totentanz
o doch, er kommt!
mit seinen klotschen am dünnen gefüß
in seinen gebrochenen händen
poch-poch
die stoppuhr
totentanz
Nein, das geht nicht, glaube ich - "die stoppuhr" bezieht sich doch auf "in seinen gebrochenen händen", das heißt, er hält die Stoppuhr in Händen.
Mir gefällt die o-Reihung in dem Gedicht, die mir eben erst beim zweiten Lesen aufgefallen ist - laut gelesen lässt sich das sicher schön herausbringen, vielleicht mag es ja jemand für die Hörbar lesen ...?
Gruß von Zefira
Mir gefällt die o-Reihung in dem Gedicht, die mir eben erst beim zweiten Lesen aufgefallen ist - laut gelesen lässt sich das sicher schön herausbringen, vielleicht mag es ja jemand für die Hörbar lesen ...?
Gruß von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
Hallo Amanita!
Warum willst du eine Bewegung durch einen Klang ausdrücken? Da scheint mir die Wortbewegung doch viel geeigneter... Wenn es um ein Hinken geht, könntest du es zum Beispiel mit einem Hinkiambus versuchen,
x X / x X / x X / x X / x X / X x, oder ganz allgemein die Einheit "x X X x" verwenden, die dafür sehr geeignet ist.
Ferdigruß!
Warum willst du eine Bewegung durch einen Klang ausdrücken? Da scheint mir die Wortbewegung doch viel geeigneter... Wenn es um ein Hinken geht, könntest du es zum Beispiel mit einem Hinkiambus versuchen,
x X / x X / x X / x X / x X / X x, oder ganz allgemein die Einheit "x X X x" verwenden, die dafür sehr geeignet ist.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Hallo Amanita!
Gerne auch zwei oder fünf "o"... Oder geht es am Ende gar nicht um einen "o-Rhythmus", sondern um eine Verteilung gleicher Elemente im Text, und die können "o"s sein oder auch ganz was anderes?!
Wenn ja, sprichst du also diesem "Verteilungsmuster" die Fähigkeit zu, einen Tanz nachzubilden oder auch ein Hinken. Hm. Da zweifle ich stark. Nicht, dass die Häufung der "o" nicht augen- und ohrenfällig wäre, aber um das zu erreichen, was du da andenkst, müsste vor allem der Hörer ja so etwas wie ein "o"-Abstandsbewusstsein haben und schon zu Beginn des Textes wissen, dass er darauf achten muss... Das scheint mir nicht möglich.
Eher könnte es so sein, dass die Wortbewegung das Tanzen abbildet und die "o" nur ein "Extra" sind, das die entscheidenden Stellen der Wortbewegung noch zusätzlich heraushebt.
Aber das glaube ich hier auch nicht, weil die Wortbewegung nicht sehr tänzerisch ist... und um dann noch eine nähere Bestimmung des Tanzens herauszuarbeiten - "unschön" - ist, glaube ich, ein längerer Text von Nöten.
Ferdigruß!
Gerne auch zwei oder fünf "o"... Oder geht es am Ende gar nicht um einen "o-Rhythmus", sondern um eine Verteilung gleicher Elemente im Text, und die können "o"s sein oder auch ganz was anderes?!
Wenn ja, sprichst du also diesem "Verteilungsmuster" die Fähigkeit zu, einen Tanz nachzubilden oder auch ein Hinken. Hm. Da zweifle ich stark. Nicht, dass die Häufung der "o" nicht augen- und ohrenfällig wäre, aber um das zu erreichen, was du da andenkst, müsste vor allem der Hörer ja so etwas wie ein "o"-Abstandsbewusstsein haben und schon zu Beginn des Textes wissen, dass er darauf achten muss... Das scheint mir nicht möglich.
Eher könnte es so sein, dass die Wortbewegung das Tanzen abbildet und die "o" nur ein "Extra" sind, das die entscheidenden Stellen der Wortbewegung noch zusätzlich heraushebt.
Aber das glaube ich hier auch nicht, weil die Wortbewegung nicht sehr tänzerisch ist... und um dann noch eine nähere Bestimmung des Tanzens herauszuarbeiten - "unschön" - ist, glaube ich, ein längerer Text von Nöten.
