o.T.

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 18.03.2011, 10:45

Könnte ich
Worte um mich manteln
wie eine Muschel.

Worte
die auf hölzernen Fensterbänken
Weite atmen und
in denen
-hält man sie sich ans Ohr -
ein Ozean singt.


Zweitfassung:

Könnte ich
Worte um mich manteln
wie eine Muschel.

Worte
die auf hölzernen Fensterbänken
Weite atmen.

In denen
hält man sie sich ans Ohr
ein Ozean singt.


Erstfassung:

Könnte ich
Worte um mich manteln
wie eine Muschel.
Vielleicht fände sie einer.
Irgendwann.

Worte
die auf hölzernen Fensterbänken
Weite atmen und
in denen
hält man sie sich ans Ohr
ein Ozean singt.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 10:58

Finde ich sehr schön!

Nur das "irgendwann" im Text braucht's m. E. nicht. Ich würde wahrscheinlich sogar "Vielleicht fände sie einer" weglassen, aber das ist wohl eine Frage der Perspektive ...

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leonie
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Beitragvon leonie » 18.03.2011, 12:12

Liebe Amanita,

das ging ja schnell, danke Dir!
Ich glaube, Du hast recht, ich streiche die Zeilen und mache ein o.T. draus.

Liebe Grüße

leonie

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Eule
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Beitragvon Eule » 18.03.2011, 15:17

Hallo leonie, ein schöner Text ! Klein, aber fein, enthält er die ganze Weite menschlicher Träume und Wünsche, wie dies ein besonderes Buch z.B. auch könnte. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 15:24

Du, leonie, ich würde nicht 3 Dreizeiler draus machen. In der Erstfassung hattest Du 5 + 6 Zeilen, dann gehen doch auch 3 + 6? Ich finde die Zusammenfassung - II. Teil - nämlich viel besser! Durch die Gleichzeitigkeit entsteht ein deutlicheres Bild, meine ich!

Mucki
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Beitragvon Mucki » 18.03.2011, 15:29

Hallo leonie,

die Streichung der beiden Zeilen in Strophe 1 tut ihr gut, finde ich. Auch, dass du den Text in 3 Abschnitte unterteilt hast, gefällt mir gut. So wirkt es freier, leichter.
In Strophe 3 kommt mir der Satzbau ein wenig hölzern vor.
leonie hat geschrieben:In denen
hält man sie sich ans Ohr
ein Ozean singt.

Was hältst du davon, auch hier in der Ich-Form zu schreiben:

In denen ich sie mir
ans Ohr halte.
Ein Ozean singt.


Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 15:39

Gabriella, das ist dann aber ein völlig anderer Satz!

Ich finde das "man" gut, das klingt so scheinbar-üblich, dass man sich Worte ans Ohr hält (wie man es mit einem Meeresschneckenhaus tun kann). Vielleicht - ich hatte auch schon Überlegungen in diese Richtung angestellt - sollte man die Zeile "hält man sie sich ans Ohr" irgendwie herausstellen oder abtrennen, damit die grammatische Struktur schneller deutlich wird? Ich weiß jetzt nur nicht, was leonies Stilmittel wäre - Gedankenstriche oder Klammern ... oder was sonst noch ginge!

Mucki
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Beitragvon Mucki » 18.03.2011, 15:46

Ja, ist schon klar, Amanita,

ich fände aber den Bezug, zurück zum LI schön, der sich dadurch ergäbe. Muss leonie wissen, ob das für sie stimmig wäre oder nicht.

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leonie
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Beitragvon leonie » 18.03.2011, 16:03

Hallo, liebe Gabriella und Amanita,

es ist doch erstaunlich, dass man auch an kleinen Gedichten noch so viel verändern kann und es sich auswirkt...
Ich habe mich jetzt entschlossen, doch nur zwei Strophen zu machen, weil so in der zweiten Strophe sich die Wellen des Meeres ein wenig abbilden. Ich möchte lieber bei einem lyrIch bleiben, weil es mir darum geht, mit den Worten andere zu erreichen. Aber ich nehme Gedankenstriche dazu, damit es nicht zu verwirrend ist. Danke Euch beiden!

Danke, Arne, dass Du es so verstehst, ich freue mich drüber!

Liebe Grüße

leonie

Mucki
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Beitragvon Mucki » 18.03.2011, 16:20

Hi leonie,

ja, das gefällt mir viel besser, es wirkt nicht mehr so hölzern, da jetzt klar ist, wo man die Pausen machen muss beim Lesen.

Nur das "und", das du in der 2. Fassung schon rausgenommen hattest, würde ich hier auch wieder rausnehmen und noch ein Leerzeichen nach dem ersten Gedankenstrich, also so:

Könnte ich
Worte um mich manteln
wie eine Muschel.

Worte
die auf hölzernen Fensterbänken
Weite atmen
in denen
- hält man sie sich ans Ohr -
ein Ozean singt.



Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 16:29

Einspruch!!! Das und "muss" bleiben! Ich überlege aber, ob es vor "in denen" nicht etwas besser aufgehoben wäre.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 18.03.2011, 16:53

Amanita hat geschrieben:Einspruch!!!

das hast du schon öfter geschrieben bei Kommentaren, Amanita. Stehen wir hier vor Gericht? :blink2:
Ohne das "und" klingt es in meinen Ohren sehr viel weicher.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 16:57

Nee, ist doch auch nicht "bier"ernst gemeint, Gabriella, da jeder Protest dieser Art eh subjektiv ist ...

Schau doch mal, das muss hatte ich auch extra mit Anführungszeichen versehen.

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leonie
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Beitragvon leonie » 19.03.2011, 11:43

Hm, wenn ich das "und" in die andere Zeile nehme, geht das Wellenförmige aber ein wenig verloren...
Ich danke Euch fürs Mitdenken!

Liebe Grüße

leonie


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