Nachtigall
Verfasst: 11.02.2011, 10:52
Nachtigall
Einst dachte ich
Ihr Singen wäre mein
Besonders
Früh am Morgen, wenn’s noch dunkel
Als gäbe ihre Wahrnehmung allein
mir ihren kühnen Adel – nur
die Summe – nicht den Rest
Einst fand ich tausend Meter viel
im Wasser
Heut bin ich erst nach einer knappen Stunde
munter, der gute treue Schwindel
kann mich nicht lang halten, denn
nach dieser Spitze geht es
nur noch runter
(Die alte Frau vertraut in ihrem Haus
In Küche, Diele, Bad und guter Stube
mit Dingen, Wringen, Angelegenheiten
kommt bald, vielleicht, wahrscheinlich
vor dem Tod ins Heim
Lässt ihre Handgriffe zurück
All ihre Risse, Kniffe, Wichtigkeiten
Wohin geht all das Leben
unter dieser Haut?)
Reichen mir tausend Vögel nicht
gegen Gespenster
Der nasse Tag schickt nur das Ende
einer guten Nacht
die ich durchschwommen und
besungen hab
für eine andre Frau am Fenster
Ich reg mich
Höre weiter
Hör‘ ihr zu
der kleinen feinen Hur‘:
Wach ist sie nicht für mich, sondern für jeden
Und klingt doch rein wie einst
ins trüb gewordne Ohr
Einst dachte ich
Ihr Singen wäre mein
Besonders
Früh am Morgen, wenn’s noch dunkel
Als gäbe ihre Wahrnehmung allein
mir ihren kühnen Adel – nur
die Summe – nicht den Rest
Einst fand ich tausend Meter viel
im Wasser
Heut bin ich erst nach einer knappen Stunde
munter, der gute treue Schwindel
kann mich nicht lang halten, denn
nach dieser Spitze geht es
nur noch runter
(Die alte Frau vertraut in ihrem Haus
In Küche, Diele, Bad und guter Stube
mit Dingen, Wringen, Angelegenheiten
kommt bald, vielleicht, wahrscheinlich
vor dem Tod ins Heim
Lässt ihre Handgriffe zurück
All ihre Risse, Kniffe, Wichtigkeiten
Wohin geht all das Leben
unter dieser Haut?)
Reichen mir tausend Vögel nicht
gegen Gespenster
Der nasse Tag schickt nur das Ende
einer guten Nacht
die ich durchschwommen und
besungen hab
für eine andre Frau am Fenster
Ich reg mich
Höre weiter
Hör‘ ihr zu
der kleinen feinen Hur‘:
Wach ist sie nicht für mich, sondern für jeden
Und klingt doch rein wie einst
ins trüb gewordne Ohr
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