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am billriff

Verfasst: 01.03.2011, 15:34
von Thomas Milser
am billriff



was
wenn ich dieses spiel jetzt abgäbe

in einer düne versänke
und strandhafer
auf mir wurzelte

oder ich ein letztes mal
die venus beträte

und im regen
mit den kegelrobben
in der flachen brandung
einvernehmen erzielte

am billriff
allein und nacktgefroren

-

verlöre ich
das bewusstsein
oder diesen stift
hier am meer

ich weinte nicht darum

Verfasst: 01.03.2011, 16:00
von Mucki
Moin Tom,

ein Gedicht ganz á la Thomas Milser, dem weichen Kern in dir. ,-)
Mir gefällt es außerordentlich gut, die Wehmut darin spricht mich sehr an, berührt mich.

Liebe Grüße
Gabi

Verfasst: 01.03.2011, 18:01
von Amanita
Warm und kalt gleichzeitig - toll.

Verfasst: 01.03.2011, 18:22
von Quoth
Das schönste Konjunktivgedicht seit langem!
Quoth

Verfasst: 03.03.2011, 13:15
von Thomas Milser
Vielen lieben Dank an Euch!

Das mit den Konjunktiven ist mir beim Schreiben gar nicht so aufgefallen :o)

Den Text hatte ich zum diesjährigen Wettbewerb im Salon eingereicht, aber die Jury hatte wohl einen schlechten Tag erwischt, und so habe ich nichtmal eine Salon-Antho gewonnen :o)

Jedenfalls wird dies der vorerst letzte Text sein, den ich hier einstelle. Es stehen einige weiterreichende, literarische Projekte an, und das kommt sich mit der Arbeit hier in die Quere.

Es wird also ne ganze Weile still werden um mich im Salon, jedenfalls, was eigene Werke angeht. Ich bedanke mich einstweilen für die vielen kreativen und kenntnisreichen Beiträge von Euch Salonleuten, die mein Schreiben erheblich beeinflusst und verbessert haben in den letzten Jahren.
Ich gehe jetzt mal eine Zeitlang andere Wege.
Ich komme aber wieder. Das ist kein Versprechen, das ist eine Drohung :o)

Wir lesen uns!

Euer Tom.

Verfasst: 04.03.2011, 14:35
von Quoth
Hallo Thomas,
ich wünsche Dir bei Deinen "weiterreichenden literarischen Projekten" das bisschen Glück, das auch der Tüchtige braucht. Jüngst hörte ich von einer Autorin, die vom Agenten nur entdeckt wurde, weil dessen Mitarbeiterin krank war - sie hatte diese Autorin immer abgeschmettert und hätte es auch weiter getan ... Das meine ich mit dem "bisschen Glück". Denn sicherlich wirst Du versuchen - wie wir ja eigentlich alle - Dir ein Plätzchen auf dem Büchermarkt zu ergattern. Teile mit, wenn's gelingt - ich bin Dein erster Kunde! Dein kompromissloser Authentizitätsansatz, so gefährlich er ist, hat mir immer imponiert, gerade weil ich ihn nicht kann!
Gruß
Quoth

Verfasst: 04.03.2011, 15:17
von Thomas Milser
Nette Worte, Quoth!

Danke ...

Verfasst: 04.03.2011, 15:48
von Trixie
hi tom

ich mochte den text schon als er beim wettbewerb dabei war (saß ja nicht in der jury).
er hat etwas klassisch tomsches und ist doch irgendwie... ausgereift würde ich sagen. ich finde, hier sitzt jedes wort und jede leerzeile wie angegossen. das bild brauch ich nicht dazu, ich seh da was eigenes entstehen und das seh ich gerne so für mich.

liebe grüßchen
die trix

Verfasst: 04.03.2011, 16:38
von Thomas Milser
Dankeschön, Trixchen :o)

Hab gerade gesehen, dass das Bild eh gar nicht zu diesem Text gehört, sondern zu 'treibholz' ... ich brauch dringend Uuuurlaub ... :o)

Verfasst: 04.03.2011, 20:15
von Max
Lieber Tom,

das ist besonders schön, wenn man weiß, wo es hingehört (also wo das Billriff liegt) - wer es geschrieben hat, sieht man sofort.

Hat mir sehr gut gefallen.

Merci
max

Verfasst: 10.03.2011, 15:00
von leonie
Lieber Tom,

genau, dazu wollte ich noch was schreiben. Ich finde auch, das ist ein ganz feiner Tom-Text. Für mich klingt das nach einem Moment, der ein wenig wehmütig ist, aber doch in erster Linie geprägt von einem "Eins-Sein". Mit sich, mit dem um sich herum. Als sei man aus der Zeit gefallen.
Manches sortiert sich neu in solchen Augenblicken, glaube ich. Sie sind so, dass man sie nicht vergisst. Auch dann nicht, wenn man keinen Stift dabei gehabt hätte.

Der Text trägt dazu bei, dass Juist und das Billriff zu den Orten gehören, zu denen ich in meinem Leben unbedingt noch mal hin möchte.

Sehr fein.

Liebe Grüße

leonie

Verfasst: 11.03.2011, 16:29
von Teya
Hallo Tom,

diesen Text kann ich wieder und wieder lesen. Weil ich ihn lese, wie ich einen Leonard-Cohen-Song höre: ganz bewusst, in den richtigen Momenten, immer, wenn ich ein bisschen was von der Melancholie nehmen will, die in ihm konserviert ist.

Insofern: Große Musik.

Teya

Verfasst: 11.03.2011, 16:35
von Thomas Milser
Das sind alles sehr schöne Kommentare ... freut mich sehr ...

Verfasst: 11.04.2011, 14:24
von jondoy
Hi Tom,

hab gelesen, das diese Stimmung prämiert wurde (grins), und sie mir jetzt mal an die Brust gelegt, kannte den Text bisher gar nicht,


....wär was, sie im original zu lesen auf dieser sandbank, im winter bei strömenden regen,
damit dieses `allein und nacktgefroren´ so richtig Überzeugung bekommt,

nachdem so eine Girlande mit feinsinnigen Lobeshymnen unter ihm herabpurzelt, häng ich noch ein Schildchen dran:
Nicht meins!
Mir ist dieser Text - vom Ton her - zu intellektuell. Er würde mich nicht ansprechen, jedenfalls nicht spontan.

Tom, leih mir mal kurz Worte von dir aus....

....für die vielen kreativen und kenntnisreichen Beiträge von Euch Salonleuten

S.