bei dir
-
Niko
bei dir
so mild dieser gedanke
an dich
hier ernähre ich mich
neben früchten und einheimischer kost
doch vor allem von
der tasse neben unserem bett
deinem gang über den flur
und vom wehen deiner haare
du machst mich satt
und hungrig nach mehr
ich ertrinke in dir
und verdurste
ohne dich
entfärbt sich die zeit
und macht sich
viel zu breit in meinem kopf
und tickt mir ständig
das vermissen zu
.
-
Gerda
Lieber Niko,
ein inniger Text, der von der liebe erzählt ohne sie zu benennen, das hast du fein hinbekommen.
Die "Tasse am Bett", "vom Wehen deiner Haare", sind Metaphern für Liebe und Zuneigung. Allerdings würde ich ändern in "deines Haars", denn das ist gemeint, und nicht, dass einzelne Haare im Flur wehen, nicht wahr. (Ich weiß, umgangssprachlich sagt man es auch so, wie du geschreiben hast).gif)
Ein wenig mehr Verdichtung vielleicht noch ...
Da der Titel "bei dir" heißt, wäre das "an dich" in der zweiten Zeile eigentlich überflüssig, oder beispielsweise an dieser Stelle wird das Bild m. e. durch den Zusatz: "viel zu" vor "breit" geschwächt, dem Rhythmus täte das Weglassen ebenso gut.
Aber das ist marginal.
Liebe Grüße
Gerda
ein inniger Text, der von der liebe erzählt ohne sie zu benennen, das hast du fein hinbekommen.
Die "Tasse am Bett", "vom Wehen deiner Haare", sind Metaphern für Liebe und Zuneigung. Allerdings würde ich ändern in "deines Haars", denn das ist gemeint, und nicht, dass einzelne Haare im Flur wehen, nicht wahr. (Ich weiß, umgangssprachlich sagt man es auch so, wie du geschreiben hast)
.gif)
Ein wenig mehr Verdichtung vielleicht noch ...
Da der Titel "bei dir" heißt, wäre das "an dich" in der zweiten Zeile eigentlich überflüssig, oder beispielsweise an dieser Stelle wird das Bild m. e. durch den Zusatz: "viel zu" vor "breit" geschwächt, dem Rhythmus täte das Weglassen ebenso gut.
Aber das ist marginal.
Liebe Grüße
Gerda
-
RäuberKneißl
Hallo Niko,
ich finde - wie oft bei deinen Texten - tolle und berührende Stellen und gleich daneben andere, die mich aussperren.
Im Eingang ist es hier zwiespältig - die Milde des Gedankens finde ich nicht stark, ich würde so ein Gefühl eher als Resultat denn als Einstieg wählen. Die zweite Strophe ist sehr gelungen, das lebt und erzählt.
Bei "du machst mich satt" fallen mir Mannheims Söhne aus dem Resthaar. Ich verstehe den Reiz mit ertrinken - aber der Dreiklang hungrig - verdursten - entfärben: dem fehlt das Material. Ich würde dazu raten, der 'entfärben'-Linie noch nachzuspüren und die letzte Strophe auf das wieder sehr ansprechende Umfeld Farbe-Zeit zu konzentrieren.
Grüße
Franz
ich finde - wie oft bei deinen Texten - tolle und berührende Stellen und gleich daneben andere, die mich aussperren.
Im Eingang ist es hier zwiespältig - die Milde des Gedankens finde ich nicht stark, ich würde so ein Gefühl eher als Resultat denn als Einstieg wählen. Die zweite Strophe ist sehr gelungen, das lebt und erzählt.
Bei "du machst mich satt" fallen mir Mannheims Söhne aus dem Resthaar. Ich verstehe den Reiz mit ertrinken - aber der Dreiklang hungrig - verdursten - entfärben: dem fehlt das Material. Ich würde dazu raten, der 'entfärben'-Linie noch nachzuspüren und die letzte Strophe auf das wieder sehr ansprechende Umfeld Farbe-Zeit zu konzentrieren.
Grüße
Franz
-
Louisa
Hallo Niko!
Auch das habe ich gerne gelesen.
