Liebe leonie,
leonie hat geschrieben:Auch, wenn ich mich hier unbeliebt mache: Selbstverständlich kann ich den Text auf der Gefühlsebene auch nachvollziehen und das Thema berührt. Warum fallen meiner Meinung nach sowohl der Anfang als auch der Schluss gegenüber dem starken Mittelteil ab?
Ich empfinde anders, nämlich eine Steigerung zur Mitte hin und der Schluss fällt nicht ab, sondern, verstärkt, schließt den Kreis.
Die Rezeption ist unterschiedlich und ich wundere mich, weil deine sicht mir etwas willkürlich vorkommt, aber toleriere und unbeliebt machst du dich ganz und gar nicht damit.
leonie hat geschrieben:Weil sie kaum metaphorische Anteile enthalten, sondern 1:1 erzählt sind. Zudem wechseln sie die Perspektive.
Tja, was soll ich dazu , z. B. dass die komplette erste Strophe als Metapher gelesen werden kann?
Denn, dass diese Möglichkeit nicht nur intendiert ist, sondern möglicherweise von anderen Lesern aufgenommen wird, ist doch sehr wahrscheinlich, wahrscheinlicher, m. E., als zu sagen, es sei keine.
leonie hat geschrieben:Stünden die letzten beiden Strophen für sich, muss ich ehrlich sagen, dass ich sie als kitschig empfände, besonders die letzte.
Da ist nichts an Verdichtung, da ist kein Raum für eigene Assoziationen. Ich sehe die Szene, sehe eine Tochter am Sterbebett ihrer Mutter, aber ich selber bin nicht dort.
Ja aber sie stehen ja nicht allein und was glaubst du, mit wie vielen Texten, auch deinen eigenen, es dir ebenso ergehen würde, löstest du Bruchstücke aus dem Kontext.
leonie hat geschrieben:Wie anders in den Zeilen in der Mitte.
Kein Wort fällt aus der Stille, kein Trost durch sie hindurch.
Da habe ich einen eigenen Assoziationsraum, da bin ich mitten drin.
Ich kann dir nur insoweit folgen,dass ich die Basis des Textes, also den Anfang, den Auslöser mit einbeziehe.
Würden diese Zeilen für sich stehn könnten sie alles und nichts bedeuten. (Vorsicht @ beliebig)
Assoziativ sind sie, aber das sind die ersten Verse ebenso, nur vllt. nicht gerade für dich.
leonie hat geschrieben: Der Text gewinnt daraus seine Stärke. Würde es gelingen, den andern Passagen auch solche Stärke zu verleihen, dann wäre das Gedicht der absolute Hammer.
[/quote]
Ich habe begründet, weshalb ich das anders sehe, @ auf dem Anfang basierend.
"Hammer" - das Attribut läge mir nicht gerade auf der Zunge ... Es ist ja eher ein stiller zurückgenommener Text.
Vielelicht, ist es ein Text, liebe leonie, an dem sich zwei Geister scheiden.
Da es ein alter Text ist, den ich in diesem Jahr marginal überarbeitet habe, kann ich auch nich davon sprechen, dass sich das Gedicht erst setzen muss.
Für mich sitzt es schon lange. Diesmal kommen wir nicht zusammen.
Liebe Grüße
Gerda