o. T.

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 15.03.2011, 22:17

vergrünt
zerblaut es
in feuchtgrau, fleischrosa
streifen und falten, das
blütenblatt

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 18.03.2011, 10:52

Hallo Amanita,

mit diesem Elfchen werde ich noch nicht so recht warm.
Die Farben stehen mir zu isoliert nebeneinander, um die Veränderung und die Zeit wirklich spürbar zu machen. Das liegt sicher auch am ersten Wort, das sich für mich mit dem "zerblaut" beißt. "Grünes zerblaut" könnte ich schon wieder ganz anders lesen.
Und indem du am Ende das Blütenblatt benennst, wirkt es für mich wie eine Rätselauflösung oder eine Pointe mit "tata" und verliert darin seine eigentlich Kraft. Da es hier ja losgelöst vom Elfchendialog ist, würde ich das umkehren und das Blütenblatt an den Anfang stellen. Das würde auch für das Ende nochmal Luft für ein neues Wort, einen verbindenden Gedanken schaffen.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 11:06

Vielleicht so?


blütenblatt

regenschwer
zerblaut es
in feuchtgraue, weiche
streifen und falten, im
september

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 18.03.2011, 11:55

Die Doppelung von "regen" und "feucht" würde ich vermeiden und das "Fleischige" hat mir gut gefallen. :) Und eine Pointe hast du immer noch drin, nur hat sie sich vom Blütenblatt auf die Jahreszeit verschoben.

Vielleicht etwas in diese Richtung?

blütenblatt
grünes zerblaut
in fleischgraue, weiche
streifen und falten - fallen
regenschwer
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 15:13

... dann gebe ich das Textlein auf. War auch nicht so wichtig! Ich war beim Elfchen zu spät gewesen - und fand es für den Eimer zu schön.

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Eule
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Beitragvon Eule » 18.03.2011, 15:20

Hallo Amanite, mir gefällt die zweite Fassung. Wer würde schon behaupten wollen, Blumen hätten immer nur eine, genau festlegbare Blütenfarbe ?
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 18.03.2011, 16:11

... dann gebe ich das Textlein auf. War auch nicht so wichtig! Ich war beim Elfchen zu spät gewesen - und fand es für den Eimer zu schön.
Weil ich kritisiert habe, gibst du den Text auf? :confused:
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 16:26

Ja und nein, Flora! Nicht wegen kritischer Worte, sondern wegen zu starker Veränderung(stendenz). Als ich sah, dass Dir der September immer noch zu "pointig" (dolles Wort!!) war, wusste ich, dass was ganz anderes rauskommen würde, wenn ich darauf eingehe. Bei so kurzen Texten ist diese Gefahr ja immer präsent.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 18.03.2011, 16:27

Hallo Amanita,

den Vorschlag von Flora fand ich sehr schön und ihre Version weicht doch gar nicht so sehr von deiner Ursprungsversion ab?
Nix Papierkorb!

Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 16:32

Gabriella, obwohl es nur kleine Abweichungen sind, spüre ich: Es ist nicht (mehr) meine Sprache. Da genau hatte ich ja keine Lust mehr, weiterzudenken ... diese Version ist schon zu weit weg!

Mucki
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Beitragvon Mucki » 18.03.2011, 16:49

schade ...

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 18.03.2011, 19:46

Hallo Amanita,
Da genau hatte ich ja keine Lust mehr, weiterzudenken
Hm. Schade, denn da steht ja schon bewusst "Vielleicht" und "in diese Richtung", weil es ein Impuls zum Weiterdenken sein sollte. Außerdem ist das doch nur eine Einzelmeinung.
wusste ich, dass was ganz anderes rauskommen würde, wenn ich darauf eingehe.
Wäre ja die Frage, ob das schlimm wäre, wenn auch für dich etwas gutes anderes rauskommen würde? Und warum sollte es denn etwas "ganz anderes" werden, wenn du es nicht willst? Ich sehe das nicht als Gefahr, sondern als eine Möglichkeit am Text und der Idee zu arbeiten.

Liebe Grüße
Flora
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 18.03.2011, 22:59

Flora, jeder Text, jede Situation ist halt anders. Manchmal wünscht man sich (latent jedenfalls) eine Veränderung, ein andermal will man partout keine, und hier war mir eben nach Aufgeben oder Schublade zumut. Kommt einfach vor und zeigt, dass die Zusammenhänge immer wieder neu gemischt und gesponnen werden und es kein Patentrezept gibt.


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