nachmittags

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Eule
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Beitragvon Eule » 23.06.2011, 10:53

nachmittags


im nebelgeregneten park
traumwiege der füße

weiter hautwärts ein augenkuß
die sichel halbmond

voll zärtlichkeit in streifen
der wirklichkeit laufen

Bahnen nach Hause dunkler
gefundene Iris leuchtet
Zuletzt geändert von Eule am 23.06.2011, 13:26, insgesamt 4-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 23.06.2011, 11:55

Hallo Arne,
das Gedicht hat tolle Momente, die Gesamtstimmung kommt gut rüber - ich sehe eine Begnung mit einer schönen Unbekannten darin.
Hakelig fand ich das 'geregnet' in Vers 2, eventuell ein Umgehungstatbestand zu 'nass geregnet' oder 'beregnet', die mir beide auch nicht ideal erscheinen würden.
Der Weg von füße zu augenkuß ist sehr kurz - für mein Empfinden hätten da noch zwei Verse Platz, um den Augenkuß vorzubereiten.
Sichel und Halbmond widersprechen sich.
"zärtlichkeit" ist einerseits ein sprechendes Wort, andererseits eigentlich ein Abstraktum, ich könnte mir vorstellen, dass das Gedicht noch gewinnen würde, wenn sich das metaphorisch auflösen ließe.
"dunkler" führte zu einer kleinen Stockung, da ich beim Lesen es eigentlich zur Iris anknüpfen wollte, dann hätte es aber 'dunkle' sein müssen.
Grüße
Franz

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Eule
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Beitragvon Eule » 23.06.2011, 13:14

Hallo Franz, möchte in Strophe 1 gern im Passivum bleiben. Der Halbmond ist nur eine erweiternde Umschreibung. Dunkler ist inzwischen das Tageslicht, aber mit der letzten Strophe bin ich auch noch nicht zufrieden. So ist es vielleicht besser ... auch ohne Passivum ... vielen Dank für Deinen Kommentar und liebe Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 03.07.2011, 20:15

Lieber Eulerich,

ich bin ja ein mittelgeheimer Fan deiner einfachen Gedichte - hier aber finde ich die Dosis etwas zu stark, du erfindest so viele (gelungene) Worte, dass mir darüber der Sinn verloren geht, was genau getroffen werden soll. Denn kreiierte Worte haben ja die Gabe, dass sie einen da, wo die gängigen/bekannten Worte von Phantasielosigkeit des Sprechers/und Lesers befallen sind, Räume öffnen und (wieder) möglich machen, etas bestimmtes zu empfinden/zu sehen. Allerdings muss das Verhältnis von dieser Bewegungs in "Freie/Unbesetzte" und Bekanntem/Rahmen/Lenkendem ausgeglichen sein...und hier habe ich zuviel Suggestionspotential, ein wenig wie beim Kristallisationsvorgang: Die Kristalle müssen sich ja auch an etwas festsetzen, erst dann kann die Kristallisation stattfinden. Hier fehlt der Partikel für mich (der Titel gibt ihn an: nachmittags, aber im text finde ich ihn dann vor lauter wunderbar/samen Behauptungen nicht mehr. Daher würde ich mehr erzählen oder kürzen...

liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

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Eule
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Beitragvon Eule » 03.07.2011, 20:39

Danke Lisa, es ist ein "älterer" Text aus einer noch bildreicheren "Schaffensphase", obwohl ich ihn überarbeitete, würde ich ihn so nicht mehr schreiben ... trotzdem, ein nachmittags-schnappschuß von einem Freizeit-Ferien-Tag voller naturerleben, aus dem der Text hervorging. vielleicht ein zugang für Dich. (und sooooo romantiiiiisch ... **schnüff**)

Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.


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