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8/11/10

Verfasst: 27.04.2011, 15:54
von moonlight
8/11/10


ich habe aufgehört
vor den augen meines sohnes einfach aufgehört zu atmen

cut

wachen sie auf
die stimmen all die stimmen in meinem kopf
wachen sie auf
was machen die männer in meinem schlafzimmer

cut

ich liege
angeschnallt
alles wackelt und vibriert
draußen rasen die straßenlichter oder sind es die sterne, vorbei
ernste gesichter schauen mich an

cut

mir ist so kalt.
mein sohn schaut mich angsterfüllt an

cut

wie heißen sie

cut

sagen sie ihren namen

cut

er hält meine hand
ich bin wieder da

cut

welchen monat haben wir

september

cut




© Moonlight 2010

Verfasst: 27.04.2011, 16:10
von Pjotr
Hi Moonlight,

ich sehe schwarz, weiß, dunkelblau. Verschwommene, verwackelte Formen ...


Ahoi

Pjotr

Verfasst: 27.04.2011, 17:32
von moonlight
Hallo Pjotr,
danke für deine Worte.
Das war ein Tag in meinem Leben.

LG
Moonlight

Verfasst: 27.04.2011, 17:48
von Pjotr
"8/11/10" und "September" ... besteht da ein Zusammenhang, der zum Textinhalt gehört?

Verfasst: 27.04.2011, 17:57
von moonlight
Der achte November 2010 das war der Tag an dem ich einen ..........hatte.
Ich wusste weder meinen Namen noch.....gar nichts mehr.
Als ich im Krankenhaus zu mir kam ....die Ärzte haben mich nach dem Monat gefragt.
Da habe ich mich gefreut .....ich wusste zwar nicht meinen Namen aber ich wusste es ist September.
Nur leider hatten wir November.

LG
Moonlight

Verfasst: 27.04.2011, 23:03
von Niko
hallo moonlight,

man könnte jetzt darüber reden, ob es sinn machen würde, die zweite, lange zeile zu verkürzen und eine dritte aufzumachen zb so:

ich habe aufgehört.
vor den augen meines sohnes
einfach aufgehört zu atmen.

aber das ist im grunde ebenso nicht sonderlich wichtig wie die frage, ob es nicht auch ohne interpunktion ginge, es ohne vielleicht nicht noch prägnanter wäre.

der text trifft. und sitzt. nüchtern wie er ist. diese art gedichte / lyrik gefällt mir sehr.

liebe grüße: niko

Verfasst: 27.04.2011, 23:18
von leonie
Liebe moonlight,

ich finde es schwierig zu kritisieren, wenn ein Text so persönliche Züge trägt.

Ich frage mich, warum Du ihn unter "Lyrik und Kultur" eingestellt hast?

Mir geht es so, dass ich ihn fast zu sehr als 1:1 empfinde, mir wäre lieber, er würde manches mehr "zeigen" als "berichten", zum Beispiel, woran sich in den Gesichtern festmacht, dass sie "ernst" oder "angsterfüllt" sind.

Ist nicht böse gemeint, ich hoffe, Du fasst es auch nicht so auf...

Liebe Grüße

leonie

Verfasst: 28.04.2011, 10:16
von moonlight
Hallo Niko,
herzlichen Dank für deinen Kommentar.
Ich habe es geändert findest du es so besser?

Liebe Grüße
Moonlight

Verfasst: 28.04.2011, 10:31
von moonlight
Liebe Leonie,
Ich habe es unter "Lyrik und Kultur" eingestellt weil ich "einen Blick aus dem Fenster" hatte.

Ich konnte leider auch nicht mehr "zeigen" weil für mich nicht "mehr" da war, deswegen habe ich
einzig meine Wahrnehmung aufgeschrieben.

Danke Leonie das du gefragt hast es hat mich gefreut.

Liebe Grüße
Moonlight

Verfasst: 28.04.2011, 10:43
von Mucki
Hallo Moonlight,

diese "cut" wirken auf mich zu "technisch".
Wenn du anstelle der "cuts" längere Absätze machst, geht für den Leser daraus hervor, dass hier Zeitabschnitte dazwischen liegen und du lässt dadurch dem Leser auch etwas mehr Freiraum.

Saludos
Gabriella

Verfasst: 28.04.2011, 11:08
von moonlight
Hallo Gabriella,
mein Leben hing "technisch" an der Technik deswegen wollte ich es so klar und nüchtern schreiben wie es war.

Liebe Grüße
Moonlight

Verfasst: 28.04.2011, 19:56
von Amanita
Hallo moonlight, ich finde Deinen Text schon beeindruckend - zeitweise bleibt einem fast selbst der Atem stehen! Dennoch tendiere ich zu Leonies Aussage, für mich ist der Text auch zu sehr ein Bericht.

Und die Stelle mit dem September - statt November - müsste m. E. deutlicher als Widerspruch oder Irrtum (o. ä.) heraus gestellt werden.

8/11/10

Verfasst: 01.05.2011, 11:05
von moonlight
Hallo Amanita,
herzlichen Dank für deine Meinung.
Der September..... ja vielleicht sollte ich es besser ausarbeiten.

Liebe Grüße
Moonlight

Verfasst: 01.05.2011, 13:10
von Eule
Hallo moonlight, mich beeindruckt diese in Szenen erfolgte Schilderung, die mir für den Inhalt des Textes sehr passend scheint. Gerade die Brüche und Verkürzungen transportieren erfolgreich das Erschrecken, die Überraschung und den Versuch Dich zu orientieren. Für mich eine gelungene Umsetzung !