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
-
Renée Lomris
Hallo Amanita,
Dieses Gedicht gefällt mir wegen seines Klangreichtums sehr gut. Zwar weiß auch ich manchmal nicht genau, was Rhythmus ist, aber ich will einmal versuchen, deinem auf die Spur zu kommen, vielleicht ergibt sich daraus auch die Wirkung, die das Gedicht auf mich hat,
Eines meiner Ziele ist auch, den Rhythmus bewusster zu hören und zu verwenden ... also ein Lernziel ... es gibt verschiedne Schreibweisen, ich habe hier / v / für unbetont und / . / für betont gewählt.
totentanz
- v - (Amphimacer Kreticus)
o doch, er kommt!
v - v - (doppelter Jambus)
mit seinen klotschen am dünnen gefüß
- - v - v - - v v - (Daktylos - Trochäus - Daktylos - Jambus)
in seinen gebrochenen händen
- - v v - v v - v (Daktylos - Antipastos . Trochäus)
poch-poch
- - (spondäus)
die stoppuhr[/font][/quote]
v - - (Bakchäios)
Wenn ich mir diese Versfüße mühsam herausschreibe, die ich morgen bestimmt alle schon vergessen habe, frage ich mich allerdings nach dem Sinn einer solchen Übung und ich hoffe vor allem, dass es Dir nicht allzu langwierig erscheint.
Die Hälfte der Bezeichnungen stimmt womöglich auch nicht --- weiß Gott, bzw. der Versfußspezialist
Aber es bestätigt sich im Grunde durch diese Betrachtung die Unruhe, die deinem Gedicht innewohnt, kein ruhiges, regelmäßiges Versmaß, sondern ein unruhiges, unstetes, und das hast du gewiss so absichtlich gestaltet. Vor allem die beiden letzte Verse passen hier gut zum Thema, der Zweiklang von "poch-poch" und das darauf folgende alarmierende die stoppuhr.
Das Abzählen betonter und unbetonter Silben zeigt also die Unrast und Ungeduld des Knochenmannes.
Dein Gedicht hat mir gut gefallen und die Arbeit am Versmaß hat mich sehr amüsiert, richtig ernst nehmen kann ich das irgendwie nicht,
liebe Grüße
Renée
Dieses Gedicht gefällt mir wegen seines Klangreichtums sehr gut. Zwar weiß auch ich manchmal nicht genau, was Rhythmus ist, aber ich will einmal versuchen, deinem auf die Spur zu kommen, vielleicht ergibt sich daraus auch die Wirkung, die das Gedicht auf mich hat,
Eines meiner Ziele ist auch, den Rhythmus bewusster zu hören und zu verwenden ... also ein Lernziel ... es gibt verschiedne Schreibweisen, ich habe hier / v / für unbetont und / . / für betont gewählt.
totentanz
- v - (Amphimacer Kreticus)
o doch, er kommt!
v - v - (doppelter Jambus)
mit seinen klotschen am dünnen gefüß
- - v - v - - v v - (Daktylos - Trochäus - Daktylos - Jambus)
in seinen gebrochenen händen
- - v v - v v - v (Daktylos - Antipastos . Trochäus)
poch-poch
- - (spondäus)
die stoppuhr[/font][/quote]
v - - (Bakchäios)
Wenn ich mir diese Versfüße mühsam herausschreibe, die ich morgen bestimmt alle schon vergessen habe, frage ich mich allerdings nach dem Sinn einer solchen Übung und ich hoffe vor allem, dass es Dir nicht allzu langwierig erscheint.
Die Hälfte der Bezeichnungen stimmt womöglich auch nicht --- weiß Gott, bzw. der Versfußspezialist
Aber es bestätigt sich im Grunde durch diese Betrachtung die Unruhe, die deinem Gedicht innewohnt, kein ruhiges, regelmäßiges Versmaß, sondern ein unruhiges, unstetes, und das hast du gewiss so absichtlich gestaltet. Vor allem die beiden letzte Verse passen hier gut zum Thema, der Zweiklang von "poch-poch" und das darauf folgende alarmierende die stoppuhr.
Das Abzählen betonter und unbetonter Silben zeigt also die Unrast und Ungeduld des Knochenmannes.
Dein Gedicht hat mir gut gefallen und die Arbeit am Versmaß hat mich sehr amüsiert, richtig ernst nehmen kann ich das irgendwie nicht,
liebe Grüße
Renée
Zuletzt geändert von Renée Lomris am 13.06.2011, 22:14, insgesamt 2-mal geändert.
