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taucht der tag hinab

Verfasst: 16.02.2011, 00:28
von Mucki

taucht der tag hinab
gehe ich auf
in meinen händen

lasse sie von der leine
sie denken nicht
fließen frei im fieber
was tun sie
schau ihnen zu

nur und nur dann
wenn der tag hinabtaucht
gehe ich auf im nachgeben



Kurzfassung dazu aus dem Lyr. Dialog vom 24.4.2010

taucht der tag hinab
gehe ich auf
in meinen händen

Verfasst: 16.02.2011, 19:55
von noel
mir fehlt etwas in dem text
& dennoch meine ich mich
1:1 in ihm zu finden...
vielLeicht schEint er mir nur zu klar....
vielleicht zu unverspielt,
zu direkt
& doch fiNDe ich mich in ihm

Verfasst: 16.02.2011, 20:03
von Mucki
Hola noel,

du findest dich im Text wieder. Was will ich mehr? ,-)))
noel hat geschrieben:vielleicht zu unverspielt,

das Verspielte steckt in dem, was da losgelassen wurde. Würde ich es explizit benennen, würde das "fieber" sinken, das ja gerade ansteigt.

Saludos
Gabriella

Verfasst: 16.02.2011, 22:35
von Teya
Hallo Gabriella,

der Text gefällt mir sehr gut. Spricht mir voll aus der Seele. Auch wenn ich den Zustand, "meine Hände von der Leine und frei im Fieber" fließen zu lassen (zwei sehr schöne Bilder), gern öfter erreichen würde. Immerhin weiß ich inzwischen, dass ich ihn, wenn überhaupt, nur nachts erreichen kann. Deshalb ist auch das Einzige, was ich am fiesen Hamburger Winter mag, die Tatsache, dass nicht schon um 4 Uhr der Morgen graut, zumindest, wenn ich gerade an einem Text sitze.
Beeindruckend finde ich auch, wie du am Ende den Anfang nochmal aufgreifst und ihm ein Wort hinzufügst, das den Mittelteil perfekt zusammenfasst. Das Nachgeben (können) als Schlüssel zum Besonderen, und eben nicht das Anspannen und Pressen. Eine Wahrheit, die man so oder so ähnlich vielleicht schon mal gehört oder am eigenen Leib erfahren, aber bestimmt noch nicht so schön gelesen hat.

Lieben Gruß
Teya

Verfasst: 16.02.2011, 23:14
von Mucki
Hallo Teya,

ja, gerade im Nachgeben kann man oft so richtig aufgehen.
Ich freu mich über deinen Kommentar, wie du den Inhalt aufgreifst und natürlich darüber, dass dir das Textlein gefällt. ,-)))

Saludos
Gabriella

Verfasst: 18.02.2011, 02:38
von Gerda
Liebe Gabriella,

du hast eine schön Bildprache gefunden, für die Kreativität, die sich nachts entfaltet.
Den Aggregatzustand des creative flow, wenn rundherum alles ruhig ist und man von der Dunkelheit eingehüllt, alles fließen lassen kann, was sich an Energie Bahn brechen möchte, kennen viele sicher aus eigener Erfahrung.
Dieses ... "gehe ich in meinen Händen auf" ... ist sehr schön und trifft es beim bildnerisch Schaffenden.
Etwas ist für mich noch nicht rund und zwar die Gegenüberstellung von "Abtauchen" und "aufgehen" ...
Das "Aufgehen" verstehe ich im übertragenen Sinn: Die Hände beginnen sich zu rühren und führen eine Art Eigenleben um etwas zu erschaffen.
Aber ich kann nicht erklären, weshalb ich das "Abtauchen" als nicht hundertprozentig passend empfinde. (Es reicht mir nicht, einfach zu sagen, wenn auf der einen Seite "Aufgehen" steht, müsste auf der anderen "Untergehen" stehen.
Es ist ein vages Gefühl, ich denke noch mal darüber nach.

Liebe Nachtgrüße
Gerda

Verfasst: 18.02.2011, 07:42
von Amanita
Liebe Gabriella!

Den Titel finde ich genial - klanglich, inhaltlich, rhythmisch.
Bitte sei mir nicht bös': Jedesmal, wenn ich den ganzen Text lese, bin ich beinahe enttäuscht, dass es nicht so weiter geht. Das Gedicht selbst klingt für mich viel alltäglicher, normaler, rhythmisch weniger gekonnt als die Überschrift.

Verfasst: 18.02.2011, 10:51
von Mucki
Liebe Gerda,

ja genau, dieses Eigenleben des kreativen Schaffens nachts versuche ich hier darzustellen.
Ich schreibe "taucht ... hinab", da es für mich leichter, wesentlich positiver klingt als "untergehen" und für mich auch irgendwie einen fließenderen Vorgang darstellt.

Hallo Amanita,

diesen Text habe ich hier schon mal eingestellt, im Lyrischen Dialog. Damals war es jedoch nur die Kurzfassung, die lautete

taucht der tag hinab
gehe ich auf
in meinen händen


Vielleicht kannst du mit der Kurzfassung mehr anfangen. ,-)

Danke euch beiden!

Saludos
Gabriella

Verfasst: 18.02.2011, 12:50
von Amanita
Stimmt, die Kurzfassung - die ich nicht kannte - finde ich besser!

Verfasst: 18.02.2011, 12:58
von Mucki
Manchmal ist weniger wohl tatsächlich mehr. ,-))

Verfasst: 18.02.2011, 13:02
von Amanita
Mit dem "Rest" ließe sich doch auch arbeiten! Nur m. E. nicht mit dem Titel!

Die Kurzfassung im Auge, kann ich auch besser beschreiben und begründen, was ich meine: Der Titel ist selbst so dermaßen stark, dass er unbedingt wesentlicher Teil des Gedichts sein muss! Und das geht vermutlich nur mit einem kurzen Text auf.

Verfasst: 18.02.2011, 13:11
von Mucki
Ja, vielleicht ist es so, wie du schreibst. Wobei es ja eigentlich kein Titel ist im eigentlichen Sinne, sondern halt die erste Zeile.
Den "Rest" möchte ich nicht ändern. Ich nehme am Ende ja wieder Bezug zum Beginn, wobei ich hier den Bezug etwas ausweite. Für mich ist das schon stimmig so.
Sei es drum. Gibt es halt zwei Versionen. Hier die lange, im Lyr. Dialog die kurze. ,-)

Verfasst: 18.02.2011, 13:33
von Gerda
Liebe Gabi,

ich habe die erste Zeile nicht als Titel gelesen. ich finde es wichtig, diese erste Zeile mit dem Schluss des Gedichtes im Zusammenhang zu betrachten, wie auch Teya es gesehen hat. Hier schließt sich doch (d)ein Kreis, den du gezeichnet hast.
Auch wenn ich meine kleine Unsicherheit mit dem Verb "abtauchen" bisher nicht ausräumen konnte, meine ich, dass diese Zeile so wie sie dort steht genau richtig ist ... eben nicht als Titel sondern als Anfang des Gedichtes.

Liebe Grüße
Gerda

Verfasst: 18.02.2011, 13:39
von Amanita
Hm, dann finde ich den Fettdruck aber (etwas) irritierend ...