftart genommen und den Punkt, der unter dem Text stand, entfernt.
Mit Strophe meine ich Abschnitte (egal wie viele Verse, also Zeilen, da drinstehen), die durch Absätze getrennt sind.

Liebe Grüße
Gabi

Niko

Beitragvon Niko » 23.06.2011, 20:32

hey herby,

das hat sich sozusagen überschnitten.

was gabriella als strofe bezeichnet, ist für ferdi ein abschnitt. geändert hab ich am text nix. ich habe nur versucht, den text anders zu gestalten. ging aber schief.

alle klarheiten beseitigt?

liebe grüße: niko

sehe gerade, wegen überschneidung war auch dieses posting nicht rausgegangen (bin mit dem abschicken aus dem zimmer gegangen. scheint ja jetzt geklärt. oder, herby?

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 23.06.2011, 20:40

Lieber Niko,

das ist lustig, ich habe das gleiche beim Lesen empfunden wie ferdi: Ich würde auch extrem kürzen. Die erste Strophe ist ein perfekt sanftes, einfaches, offenes, kurz "wehetuendes" Bild. Was danach kommt, finde ich viel zu "großartig" vom Gestus her. So fände ich es wunderbar(!):

am abend

am abend klettern die träume
in baumhäuser
und ziehen die leiter hoch


liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

Herby

Beitragvon Herby » 23.06.2011, 22:48

Lieber Niko,

bitte entschuldige, ich war wohl etwas begriffsstutzig :confused:

Im übrigen geht es mir wie Ferdi und Lisa - weniger wäre hier wohl tatsächlich mehr.

Liebe Grüße,
Herby

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 23.06.2011, 23:01

Hallo Niko - ich schließe mich der Mehrheit :blink1: an: Die erste Strophe/ den ersten Abschnitt finde ich auch am stärksten, er könnte tatsächlich für sich allein stehen.

Niko

Beitragvon Niko » 25.06.2011, 16:52

gut: soviele leser können nicht irren! :eek: also muss ich wohl nochmal ran. übrig bleiben wird nur die erste strofe und die letzten beiden zeilen. und jetzt überlege ich mir mal was für dazwischen. wobei ich mir noch nicht schlüssig bin, ob ich etwas reinpacke oder nicht. mir würde mit nur anfang und ende etwas gefühlt chronologisches fehlen.

liebe grüße: niko

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Eule
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Beitragvon Eule » 26.06.2011, 12:47

tja ... minderheitenmeinung oder nicht ... finde den Text inhaltlich gelungen und besser als die erste Version, warum auch immer ... da sich der Sprachgestus zwischendrin ändert, würde ich mit Absätzen gliedern:

am abend klettern
die träume in baumhäuser
und ziehen die leiter hoch

dann tanzen wolken mit abgründen
wie wildgänse flatternd im
gestirnten schlug

besiedelt befriedet
den seelensee

nach solchen nächten
vertage ich mich


;-), herzliche Grüße
Zuletzt geändert von Eule am 28.06.2011, 20:54, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.


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