als es kuckuckslicht wird, buchenhimmel sich öffnen und den blick freigeben auf die sterne,
verlässt du die wälder, schleppst dich durch schneesand und land, das du nicht wiederkennst.
im dunkel singt die brandung, ganz nah scheint ein meer. es riecht nach muscheln und tang
und klingt so fremd.
die schatten fließen aus der vorzeit an den rand der wege. wenn du versuchst, sie zu berühren,
werden sie zu blauen vogelrufen und zum wind in den wiesen.
ganz selten triffst du die anderen. auch sie gehen immer allein.
einer von ihnen verkauft dir die worte, geschrieben auf dünnem papier.
du weißt sie nicht mehr zu deuten, doch morgens, wenn du dich birgst, in einem neuen versteck,
flüstern sie sich in deine träume.
du weißt dann, was war, wer du bist.
so lange, bis du erneut erwachst, unter den sternen, im schutz der bäume und weiterläufst, als gäbe es ein ziel.
über leben
-
Max
Liebe a.,
was ich an diesem Text mag: Dass er die mysthische Stimmung einer Nacht nicht nur beschreibt, sondern erzeugt (sprachlich durch eine feine Wortwahl, das "Bergen" an den Tagen z.B. und ein Spiel mit den Bildern, wie die Worten, die geschrieben sind "auf dünnem Papier").
Probleme hatte ich anfänglich nur mit den Wortschöpfungen am Beginn des Textes, dem "kuckuckslicht" und dem "buchenhimmel", die ich zwar an sich sehr schön finde, die es mir aber erschwert haben, in den Text zu finden und beispielsweise zu bestimmen, ob es sich bei dem "als" um eine Präposition handelt, die die Tages- oder die Jahrezeit eingrenzt.
Gern gelesen!
Liebe Grüße
Max
was ich an diesem Text mag: Dass er die mysthische Stimmung einer Nacht nicht nur beschreibt, sondern erzeugt (sprachlich durch eine feine Wortwahl, das "Bergen" an den Tagen z.B. und ein Spiel mit den Bildern, wie die Worten, die geschrieben sind "auf dünnem Papier").
Probleme hatte ich anfänglich nur mit den Wortschöpfungen am Beginn des Textes, dem "kuckuckslicht" und dem "buchenhimmel", die ich zwar an sich sehr schön finde, die es mir aber erschwert haben, in den Text zu finden und beispielsweise zu bestimmen, ob es sich bei dem "als" um eine Präposition handelt, die die Tages- oder die Jahrezeit eingrenzt.
Gern gelesen!
Liebe Grüße
Max
Liebe Allerleirauh,
"die schatten fließen aus der vorzeit an den rand der wege
wenn du sie berührst
werden sie zu blauen vogelrufen und
zum wind in den wiesen"
Das Paradox, dass die Schrift Erinnerung ermöglicht in der ewigen Wiederkehr. Und doch von einem Fremden stammt.
Mehr ist nicht zu sagen... und ich finde es berührt mich immer noch, nach der langen Pause!
Ich hatte dir schon mal privat zu diesem Text geschrieben. Habs leider nicht mehr, deshalb kann ich nicht genau die Veränderung benennen: zumindest die Setzung.
Liebe Grüße, Carl
"die schatten fließen aus der vorzeit an den rand der wege
wenn du sie berührst
werden sie zu blauen vogelrufen und
zum wind in den wiesen"
Das Paradox, dass die Schrift Erinnerung ermöglicht in der ewigen Wiederkehr. Und doch von einem Fremden stammt.
Mehr ist nicht zu sagen... und ich finde es berührt mich immer noch, nach der langen Pause!
Ich hatte dir schon mal privat zu diesem Text geschrieben. Habs leider nicht mehr, deshalb kann ich nicht genau die Veränderung benennen: zumindest die Setzung.
Liebe Grüße, Carl
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