Wenn ich auch einen Änderungsvorschlag machen kann. Ich begründe dies auch danach:
bei dir
... ernähre ich mich
neben einheimischer kost
doch vor allem von
der tasse (Kaffee???) neben unserem bett
deinem gang über den flur
und vom wehen deiner haare
du machst mich satt
und hungrig nach mehr
ich ertrinke in dir
und verdurste
ohne dich
entfärbt sich die zeit
Was sagst du dazu? Den in meiner Version letztes Vers finde ich am Stärksten. Alles, was danach kommt, schwächt ihn für mich ab. Er würde eine wunderbare Pointe ergeben.
Ich denke nicht, dass derjenige sich von einer Tasse ernährt. Deshalb würde ich der Tasse noch einen Inhalt verpassen oder vom Blick auf die Tasse sprechen.
Auch diese eigentlich gut gemeinten Gegensätze (hungrig/satt, verdursten/ertrinken) haben mir nicht so gut gefallen im Gegensatz zum Rest. Wie mein Vorredner würde ich den milden Gedanken streichen, denn das dies ein milder, liebender Gedanke IST, dass schimmert ja durch das GEdicht hindurch. Es funktioniert auch alleine ohne das man die Form des Gedankens benennt, finde ich.
"Einheimische Kost" ist im Kontext ein lustiger, spannender Worteinfall von dir, der ein bisschen dieses Frühstücks-/Kaffeeklischée durchbricht und mir deshalb sehr gut gefällt. Er kann super alleine stehen, denke ich.
Ansonsten hat mir der Text gefallen... wobei du vielleicht noch nach ein wenig subjektiveren, individuelleren Bildern Ausschau halten könntest. Wehende Haare zum Beispiel kommen ja in jeder schlechten Werbung vor. Wenn ich mir vorstelle mein Freund sagt zu mir: "Du hast so schönes wehendes Haar!" - das würde mich nicht vom Hocker reißen... Aber er hat einmal gesagt: "Du siehst so schön aus, wenn du böse bist." - Das hat mir gefallen
! Haha... Sowas in der Art, weißt du?
Jedenfalls ein schöner Text. Ich hoffe du kannst etwas damit anfangen.
Liebe Grüße,
l
Auch das habe ich gerne gelesen.
Wenn ich auch einen Änderungsvorschlag machen kann. Ich begründe dies auch danach:
bei dir
... ernähre ich mich
neben einheimischer kost
doch vor allem von
der tasse (Kaffee???) neben unserem bett
deinem gang über den flur
und vom wehen deiner haare
du machst mich satt
und hungrig nach mehr
ich ertrinke in dir
und verdurste
ohne dich
entfärbt sich die zeit
Was sagst du dazu? Den in meiner Version letztes Vers finde ich am Stärksten. Alles, was danach kommt, schwächt ihn für mich ab. Er würde eine wunderbare Pointe ergeben.
Ich denke nicht, dass derjenige sich von einer Tasse ernährt. Deshalb würde ich der Tasse noch einen Inhalt verpassen oder vom Blick auf die Tasse sprechen.
Auch diese eigentlich gut gemeinten Gegensätze (hungrig/satt, verdursten/ertrinken) haben mir nicht so gut gefallen im Gegensatz zum Rest. Wie mein Vorredner würde ich den milden Gedanken streichen, denn das dies ein milder, liebender Gedanke IST, dass schimmert ja durch das GEdicht hindurch. Es funktioniert auch alleine ohne das man die Form des Gedankens benennt, finde ich.
"Einheimische Kost" ist im Kontext ein lustiger, spannender Worteinfall von dir, der ein bisschen dieses Frühstücks-/Kaffeeklischée durchbricht und mir deshalb sehr gut gefällt. Er kann super alleine stehen, denke ich.
Ansonsten hat mir der Text gefallen... wobei du vielleicht noch nach ein wenig subjektiveren, individuelleren Bildern Ausschau halten könntest. Wehende Haare zum Beispiel kommen ja in jeder schlechten Werbung vor. Wenn ich mir vorstelle mein Freund sagt zu mir: "Du hast so schönes wehendes Haar!" - das würde mich nicht vom Hocker reißen... Aber er hat einmal gesagt: "Du siehst so schön aus, wenn du böse bist." - Das hat mir gefallen
! Haha... Sowas in der Art, weißt du?Jedenfalls ein schöner Text. Ich hoffe du kannst etwas damit anfangen.
Liebe Grüße,
l
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