Gepäck

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 15.02.2011, 17:51

Gepäck



Komm, Mädchen mit dem Koffer
zeig mir was du trägst
durch dunklen Schneetau
über Straßen ziehst
und dir verdirbst


Den Fleck da an der Wand
der als mein Fiebertier
durch Feuerträume schreitet

Hier Salamandergold, das
im brackigen Wasser brennt
und die Monde begrüßt

Perlentöne von meinem Klavier
wenn aus hitzigem Schlaf
ich ins Frühe spazierte

Die Angelusglocke
die auf der Höh so blechern
den Abend begann, begann

Im Sommer das Farbenmeer
wenn die Blütenhäute
sanft in den Wind sprachen

Und Lieder vom Gegenüber
wo alles bang im fischigen
Abwasserbach dröhnte

Die Lügen, die ich im splittrigen
Schrank versteckte und
schweißig hinunterschluckte

Die Flucht in die Welt
und immer wieder zurück

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 27.02.2011, 16:51

Schade, dass sich hier noch niemand gemeldet hat! So schlecht, so doof? Oder habt Ihrs schlichtweg übersehen?

:pc0034:

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 28.02.2011, 00:22

Hallo Amanita!

Hm, warum gibst du denn nicht erst mal da, also bei den Texten, zu denen sich jemand gemeldet hat (-> Arne), eine Rückmeldung? Ansonsten stünde uns einiges an ziemlich anstrengendem "Nebeneinander-her-reden" bevor ;-)

Ansonsten gibt es halt manchmal Gedichte, zu denen niemand etwas zu sagen weiß...

Darf doch auch mal sein. Ich glaube, davon sind auch schon welche in die Anthologie gewählt worden :-)

Wenn jedoch die Auswahl aus "schlecht/doof" und "nicht bemerkt" besteht, muss ich mich für's erste entscheiden - das zweite verschließt sich mir ja mit dem Schreiben dieser Zeilen ;-)

Aber ich fasse einfach mal eine andere Möglichkeit ins Auge. Die besteht darin, dass dieses Gedicht nichts für mich ist. Meinem Empfinden nach gibt es Gedichte, die umso weniger Gedicht sind, je mehr sie es sein wollen. Und dieses Gedicht hier will mit jeder Faser seines Seins Gedicht sein...

Meinem Empfinden nach, wohlgemerkt! Das ist allerdings so etwas wie eine Kompassnadel, die nach Süden zeigt; was ja eigentlich ein gutes Licht auf deine Zeilen wirft.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 28.02.2011, 08:06

Hm, ha, wenn ich nichts "rückzumelden" habe, dann lass ich es (im anderen Strang). Oder bin ich da eine Antwort schuldig und habs übersehen? Hier "muss" ja ebenfalls niemand was sagen, nur manchmal ist man halt neugierig: Obs ankommt, obs nach Änderungen ruft - kennt Ihr doch alle.

Zu Deinem Statement, ferdi: Der Faktor des Gedichtseinwollens ist ein interessanter! Das ist nämlich etwas, was mir nie Kopfzerbrechen macht: Die Kategorisierung. Vielleicht ein paar Sekunden, wenn ich hier eine passende Rubrik finden will; aber beim Schreiben spielt es keine Rolle.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 28.02.2011, 09:10

Hallo Amanita!

Du fordest von anderen Nutzern durch einen weiteren Beitrag ausdrücklich die Beschäftigung mit deinen Gedichten ein, hältst es aber nicht für nötig, denen gegenüber, die das "freiwillig" tun, einen kurzen Satz und ein "Danke für deinen Kommentar" dazulassen?!

"Schuldig" bist du natürlich nichts. Aber wie das Messen mit zweierlei Maß sieht das schon aus für mich. Schließlich möchtest ja nicht nur du wissen, wie dein Gedicht ankommt, sondern auch der Kommentierende, wie sein Kommentar ankommt.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 28.02.2011, 12:50

Neinneinnein, geht alles in eine falsche Richtung. Ich habe ja niemanden direkt angesprochen.

Aber gut, vielleicht kann ich "nichtssagend" daraus schließen. Ist ja immerhin was. Also: Danke für Deinen Kommentar.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 28.02.2011, 17:00

Hallo Amanita,

zu deinem Gedicht kam keine Rückmeldung von mir, weil ich es nicht verstehe.
Da sind - meiner Meinung nach - zu viele Bilder und Verortungen drin: Koffer durch dunklen Schneetau, Fleck an der Wand, Fiebertier in Feuerträumen, Salamandergold im brackigem Wasser, Perlentöne vom Klavier, Angelusglocke auf der Höh, Sommer im Farbenmeer, Lügen im splittrigen Schrank. Ich bringe sie nicht in einen Zusammenhang. Wie gesagt, ich verstehe es nicht, finde keinen Zugang.

Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 28.02.2011, 17:06

Hallo Gabriella, dann hätte ich doch irgendwie mit dem Begriff Kindheit arbeiten sollen ...

"Verstehen" muss man nicht alles, aber die Richtung weisen müsste ich schon ... könnte natürlich auch was weglassen ...

Mucki
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Beitragvon Mucki » 28.02.2011, 17:23

Hallo Amanita,

ja, so eine Art "Wegweiser" fehlt mir hier. Erzählgedichte sind m.E. an sich schon schwierig zu gestalten. Das Thema "Kindheit" kam mir jetzt z.b. gar nicht in den Sinn, auch wenn da "Mädchen" steht.
Klar, man muss nicht alles verstehen, doch einen Ansatz, einen "Eingang" und einen roten Faden (gerade bei Erzählgedichten) braucht man schon.

Saludos
Gabriella

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 28.02.2011, 19:23

Ich habe gekürzt/ vereinfacht:

Elternhaus

Der Fleck da an der Wand
der als mein Fiebertier
durch Feuerträume schritt

Dort Salamandergold, das
im brackigen Wasser brannte
und die Monde begrüßte

Perlentöne von meinem Klavier
wenn aus hitzigem Schlaf
ich ins Frühe spazierte

Die Angelusglocke
die auf der Höh so blechern
den Abend begann, begann

Im Sommer das Farbenmeer
wenn die Blütenhäute
sanft in den Wind sprachen

Und Lieder vom Gegenüber
wo alles bang im fischigen
Abwasserbach dröhnte

Die Lügen, die ich im splittrigen
Schrank versteckte und
schweißig hinunterschluckte

Die Flucht in die Welt
und immer wieder zurück

Quoth
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Beitragvon Quoth » 28.02.2011, 21:43

Hallo, Amanita,
ich glaube die Kurzzeilen, zu dreizeiligen Strophen angeordnet, bringen nicht viel. Mir würde es so, in Langzeilen, besser gefallen. Aber auch so bleibt es ein Katalog von Einzelerinnerungen, die nur durch ein erinnerndes Ich zusammengehalten werden.
Das ich in der 3. Zeile würde ich in dieser Form hinter's wenn setzen.
Gruß
Quoth

PS: Fische im Abwasserbach???

Elternhaus
Der Fleck da an der Wand, der als mein Fiebertier durch Feuerträume schritt.
Dort Salamandergold, das im brackigen Wasser brannte und die Monde begrüßte.
Perlentöne von meinem Klavier, wenn aus hitzigem Schlaf ich ins Frühe spazierte.
Die Angelusglocke, die auf der Höh so blechern den Abend begann, begann.
Im Sommer das Farbenmeer, wenn die Blütenhäute sanft in den Wind sprachen.
Und Lieder vom Gegenüber, wo alles bang im fischigen Abwasserbach dröhnte.
Die Lügen, die ich im splittrigen Schrank versteckte und schweißig hinunterschluckte.
Die Flucht in die Welt und immer wieder zurück.
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 28.02.2011, 22:37

Erstmal vielen Dank, dass Ihr nun doch noch ein paar Tipps parat habt. Ja, es war angelegt wie ein "Katalog", und daran lässt sich nichts mehr ändern (soll aber eigentlich auch nicht).

An Quoths vorgeschlagene Form müsste ich mich erstmal gewöhnen, ich schließe nicht aus, dass ich mich dran gewöhnen kann!

Früher hat man auch in "normale" Bäche Abwässer geleitet, Quoth, wobei "fischig" ja noch was anderes ist als "mit Fischen".

Mucki
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Beitragvon Mucki » 28.02.2011, 23:49

Hallo Amanita,

die Prosaform, die Quoth vorschlägt, finde ich gut. Das liest sich sehr viel flüssiger, finde ich.

Saludos
Gabriella

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Eule
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Beitragvon Eule » 02.03.2011, 10:46

Hallo Amanita, mir gefällt die vereinfachte Form viel besser. Würde sie allerdings duch Trennung in einzelne Kapitel (durch * oder Nummerierung [z.B. 1,2 oder III]) weiter gliedern, damit die Leser/innen sich nicht im Textgewebe verheddern. Mit den einzelnen Motiven werde ich mich noch auseinandersetzen, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Viele Grüße.
Zuletzt geändert von Eule am 02.03.2011, 15:03, insgesamt 1-mal geändert.
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