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Pallas Acetyl

Verfasst: 04.04.2011, 21:50
von RäuberKneißl
Pallas Acetyl

Umrankt die Fesseln der Göttin.
Schwarz das umgürtet‘ Gewand.
Hände mit Henna berieben,
färbten, berührte sie: rot.

Sauer stößt das auf. Jeder Blick
durch faulige Schleier. So gnädig
umspielt die Knöchel, so mächtig
die Last auf dem stumpfen Helm.

Unsereins tötete keine Schwester,
nicht schreckte das eigene Bild
im Schild des tückischen Vaters.
Keine Rüstung wuchs je am Leib.

Kopfgänger sind wir, endlich,
auf dem Weg durchs Gebirg.
Touchpads die Fußsohlen
für Regen, für warmen Wind.

Keine Weisheit. Stattdessen
Tabletten, Bläschen im Glas.
Unsere Köpfe waren
nie genügend entzwei.

Verfasst: 05.04.2011, 11:30
von leonie
Auch, wenn ich es nicht ganz zu verstehen glaube: In mir entsteht das Bild,, dass der Autor vor einem Kunstwerkstand, das die Pallas-Athene-Statue verfremdetet und sich dann dazu Gedanken machte.
Ich finde den Text beeindruckend!

Liebe Grüße

leonie

Verfasst: 05.04.2011, 17:33
von Eule
Hallo Räuber, ein Text der provoziert und klassische mit modernen Bildern vermischt. Wer ist eigentlich die Pallas Acetyl, die da traumwandlerisch und selbstbewußt durchs Leben zieht ? Und warum wirkt der Text kritisch und sympathisch zugleich ? Wird da etwa ein Archetypus angesprochen ? Herzliche Grüße !

Verfasst: 05.04.2011, 17:54
von RäuberKneißl
Hallo,
das Acetyl kommt von der Acetylsalicylsäure, ASS, z.B. im Aspirin. Sonst gehört natürlich die Athene zur Pallas (die hier als Schwester bezeichnet wird, was sie im Mythos faktisch waren).
Nur um kein Rätselraten aufkommen zu lassen, ich weiß nicht recht, wo man so Zugangserleichterungen am besten platziert (hatte ja etwas auf die Bläschen im Glas gesetzt). Jetzt hoffe ich nur, dass andere das nicht als Spoiler empfinden ...
Danke und Grüße
Franz