Lieber Niko,
(nach langem schreib ich mal wieder nen Kommentar...*hallo sag*)
Eigentlich mag ich solche du-ich-wir-Vermythelisierungen nicht so, da mir das dann immer mehr (in meinem Kopf) zu sehr ins Philosophische abgleitet und ich nicht umhin komme, über das "Sein" und das "Selbst" und das "Andere" nachzudenken.
So ging es mir auch hier beim Titel.
Naja, also gelesen hab ich trotzdem, und auch mehrere Male.
Bei mir passiert da einiges, und einige Verse im Text fallen mir auf, d.h. bleiben hängen; darüber sinn ich nach.
Ich mag die Idee des "wir"; sogar sehr. Leider ist das im Gedicht aber ein ziemlich schwerer Weg mit viel labyrinthnem Gestrüpp und so.
Was ich meine, sind so Wortkombinationen, die ich zwar als originell empfinde, die für mich aber hohl bleiben und flach; irgendwie aufgeblasen wie Ballons mit Luft. Ich hätt lieber Konfetti in den Ballons, wenn du verstehst, was ich meine
zB:
geerdete schwerelosigkeit...ist mir einfach schon zu hölzern
schön ist aber das, und dazu brauch ich dann eigentlich gar nicht dieses ganze Gebausche:
dem wort das wort zu entziehen
atemlos
dem sehnen die luft zu nehmenhier
auch umständen zum opfer
die immer dringlicher
nach der eingleisigkeit der
dreidimensionalität rufenist dann aber wohl der Teufel des vergeistigenden Vermythelisierens mit dir durchgegangen...boah, die Eingleisigkeit der Dreidimensionalität!
Das Wort "befriedend" kommt mir auch irgendwie komisch vor, seltsam fehl am Platz. Schade, dass vor so einem schönen Vergleich wie mit den "Schleusen über dem Wehr" so etwas (mAn) Plattes wie "samtene Sprachlosigkeit" kommt. Innerlich sag es in mir *error, error, error*, denn an vielen Stellen bringe ich die Sprache des Textes, der einzelnen Verse nicht mit einander so in Einklang, dass es tatsächlich klingt. Es ist ein Bisschen wie beim Hürdenlauf im Wald: da muss ich durchs elendig glitschige und wirrige Gestrüpp und über Wurzeln, die schon fast Zäune, um dann auf wunderbar weichem, saftig-grünem Moos zu landen...und dann stehen ein Paar hässliche Baumstumpen im Weg, oder so. So fühl ich mich beim Lesen dieses Textes.
Schön aber doch wieder das Ende. Ah, ich bin auf der Waldlichtung des Gedichtes angekommen...
Ich finde es schade, dass so eine schöne Wir-Essenz von für mich zu viel Verdichtereidingelchen aufgedunsen wird, sich so aber nicht richtig entfalten kann, da da eben immer diese (scheinbare) "Hochmetaphorik" rumschwirrt.
Mit besten Grüßen