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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 16.06.2011, 10:24

wegen Veröffentlichung gelöscht
Zuletzt geändert von leonie am 29.01.2016, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.

aram
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Beitragvon aram » 16.06.2011, 11:00

liebe leonie,

diese beobachtungen gefallen mir.
die dritte strophe fällt etwas raus, hier geht es plötzlich ums hören. 'schweigend' und 'still' hintereinander ist mir etwas zu viel, 'vollkommen' stört mich etwas. den 'spiegel' bräuchte es für mich nicht explizit. 'pflügt eine schneise'; hier schwanke ich, letztlich überwiegt, dass mir das bild im kontext etwas zu blumig wirkt.
'blaue wellen' kann ich mir schlecht vorstellen - die himmelsspieglung, das blau der wasserfläche, müsste eigentlich in den wellenflanken gebrochen sein?

als schlüsselaussage (und irritierend, aber nicht unangenehm) empfinde ich, dass das l.i. in der beschreibung nicht bei sich ist: 'hinüber zu mir'

der text erinnert mich an die zeitlosen naturbeobachtungen fernöstlicher lyrik.

gern gelesen; liebe grüße



(nur reduktions-spiel, kein vorschlag)

am See
verwischt der Wind

ein Bild in dem
der Himmel greifbar war

ein Schwan schiebt still
Wellen zu mir

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 16.06.2011, 11:26

Hallo Leonie!

Für mich könnte nach "Bild" Schluss sein - das ist ein schönes Kurzgedicht. Weiter hinten gefällt mir "pflügt eine Schneise" gar nicht - was hat eine "Schneise" im Wasser zu suchen, und wer käme auf die Idee, eine solche zu "pflügen"? Das wirkt hier weniger wie ein besonderes Bild als mehr wie nicht genau bedacht.

Arams "Reduktions-Spiel" zeigt, glaube ich, recht verlässlich, wo dein Text etwas wackelt? Was nicht heißt, dass diese Bestandteile verzichtbar wären; nur, dass sie ein gewisses Risiko mit sich bringen.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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leonie
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Beitragvon leonie » 17.06.2011, 12:32

Lieber aram (fein, Dich hier nach langer Zeit wieder zu lesen...), lieber ferdi (immer wieder fein,Dich zu lesen),

danke für Eure Rückmeldungen, sie zeigen mir, wo der Text hakt.

Die Kurzgedichtidee hat was. Und doch fehlt mir ein Teil, wenn es dabei bleibt. Vielleicht mache ich wieder zwei Texte draus.

Ich überlege noch ein Weilchen...Und melde mich dann nochmal.

Liebe Grüße

leonie
Lieber ferdi,

Max

Beitragvon Max » 19.06.2011, 16:07

Liebe Leonie,

Arams Assoziation von der fernöstlichen Lyrik kam mir auch.
Ich glaube, meine Schwierigkeit mit dem Text rüht auch genau in dieser Beobachtung. Der Text hat an noch zwei mir wahrnehmbaren Stellen ein "ich", nämlich in der letzten Zeile und indirekt dort, wo es um die Perspektive geht. Nun ist mir schon irgendwo einmal zu Ohren gekommen, dass man Wahrheiten auch ohne ein direktes Ich ausrücken kann ;-), hier allerdings scheint mir, dass dem Texte dadurch eine potenzielle Dimension entzogen wird-. Die Aussage bleibt für mich bei: schön dort am See 8was natürlich sicherlich wahr ist, aber vielleicht weniger, als man hätte ausdrücken können wollen).

Liebe Grüße
Max

Max

Beitragvon Max » 19.06.2011, 16:08

PS: Die Antwort an Ferdi ist ... kurz

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leonie
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Beitragvon leonie » 21.06.2011, 10:42

Lieber Max,

danke für Deine Rückmeldung. Meine darauf kommt so spät, weil ich mit dem Text einfach nicht weiterkomme. Mein Ziel war, ein bestimmtes Bild hervorzurufen, wo der Wind nur einen Teil des "Spiegels" verwischt.. Und auf dem noch glatten Teil eben ein Schwan (ich könnte auch einen andern Wasservogel nehmen) schwimmt und diese typische Spur hinterlässt, die das Spiegelbild zwar auch verändert, aber eben nicht zerstört. Ich dachte immer "durchs Wasser pflügen" sei relativ gängig.
Gut, die Schneise... Aber was stattdessen?

Ich habe das Gefühl, irgendwie ist das Thema verfehlt, aber es gelingt mir im Moment auch nicht, es besser zu machen.

Vielleicht mit mehr Abstand? Oder ich mache es tatsächlich so, dass das Kurzgedicht bleibt und ich wegen des anderen neue ansetze.

Liebe (blockierte) Grüße

leonie

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Eule
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Beitragvon Eule » 21.06.2011, 11:35

Hallo leonie, mich stört erst einmal das "verwischt". Der Wind "bewegt" hier doch eher den Wasserspiegel ! Und die Bildreihe "hinten rechts" - "Schatten" - "Trauerweiden" - "Verstummen" -"Säuseln" ist mir zu dick aufgetragen, bzw. mit - verstecktem, raunenden - Pathos erfüllt.

