Hallo Tayfun!
Sei mir bitte nicht böse, wenn ich schon wieder mit derselben Sache anfange, mit der ich und andere (siehe etwa Toms "Show, don't tell") dir schon früher gekommen sind.
Aber ich denke halt, da liegt wirklich ein sehr bedenkenswertes Problem verborgen. So, wie dein Text da oben steht, stößt er nämlich die Leser von sich fort, statt sie an sich heranzulassen. Und das liegt an der ausschließlichen Verwendung von Oberbegriffen oder sonst abstrakten Begriffen.
Der Text sollte mindestens 20 Verse lang sein, finde ich! Und in die restlichen 17 Verse kommen dann die "Auffaltungen" der genannten Begriffe:
Speise, Getränk - Welches Getränk? Wenn es schwer im Magen liegt, sagen wir, ein Liter Milch

Oder besser, kein "Liter" Milch, sondern ein "großes Glas" Milch. Oder besser, kein "großes" Glas, sondern ein Glas, "das zu heben es beide Hände brauchte". Das sind nun beliebige Beispiele, aber vielleicht sieht man ja, wo ich hin will?!
Für die Speise gilt das gleiche. Und wenn du diese beiden Dinge wirklich erfahrbar gemacht hast, dann musst du bei...
Schwer liegt mir im Magen vielleicht gar nicht das "Ich" kommentieren lassen - vielleicht kannst du dann schon
zeigen: Das "Ich" legt sich eine Hand auf den Bauch und krümmt sich etwas - oder so ähnlich... Ich glaube, wenn da der Leser aus diesem äußeren Verhalten des "Ich" in Verbindung mit dem vorher geschriebenen auf den inneren Zustand schließt, fängt das Gedicht an, lebendig zu werden. Oder?
Wandernd - da könntest du auch den Startpunkt nennen - vor allem aber das "Wandern" auseinandernehmen! Was gibt es dabei zu sehen, zu hören, zu riechen?! Das machst du natürlich ein klein wenig in der ersten Zeile, aber das reicht mir bei weitem nicht
Wehrda - da wäre über den reinen Namen hinaus weitere Einzelheiten spannend. Wo genau kommst du an im Ort? Was zeichnet den Ort aus? Was sieht man bezeichnendes von der Seite aus, von der das "Ich" kommt?
Nun weiß ich natürlich weder, ob ich mit alldem wirklich richtig liege, noch, ob du an einem solchen Gedicht überhaupt Interesse hättest. Aber vielleicht probierst du ja einfach mal, wirklich soviel Unanschauliches wie möglich in Anschauliches aufzulösen. Es auseinander zu falten, es dem Leser anzubieten: "Hier, sieh doch mal!" Ich glaube jedenfalls, das täte deinen Texten gut

Noch einige Kleinigkeiten zum Text: "goldene" finde ich als Attribut etwas wischi-waschi. Als ich den Text zum ersten Mal gelesen habe, stand da in Z2, glaube ich, noch ein "es"?! Das wird nicht vermisst
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Das etwas seltsam stehende "mir" ist eine gewisse Belastung für den Text (auch, weil der Leser für diesen Stolperstein eigentlich keine Gegenleistung bekommt), aber keine schlimme. Die "spätere Mahlzeit" wird einigen nicht gefallen, aber ich mag es, weil es dem Text etwas herbes gibt. Nur das "es" davor vestehe ich gar nicht - wer oder was ist damit gemeint?! Mir scheint es gänzlich unangebunden. Hilf mir mal

Ferdigruß!