summertime

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 13.06.2011, 13:18

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Eule
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Beitragvon Eule » 13.06.2011, 17:50

Hallo Gerda, eine sinnliche Beschreibung schöner Sommerfeststunden. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 13.06.2011, 18:34

Hi Gerda,

die erste Strophe ist für mich ein Gedicht. Ein Gedicht für sich. Eigentlich bräuchte ich die 2. Strophe gar nicht mehr, da der Bauch, "das ungezähmte tier" (toller Ausdruck übrigens!) hier für mich gar nicht reinpasst.
Man könnte - mal als Idee so eingeworfen - evtl. noch die drei letzten Zeilen an die 1. Strophe dranhängen, dann wäre es für mich ein sehr homogenes Gedicht. Auch begännen und schlössen deine Zeilen dann mit "trunken", was ich auch reizvoll fände.
Überhaupt ist dieser Zustand sehr schön nachvollziehbar, finde ich.

Liebe Grüße
Gabi

Gerda

Beitragvon Gerda » 13.06.2011, 23:54

Dankeschön, Arne, das freut mich.


Liebe Grüße
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 13.06.2011, 23:59

Liebe Gabi,

herzlichen Dank für deine Rückmeldung. Es freut mich, dass das Gedicht allermeist gefällt. :-)
Das, was für dich nicht reinpasst, ist das "Herz" des Textes gleichzeitig ein Bruch - zum Realen.
Ich mag jetzt in diesem Stadium nicht mehr dazu sagen.
Vielleicht gibt es dazu ja noch andere Stimmen, der Text steht ja erst ganz kurz im Salon.

Liebe Grüße ... und irgendwann auch gute Nacht. ;-)

Gerda

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 14.06.2011, 23:24

Liebe Gerda,

da ist wirklich Luft und Duft in deinem Sommer, sehr üppig, Fortuna lacht ... (Fortuna ist auf den Abbildungen fast immer eine atraktive reife Dame ...

Ich mag den expliziten Bezug zur Realität (in der zweiten Strophe) ganz besonders

nichts zu bemäkeln
lG
Renée

Gerda hat geschrieben:
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Gerda

Beitragvon Gerda » 15.06.2011, 09:22

Liebe Renée,

ich danke dir herzlich für deine zustimmende Rückmeldung.
Aber ob da wirklich Foruma lacht, hm ... vllt., wenn das "war's" nicht (im Text) wäre ;-)

Liebe Grüße
Gerda

moonlight

Beitragvon moonlight » 23.06.2011, 13:11

Hallo Gerda,
dein Gedicht lässt mich beschwingt zurück.
Gefällt mir sehr.

Liebe Grüße
Moonlight

Gerda

Beitragvon Gerda » 23.06.2011, 23:49

Hallo Moonlight,
es freut mich, dass das Gedicht dir gefällt, danke für die Rückmeldung.

Liebe Grüße
Gerda

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 26.06.2011, 17:17

Hallo Gerda,

beim Titel "summertime" höre ich sofort das Lied. Das erzeugt eine sehr starke Stimmung und Erwartungshaltung, die das Gedicht leider für mich weder aufgreifen noch erfüllen kann. Falls der Bezug nicht intendiert war, frage ich mich, wozu es den englischen Titel braucht?

In der ersten Strophe erscheint mir dieses "neben sich stehen" und die "Trunkenheit" seltsam zweideutig besetzt. Den frischen Grasgeruch nehme ich erst einmal als etwas sehr Positives wahr, das "neben sich stehen" jedoch eher negativ. Warum fallen diese Stunden aus der Zeitrechnung, warum fielen Jahre aus der Zeitrechnung? Ist das etwas "Gutes", oder "Trauriges"? Stand LIch jahrelang neben sich, tatsächlich betrunken? Ich versuche hier irgendwie einen Zusammenhang zu konsturieren, weil ich kein eindeutiges Gefühl für die Stimmung oder LIch bekomme. Auf den Titel bezogen fehlt mir das "Sommerliche" im Sinne von "and the living is easy", der Lullaby, das Tröstliche daran?

In der zweiten Strophe das ungezähmte fauchende Tier, das bedrohlich scheint, aber auch irgendwie auf eine damit kokettierende Weise vorgeführt wird und der sich schließende Kreis zur Trunkenheit der ersten Strophe als Sehnsucht. Das "abhängen lassen", in dem für mich auch ein "hängen lassen" mitschwingt. Und schließlich das "Planlose", das zugleich dem Tier zugeschrieben wird, als auch als gewollter "Denkzustand" beschrieben wird, wobei der "Zustand" (hier auch wieder das Schwanken zwischen "Schweben" (positiv) und "Zustand" (negativ besetzt)?) noch durch den Zeilenumbruch hervorgehoben wird.

Am Ende bleibt bei mir das unangenehme Gefühl, dass hier Alkoholismus/Trunkenheit auf unterschwellige Weise mit frischem Heu "beduftet", sich "schöngeschrieben" wird, was ja durchaus auch ein spannender Ansatz sein könnte, der mir dann jedoch nicht klar genug herausgearbeitet zu sein scheint. Hmmm ... vielleicht liege ich auch ganz daneben. Interessant jedenfalls, wie unterschiedlich es anzukommen scheint, denn "beschwingt" trifft es für mich sicher nicht und "schöne Sommerfeststunden" auch nicht.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Gerda

Beitragvon Gerda » 27.06.2011, 23:31

Hallo Flora,

danke für deine Rückmeldung, auch hier bitte ich um Geduld, aus den bakannten Umzugs-Gründen.