Hallo Renee,
ich denke, die Frage nach dem Sinn einer Aufteilung in Versfüße ist berechtigt
Das bietet sich ja eher da an, wo sich regelmäßig wiederholende Muster auftreten... Was man natürlich versuchen kann, ist eine Aufteilung nach Sinn- und damit Sprecheinheiten. Also etwa so:
totentanz
o doch, / er kommt!
mit seinen klotschen / am dünnen gefüß
in seinen / gebrochenen händen
poch-poch
die stoppuhr
Im Schema:
X x X
x X / x X
x X x X x / x X x x X
x X x / x X x x X x
X X
x X x
"mit seinen gebrochenen Händen" ist natürlich eigentlich eine Einheit, aber neun Silben ist zu lang, daher die Unterteilung.
"die Stoppuhr" kann man sicher auch, wie du es getan hast, mit "x X X" kennzeichnen, aber ich glaube, die einen werden "-uhr" betont sprechen, die anderen nicht?!
Was das Schema jetzt ganz gut zeigt: unruhig ist da eigentlich wenig... alles sehr ruhige, prosanahe Einheiten. Ausnahme wäre vielleicht der Schluss, aber das" "Poch-Poch" macht da wenig her, finde ich?!
Abgesehen davon wollte Amanita die Unruhe ja eben nicht über die Wortbewegung, sondern über die Laute erzeugen.
Da es hier kein wirkliches Versmaß gibt, wundert es mich übrigens nicht, dass du die Arbeit an ihm nicht ernstnehmen kannst
Aber natürlich, wie fast überall lassen sich auch in Amanitas Zeilen Hexameter finden, etwa der hier, ein recht hübscher:
Klotschen am dünnen Gefüß, in seinen gebrochenen Händen
Klotschen am / dünnen Ge- / füß, | in / seinen ge- / brochenen / Händen
So gesehen ist Amanitas Text vielleicht doch tänzerisch, denn der Hexameter tanzt immer ein wenig, aber andererseits tanzt er auf eine sehr harmonische Art, wodurch ein Hinken oder ein unschönes Tanzen gänzlich ausgeschlossen ist.gif)
Ferdigruß!
ich denke, die Frage nach dem Sinn einer Aufteilung in Versfüße ist berechtigt
Das bietet sich ja eher da an, wo sich regelmäßig wiederholende Muster auftreten... Was man natürlich versuchen kann, ist eine Aufteilung nach Sinn- und damit Sprecheinheiten. Also etwa so:totentanz
o doch, / er kommt!
mit seinen klotschen / am dünnen gefüß
in seinen / gebrochenen händen
poch-poch
die stoppuhr
Im Schema:
X x X
x X / x X
x X x X x / x X x x X
x X x / x X x x X x
X X
x X x
"mit seinen gebrochenen Händen" ist natürlich eigentlich eine Einheit, aber neun Silben ist zu lang, daher die Unterteilung.
"die Stoppuhr" kann man sicher auch, wie du es getan hast, mit "x X X" kennzeichnen, aber ich glaube, die einen werden "-uhr" betont sprechen, die anderen nicht?!
Was das Schema jetzt ganz gut zeigt: unruhig ist da eigentlich wenig... alles sehr ruhige, prosanahe Einheiten. Ausnahme wäre vielleicht der Schluss, aber das" "Poch-Poch" macht da wenig her, finde ich?!
Abgesehen davon wollte Amanita die Unruhe ja eben nicht über die Wortbewegung, sondern über die Laute erzeugen.
Da es hier kein wirkliches Versmaß gibt, wundert es mich übrigens nicht, dass du die Arbeit an ihm nicht ernstnehmen kannst
Aber natürlich, wie fast überall lassen sich auch in Amanitas Zeilen Hexameter finden, etwa der hier, ein recht hübscher:Klotschen am dünnen Gefüß, in seinen gebrochenen Händen
Klotschen am / dünnen Ge- / füß, | in / seinen ge- / brochenen / Händen
So gesehen ist Amanitas Text vielleicht doch tänzerisch, denn der Hexameter tanzt immer ein wenig, aber andererseits tanzt er auf eine sehr harmonische Art, wodurch ein Hinken oder ein unschönes Tanzen gänzlich ausgeschlossen ist
.gif)
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Hallo Renée, ich danke Dir diesmal ganz besonders "fürs Befassen" + an ferdi natürlich auch ein dickes Dankeschön.