Und das nicht gerade bedeutungsschwer scheinende Detail, dass der Schwan nicht keckert, wird in der nächsten Zeile nochmals mit einem "still" unterstrichen. Insgesamt wirken die Bilder dann schon zu stark und monoton nach innen gekehrt für mich.

Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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leonie
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Beitragvon leonie » 21.06.2011, 15:54

Lieber Arne,

ja, der Wind bewegt den Wasserspiegel, aber genau dadurch verwischt er doch auch das Bild.

Ich sehe, dass der Text nicht das Gelbe vom Ei ist. Aber, wie gesagt, ich komme nicht weiter damit. Ich habe keine richtig gute Idee, wie es noch was werden könnte.

Liebe Grüße und danke Dir!

leonie

Max

Beitragvon Max » 24.06.2011, 22:20

Liebe Leonie,

so, DAS ist mal eine späte Antwort - nicht nur 2 Tage ;) .

Was meinst Du denn genau mit "Thema verfehlt"?

Liebe Grüße
Max

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leonie
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Beitragvon leonie » 25.06.2011, 21:15

Lieber Max,

ich wollte ein bestimmtes Bild transportieren vom See, der vom Wind aufgeraut wird, aber stellenweise noch glatt ist. Und auf dem glatten Teil schwimmt der Wasservogel und schiebt die Wellen rüber, die immerhin noch einen Teil des Spiegelbildes enthalten. Und das sollte auch noch metaphorischen Charakter haben.

Und ich habe keine Idee (auch jetzt noch nciht), wie ich es hinkriegen könnte...Das frustriert mich.

Liebe Grüße

leonie

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 25.06.2011, 22:59

Lass Dich nicht verdrießen, liebe leonie!

Ich würde dieses "Viech" rauslassen, dass das Wasser pflügt und die Wellen schiebt. Und aufs Säuseln verzichten.
Dann würde ich nämlich auch verstehen, dass da wirklich ein vollkommenes Bild war, das nun gleichsam zerstückelt wird (und dass man diese Bruchstücke wohl auch erfreulich finden kann).

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 26.06.2011, 15:19

Hallo Leonie,

für mich geht dein intendiertes Bild (wie ich es verstanden haben .-)) noch nicht ganz auf, da ich zwischen LIch und der stillen Seite, den zerkräuselten See sehe und die Wellen des Schwans insofern gar nicht bei "mir" ankommen.
Ich würde daran aber auf jeden Fall weiterüberlegen!

Ich würde mir das Bild nochmal genau vor Augen führen, wo ist LIch und in welcher Haltung (kniend, stehend ...), kräuselt sich der Spiegel in der Ferne, oder direkt bei ihm, was spiegelt(e) sich darin, braucht es die Benennung des "Himmels" und "vollkommen", wo ist der Schwan, wie groß ist der See ... )

Die "Trauerweide" würde ich in eine Silberweide umbenennen, aus klanglichen Gründen, aber auch, weil das Wort Trauerweide mir zu mächtig scheint. Beim Schwan geht es mir ähnlich, wobei das sicher auch aus der Anhäufung der "aufgeladenen" Worte (See, Wind, Bild, Spiegel, vollkommen, Himmel, Schatten, Trauerweide ...) hier ergibt. Ich würde überlegen das eine oder andere zu ersetzen, ohne dabei dein Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.
"verwischen" und "zerkräuseln" ergibt für mich ganz unterschiedliche Bilder, da würde ich mich für eines entscheiden.
Schön fänd ich, wenn das "Greifbare" am Ende noch einmal durch Hände aufgegriffen würde, .-) oder durch Schuhe/Füße eine andere Haltung des LIch zeigen würde, weil das für mich auch das LIch "sichtbarer", "spürbarer" machen würde.
(Die schöne "Verbindung" zwischen "zerkräuseln" und "säuseln" würde ich auf jeden Fall behalten.)

Hier mal als weiteren Denkanstoß :)

Am See
zerkräuseln Böen
ein vollkommenes Bild
das eben noch
so greifbar schien.

Nur hier unterm Blätterdach
der Silberweide schweigt
das Säuseln und ein Schwan
schiebt den Spiegel in Wellen
meinen Händen zu.


Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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leonie
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Beitragvon leonie » 27.06.2011, 18:33

Liebe Amanita,

danke fürs Ermutigen :-) .

Liebe Flora,

danke für Deine Ideen. Ich habe im Moment wenig Zeit und den Kopf nicht frei, um daran weiterzudenken. Wollte aber trotzdem schon mal "Danke" sagen. Ich hoffe, ich komme vor meinem Urlaub noch dazu, ich habe immerhin schon wieder den Ehrgeiz, den Text noch nciht ganz in Ablage P verschwinden zu lassen, sondern es nochmal mit ihm zu versuchen...

Liebe Grüße

leonie


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