LGG

Gerda

Beitragvon Gerda » 20.07.2011, 11:37

Liebe Flora,

danke für deine Beschäftigung mit meinem Text.
Du siehst mich erneut fassungslos … Mir kommt es geradewegs so vor, als habest du von möglichen Interpretationen diejenige gewählt, die am unwahrscheinlichsten ist. ;-)

Zum Titel:

Der Englische Titel „Summertime“ klingt sehr viel weicher, als der entsprechende deutsche „Sommerzeit“. In meinen Ohren klingt „Summertime2 von Gershwin nur bedingt beruhigend, vor allem im Kontext von Porgy and Bess, aber auch durch die Tonart H-Moll. Allerdings war kein Anklang beabsichtigt. Nur, jetzt indem du mich darauf gebracht hast, gefällt mir der Titel noch mal so gut. Für mich ist er in der Tat absolut treffend.

Trunkenheit:

Du schreibst selbst, dass du etwas konstruierst. In der Tat, deine Interpretation bleibt nicht im Text sondern versucht die einzelnen Elemente in einen völlig anderen Zusammenhang zu bringen. (Aber vielleicht hat dich mein Tippfehler w. o. irregeleitet
Gerda hat geschrieben:... aus den bakannten Umzugs-Gründen.
;-)
Im Text indes heißt es völlig unzweideutig:

trunken vom duft
des frisch gemähten grases stehe ...


und es ist genauso gemeint. Ich empfinde Gras/Heuduft (und damit bin ich, so viel ich weiß nicht allein), erotisierend außerdem hat er etwas mit „Aufbruch, Jugend, sich jung fühlen“, zu tun, ohne dass ich nun erschöpfend aufzählen möchte, was ich alles mit dem Duft frischgemähten Grases verbinde. Der Duft weckt beim reifen Menschen, darüberhinaus melancholische Erinnerungen. Ob man dazu ein „Landkind“ gewesen sein muss, kann ich nicht beurteilen, ich bin beides Stadt- und Landkind. Stell dir vor, wie berauschend, ja aphrodisierend ein Duft sein kann. Vielleicht kennst du auch einen solchen Duft, der dich trunken macht.

Davon handelt das Gedicht.
Das Alter ist unwichtig während des Dufterlebnisses; dieses wird von Erinnerungen aus einer fernen Zeit begeleitet, der Körper meldet sich, immer noch dirigiert Eros, die Lust das Lyrich, das möchte, dass dieser Schwebe-Zustand anhält … eine Beschwörungsformel.

Das Gedicht wurde schon vielfach rezipiert, deshalb hat es mich ziemlich verwundert, was für Schwierigkeiten dir der Text bereitet.
Ich hoffe, dass meine Ausführungen klären konnten und reichen werden, sich ein Eingehen im einzelenen auf deine umfangreichen Einlassungen durch sie erübrigt hat.

Liebe Grüße
Gerda

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Ylvi
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Registriert: 04.03.2006

Beitragvon Ylvi » 25.07.2011, 10:47

Hallo Gerda,

Mir kommt es geradewegs so vor, als habest du von möglichen Interpretationen diejenige gewählt, die am unwahrscheinlichsten ist.
...
Du schreibst selbst, dass du etwas konstruierst. In der Tat, deine Interpretation bleibt nicht im Text sondern versucht die einzelnen Elemente in einen völlig anderen Zusammenhang zu bringen.
Ich habe die Interpretation gewählt, die sich für mich am Text entlang ergeben hat und mir am schlüssigsten erschien. Um die Elemente in einen "völlig anderen" Zusammenhang zu bringen, müsste ich deinen ja erst einmal erkannt haben. Auch nach deiner Erklärung fällt es mir schwer, deiner Intention im Text zu folgen.
Davon handelt das Gedicht.
Gut zu wissen. ;-) Mir erzählt es, wie du an meinem Kommentar siehst etwas anderes. Wenn du eine einzige Leseweise vorgeben willst, würde ich versuchen die Aussage klarer herauszuarbeiten, weniger ambivalente Wendungen zu verwenden, das Alter einfließen zu lassen und zumindest an irgendeiner Stelle einen Hinweis auf die gewollte erotische Komponente zu geben. Trunkenheit und fauchender Bauch schaffen das für mich jedenfalls nicht.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Gerda

Beitragvon Gerda » 29.07.2011, 10:23

Liebe Flora,

wenn das Gedicht es nicht schafft durch Formulierungen, wie

in den stunden
die gleich jahren aus der
zeitrechnung fallen


und

mein bauch
das ungezähmte tier faucht
führt ein eigenleben planlos


dir, einen Hinweis zu geben auf Altern und die nicht versiegende Liebeslust ist das schade.
Aber deutlicher möchte ich nicht werden.
Selbstverständlich können LeserInnen das Gedicht gern auch auf andere Art verstehen oder für sich interpretieren. Da du allerdings keinen Draht für den Text entwickelen konntest, nur deshalb habe ich mehr preisgegeben, als ich eigentlich für nötig befinde.

Liebe Gabi,

ich stelle gerade fest, dass ich dir keinen weiteren Hinweis darauf gegeben habe, weshalb für mich in diesem Text nichts weggelassen werden kann.

Vielleicht liest du ja mit und hast meine letzte Rückmeldung an Flora glesen, die jenen Punkt betrifft.


Liebe Grüße an euch
Gerda


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