Na ja, (Tanz-)"Harmonie" mit ein paar Brüchen, soweit das in einem kurzen Text geht, war ja auch meine Intention. In ferdis schöner Ausführung kann man nochmal deutlich sehen, dass die O's immer betont sind - vielleicht habe ich das weiter oben einfach zu blöd ausgedrückt, als ich von Rhythmus sprach. Den Begriff "Wortbewegung" kannte ich übrigens nicht, mag sein, dass aus diesem Nichtwissen auch Missverständnisse entsprungen sind.
Vielleicht müsste der Text in der Tat länger sein. Ich meine allerdings zu erkennen, dass meine "Stärken" eher im kurzen Text liegen ... mal sehen, was draus wird.
Also Euch beiden nochmal herzlichen Dank für Eure ausführlichen Reaktionen.
Na ja, (Tanz-)"Harmonie" mit ein paar Brüchen, soweit das in einem kurzen Text geht, war ja auch meine Intention. In ferdis schöner Ausführung kann man nochmal deutlich sehen, dass die O's immer betont sind - vielleicht habe ich das weiter oben einfach zu blöd ausgedrückt, als ich von Rhythmus sprach. Den Begriff "Wortbewegung" kannte ich übrigens nicht, mag sein, dass aus diesem Nichtwissen auch Missverständnisse entsprungen sind.
Vielleicht müsste der Text in der Tat länger sein. Ich meine allerdings zu erkennen, dass meine "Stärken" eher im kurzen Text liegen ... mal sehen, was draus wird.
Also Euch beiden nochmal herzlichen Dank für Eure ausführlichen Reaktionen.
-
Renée Lomris
Liebe Amanita, lieber Ferdi
zunächst möchte ich die vielen Tippfehler erklären: meine rechte Hand tippt entweder zu schnell auf einmal, was Buchstabendoppelung bewirkt, oder zu schwach: Buchstaben fehlen -- oder aber sie tippt nach deutscher Tastatur ein w für ein Y ein Z für ein w usw. Ich passe höllisch auf, aber zur Zeit sind es wieder mehr Fehler als sonst, da ich nur den laptop habe.
Ferdi - vielen Dank für diesen Zusatz, aber ich verstehe nicht, wie man von den vielen kleinen Versfüßen, die sich ja addieren zu der Gewisssheit des Hexameters gelangt ...
wann sind hexameter wirklich garantiert welche, denn du hast das Enjambement einfach übersprungen. Wenn du das tun darfst ... dann findest du nach deinem Gutdünken überall Hexameter???
Ich fand meine "Unruhe" nicht schlecht, da Unruhe das Tanzen durchaus ankündigen könnte und in der Uhr (der Stoppuhr nämlich) eine Unruhe als wesentliches Bestandteil eingebaut ist.
Doch dieses Hereinholen deiner Metrikarbeit in die Tagesarbeit der Dichterin fand ich schon mal klasse ...
liebe Grüße
Renée
zunächst möchte ich die vielen Tippfehler erklären: meine rechte Hand tippt entweder zu schnell auf einmal, was Buchstabendoppelung bewirkt, oder zu schwach: Buchstaben fehlen -- oder aber sie tippt nach deutscher Tastatur ein w für ein Y ein Z für ein w usw. Ich passe höllisch auf, aber zur Zeit sind es wieder mehr Fehler als sonst, da ich nur den laptop habe.
Ferdi - vielen Dank für diesen Zusatz, aber ich verstehe nicht, wie man von den vielen kleinen Versfüßen, die sich ja addieren zu der Gewisssheit des Hexameters gelangt ...
wann sind hexameter wirklich garantiert welche, denn du hast das Enjambement einfach übersprungen. Wenn du das tun darfst ... dann findest du nach deinem Gutdünken überall Hexameter???
Ich fand meine "Unruhe" nicht schlecht, da Unruhe das Tanzen durchaus ankündigen könnte und in der Uhr (der Stoppuhr nämlich) eine Unruhe als wesentliches Bestandteil eingebaut ist.
Doch dieses Hereinholen deiner Metrikarbeit in die Tagesarbeit der Dichterin fand ich schon mal klasse ...
liebe Grüße
Renée
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