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rechts

Verfasst: 22.05.2011, 12:39
von moonlight
rechts


ich habe nicht
an höhe verloren
meine füsse stoßen
keine steine


ich opfere stolz
innenpolitische ruhe
mein narziss lässt
träume versickern


ich lasse rechts
aneinander reiben
süchtig flammt
die propaganda


ich produziere
humus und tränke
die meute mit
den wogen braun


legt ihr euch auf
die sonnenbänke
hängt euer sein an
die werbeplakate


mein imperium
noch ein stoppelfeld



© Moonlight 2010

Verfasst: 22.05.2011, 19:26
von Eule
Hallo moonlight, mir gefallen diese persönlichen Blicke auf das sprießende Grün und die Verknüpfung von Lebenshaushalt und Landwirtschaft. Formal schlüssig komponiert, hab ichs gerne gelesen. Viele Grüße !

Verfasst: 24.05.2011, 09:41
von Gerda
Hallo Moonlight,

ich lese hier mehr im Text, als die Verknüpfung der Landwirtschaft mit dem Lebenshaushalt. Sonst hieße dieser Text wohl auch nicht ausgerechnet "rechts".
Ich denke, man kann ihn nur sarkastisch verstehen, aus der Sicht desjenigen geschrieben, der immer noch nicht kapiert hat, was das "Braune Imperium" angerichtet hat und auch, dass die "Gefahr " rechts lauert, eben auch und besonders auf dem Lande!

Liebe Grüße - linksblau-
Gerda

Verfasst: 24.05.2011, 10:37
von Eule
Hallo Gerda, vermutlich hast Du recht ! Hatte den Text aber unpolemisch als Ausdruck eines starken Selbstbewußtseins gelesen, die Wörter rechts und braun müssen ja nicht unbedingt extrem gedeutet werden, obwohl es hier natürlich naheliegt.

"Rechte" leiten ihre Einstellung ja gerne von "rechtschaffenen" und wertkonservativen Ansichten ab, und Braunes produzieren nicht nur Kühe ...

Verfasst: 24.05.2011, 10:42
von Gerda
Genau, Arne, so habe ich es gelesen und verstanden.
Herzlich
Gerda

rechts

Verfasst: 26.05.2011, 10:10
von moonlight
Hallo Arne und Gerda,
herzlichen Dank für eure Worte und noch ein besonderer Dank für die Gedanken die ihr euch gemacht habt.

Das Gedicht ist einem Abgeordneten gewidmet.

LG
Moonlight

Verfasst: 26.05.2011, 21:10
von RäuberKneißl
Hallo Moonlight,

das klingt in seiner kurzen Form gut und prägnant. Den Titel finde ich nicht glücklich, mag an meiner mangelnden Phantasie liegen - angekommen ist bei mir "Achtung, Achtung. Es folgt ein politisch korrektes Gedicht!"- ebensowenig das 'noch' in der letzten Zeile (da denke ich gleich an die Kohlschen blühenden Landschaften, resp. die immer in Kürze anstehende Revolution des Proletariats). Letzteres ist wahrscheinlich mehr mein privater inhaltlicher Vorbehalt als ein lyrischer.
Grüße
Franz

rechts

Verfasst: 27.05.2011, 13:42
von moonlight
Auch dir lieber Franz ein herzliches Dankeschön für deine Worte.
Ich habe mich sehr gefreut über deine Zeilen.

LG
Moonlight