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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 20.04.2011, 10:55

wegen Veröffentlichung gelöscht
Zuletzt geändert von leonie am 29.01.2016, 18:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 21.04.2011, 13:38

Hallo Leonie,

etwas darin lässt mich ziemlich zurückzucken, auch wenn ich vermute, dass das nicht deine Intention war. Ich denke es ist die verschleierte Frau, die sich dann mit der "Fremdheit" und den uniformierten Gesichtern verbindet. Durch die Zeile "dass einst du dort gebacken hast" höre ich eine alte Stimme, durch die Betonung von "deutschem" Mamorkuchen und Guglhupf über die die Fremdheit glasiert wird, und dem unterschwelligen Platzwegnehmen des Kindes, klingt es für mich so, als würde hier der Verlust der Kindheit mit Fremdenfeindlichkeit, bzw. einer Idealisierung der Kindheit im dritten Reich verknüpft. Die uniformierten Gesichter, die nie alt werden, erscheinen dann wie Beschützer, einer Sehnsucht.
Vielleicht aber auch eine seltsame Assoziationskette und es geht nur mir so, oder ich täusche mich, und du wolltest das thematisieren.
Wenn ich mir jedenfalls die Verschleierung wegdenke und diese eine Zeile "modernisiere" kann ich es auch anders lesen und finde den Ansatz dann schön und klanglich fein umgesetzt.

(Den Titel würde ich eher weglassen, dann atmet auch gleich der Anfang freier. Mir scheint die zusätzliche Verortung des LIch hier nicht wichtig?)

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Andreas

Beitragvon Andreas » 21.04.2011, 14:02

Hallo leonie,

dieser Text schafft in mir ein Gefühl der Traurigkeit, aber ich bin mir (ebenfalls) nicht sicher, ob so inteniert. Eine Sache, die ich mir für mein Lesen gewünscht hätte, wäre die Integration einer Zuggeschwindigkeit, mit der LIch diese Bilder wahrnimmt. Vielleicht hätte mir sogar schon ein D-Zug geholfen denn das entspricht in etwa der möglichen Aufnahmegeschwindigkeit der Bilder.

Wünsche dir und allen anderen Salonisten kreative Ostertage.
Andreas

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leonie
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Beitragvon leonie » 21.04.2011, 14:24

Okay, ich streiche sofort das "verschleiert", denn natürlich will ich auf gar keinen Fall, dass es so gelesen werden kann, wie Du, Flora, es beschreibst. Es geht um das Fremdheitsgefühl gegenüber sich selbst und den eigenen Erinnerungen...

Danke Dir und auch Dir, Andreas, ich habe in "Metronom" geändert, weil ich die Idee gut finde.

Liebe Grüße

leonie

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 22.04.2011, 10:43

Hallo Leonie,

ich habe in "Metronom" geändert, weil ich die Idee gut finde.
In einem Metronom, das den Taktschlag angibt? Ahh, gerade gegoogelt. Ist das so bekannt, dass die Zuordnung klar ist, oder passt die andere Bedeutung hier für dich auch?

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

Max

Beitragvon Max » 22.04.2011, 12:03

Liebe Leonie,

ich lese aus dem text die von natürlich auch angesprochenen Gefühle der Vertrautheit und Fremdheit udn kann mich insofern gut einfühlen als mich Ähnliches beschleicht, wenn ich in meine alte Heimatstadt zurückkehre und die bekannten Plätze sehe.

Merkkwürdig scheint mir eins:Die Bilder, der Vertrautheit, die Du in Deinem Text heranziehst, sind mir viel näher, viel mehr aus dem Leben gegriffen als die Bilder der Fremdheit, die sehr auf der metaphorischen Ebene verbleiben und dadurch den Eindruck erwecken als sei die Vertrautheit ein Gefühl, die Fremdheit aber ein Gedanke.

Irre ich mich oder ist das so gewollt?

Liebe Grüße
Max

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leonie
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Beitragvon leonie » 23.04.2011, 15:24

Liebe Flora,

ich hatte die Doppeldeutigkeit beabsichtigt...

Lieber Max,

hm, ehrlich gesagt, kann ich Deine Frage gar nicht beantworten. Ich frage mich aber, woher dieser Eindruck kommt? Würde sich etwas ändern, wenn ich das "mit Fremdheit" herausnähme?

Danke, dass Ihr Euch gemeldet habt und liebe Grüße

leonie

Max

Beitragvon Max » 24.04.2011, 12:19

Liebe Leonie,

ich glaube, Du solltest nichts ändern, denn dein gefühl hat Dich ja zu diesen Worten gebracht und das ist ja. i.a. nicht so verkehrt.

Mein Eindruck stammt von dem Gegensatz der Bilder: Für mich sind die vertrauten Bilder, der Gugelhupf und der Sand, der zwischen den Zähnen knirscht, also etwas sehr Reales. während die Fremdheit eben als solche benannt wird und mit uniformierten Gesichtern bebildert. Das sind für mich andere Bildebenen.

Liebe Grüße
Max

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Beitragvon leonie » 24.04.2011, 17:45

Lieber Max,

ich bin mir noch nicht sicher, ob ich den Schluss nicht selbst anders haben will...

Liebe Grüße und danke Dir!

leonie

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Beitragvon leonie » 25.04.2011, 10:36

Ich habe es jetzt doch noch einmal anders probiert...

LG leonie

Max

Beitragvon Max » 25.04.2011, 15:00

Liebe Leonie,

nach meinem Gefühl machen sich die Levkojen dort sehr gut (wenn ich nur wüsste, wie sie riechen ..) - es geht sicher in die Richtung, die ich ansprach.

Liebe grüße
Max

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Beitragvon leonie » 26.04.2011, 11:38

Lieber Max,

danke fürs nochmal Melden. Ich mag es jedenfalls so lieber als vorher.

Liebe Grüße

leonie

Gerda

Beitragvon Gerda » 21.05.2011, 08:35

Liebe leonie,

mir gefällt dein Text sehr. Eine Fahrt mit dem Zug (Metronom, in diesem Kontext musste ich erst nachschlagen) regt an, sich "Gedanken zu machen", beim Blick aus dem Fenster.
Dir ist es gelungen die innere Landschaft gut einzufangen und in realen Bildern zu beschreiben.
Das gefällt mir.
Vielleicht kannst du mir eines noch erklären, warum es "uniformierte" Gesichter heißt und nicht "uniforme". Die Bedeutung bleibt dieselbe, aber "uniformiert" ist ein wenig verwirrend, finde ich.

Liebe Grüße und ein schöens Wochenende
Gerda

... hab nicht geschaut, ob es schon Gegenstand der Besprechung gewesen ist.

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Beitragvon leonie » 21.05.2011, 17:34

Liebe Gerda,

danke für die Rückmeldung, ich freue mich,dass der Text Dir gefällt.

Uniform würde für mich aussagen, dass die Gesichter sich ähneln. "uniformiert" bedeutet für mich, dass erkennbar ist, dass die Menschen, die dazu gehören, eine Uniform tragen.

Liebe Grüße

leonie


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