Liebe Klara,
Versprechen müssen nicht zwangsläufig gebrochen werden
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Hier meine nochmalige Rückmeldung.
Klara hat geschrieben:Heimat ist wie die Liebe:
Erinnerung an ein Versprechen
das schon im Sagen bricht
In Sehnsucht erst hält
Ich habe lange gegrübelt, ob es so, wie es dasteht, in der Aktivform überhaupt möglich ist...
und habe mich
dafür entschieden (was nicht zwangsläufig heißt das es auch richtig ist), denn ich finde es stimming im Kontext mit der Erinnerung.
Klara hat geschrieben:Ein Leben lang gekittet, in der Hosentasche knitternd
Oft berührt und noch öfter zerrissen
Das gekittet und knitternd (obwohl ich gern - sie passieren mir ständig - Stabreime verwende), klingt mir nicht gut in de Ohren, wahrscheinlich liegt es am "i" und daran, dass ich hinter "Leben" eher "gekettet" - wegen der Heimat erwarte.
Klara hat geschrieben:Gekettet an vergangenes Wünschen, ein Zombie, oder ein Gedicht
Hier taucht mein eben vermisstes "gekettet" auf"
Mir würde "verknüpft" eher zusagen. Gekettet liegt beim Wünschen eher nicht nahe. Wünscht man sich nicht in der Regel etwas Positives, eine Veränderung zum Guten? Können Wünsche jemanden in Ketten legen, beschränken?
Ich kann mir indes vorstellen, dass man sich angebunden durch das fühlt, was andere (Eltern, Partner) als Heimat betrachteten, selbst aber nicht so empfunden hat, dann möchte man sich befreien, aber in diesem Sinn steht es m. E. nicht da..
Ein wenig weit hergeholt empfinde ich "ein Zombie, oder ein Gedicht", so beieinander stehend. Nehme ich statt "Zombie" "Untote", wird es für mich passender, wahrscheinlich weil ich es besser auf "Heimat" beziehn kann.
Das Gedicht scheint mir etwas sperrig, dadurch ein wenig verschlossen, auch wegen der vermeintlich fehleden Bezüge, die ich beim Lesen selbst immer neu herstellen muss. Ich weiß nicht, ob das von dir gewollt ist.
Klara hat geschrieben:Heimat ist wie die Liebe:
das Gegenteil von Freiheit
und raumlos im Überleben
notwendig utopisch.
Hier befreit sich der Text, klart auf, wird zur gelebten Erfahrung

Die letzten 4 Verse, finde ich absolut gesehen für mich genau treffend - wie du dir nach meiner ersten Rückmeldung denken kannst.
Die letzten vier Verse könnten ohne die aufgezweigt Entwicklung im Text für sich ein Gedicht sein.
Sie sind stimmig und rund, was die andern Verse für mich nicht wirklich sind, oder nicht sein können.
Damit werde ich nicht so ganz warm ...
Diese letzten vier Verse, finde ich für mich genau treffend, Wahrheit und Vehikel zugleich. (Wie du dir nach meiner ersten Rückmeldung bestimmt schon gedacht hast). Sie machen das Gedicht für mich aus.
Liebe Grüße
Gerda