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reimschleim die 1234 lesen auf eigene gefahr

Verfasst: 29.01.2011, 15:38
von noel
wiwawatteweich

so reich an sinnen
ist kein entrinnen.
finger finden töne
& ich verwöhne meine ohren
mit den farben deiner
sinne, so
ist keine mehr
von sinnen, denn
wir entrinnen in den klängen,
den gesängen, des weitenden gleiten,
des sinnlichen seins.
meins, deins ist eins
& geschmack wird
immer wieder neu gewoben
& so enthoben
im zweierlei & ganz
da & doch nicht bei sinnen,
denn der takt packt uns,
reiszt uns aus dem jetzt ins pure,
blanke staunen & ein leises zartes raunen
reiszt an & man kann silhouetten
nicht mehr aus & machen
& unser lachen & unser raunen
& unser stöhnen,
unser staunen
hat nichts von einfachen launen,
wir sind
weit mehr
als gestern geiler klang,
gesang…
ton,
frohn der sinne nur
& pur, pur ist die lust
die uns leitet & weitet
aus dem raum
in den traum,
der uns tausendleicht zerstäubt
& bereut,
bereut wird nichts.
du,
du lass mir meinen atem
stocken. dein körper
sei ein locken, ein locken
dem ich nicht entrinnen will
& still will ich nur hören
was mich verstören kann
& dann, ja dann will
kann ich mich nur ergeben
worte wallen hallen
sind nur lüstern lustvoll
schallen
sooooooooooooooooo
lass mich deine feuchte lust verspüren
lass mich deine sinne verführen
lass mich verspüren
was finger nicht berühren können

Verfasst: 29.01.2011, 22:59
von Mucki
Hola noel,

rasant, pikant, verspielt, sinnlich, atemlos, in einem Zug zu lesen.
Gefällt mir sehr gut!

Saludos
Gabriella

Verfasst: 29.01.2011, 23:29
von noel
:Ö)~

Verfasst: 07.02.2011, 20:55
von Lisa
Liebe noel,

diesen Text will man natürlich gelesen hören, da drängt sich ja schon fast ein echte Stimme auf und mit deiner wirkt das sicherlich noch einmal ganz besonders (anders&intensiv). Ich habe bei dem Text eigentlich nur ein Problem mit dem Einstieg, der wirkt zwar nicht, wie vorgewarnt, schleimig, aber auf mich etwas breiig, ich schleppe mich durch die ersten Zeilen - und dann geht es los und je weiter der Text fortschreitet, je erfindungsreicher und damit freier wird er.
Nun überlege ich, ob in diesem Fall der Vorwarnungstitel oder auch der watteweich-Titel passt, weil: irgendwie ist der Text ja gar nicht schleimig angelegt (ich geh jetzt davon aus, dass du das nicht nur geschrieben hast, um eine bestimmte Art von Kritik vorwegzunehmen, sondern weil du dem Text eine bestimmte Art zu sprechen zuschreibst (selbstbewegend, -läuferisch, dabei aber eben dick/schwerfällig, weil im "eigenen Saft"). Aber so wirkt der Text nicht auf mich. (ich mag ihn aber trotzdem .-))

liebe Grüße,
Lisa

Verfasst: 07.02.2011, 23:31
von Mucki
Hola noel,

den Titel "reimschleim die 1234 lesen auf eigene gefahr" würde ich ändern in wiwawatteweich, wie ja auch der wahre Titel lautet. Diese "Vorwarnung" hat dein Text nicht nötig.

Saludos
Gabriella

Verfasst: 03.03.2011, 14:46
von noel
merci gabriella, aber es augt & ohrt mir dieser selbstsarkasmus

Verfasst: 29.03.2011, 16:33
von jondoy
Hallo noel,

diese Zeilen zählen für mich zu den sinnlichsten, die ich bisher in der Rubrik "Liebeslyrik" gelesen hab, ...einer, dem ich dieses Prädikat uneingeschränkt verleihen würde, er kommt - trotz seiner unorthodoxen Schreibweise - dem, was ich unter einem sinnlichen Text verstehe, bisher mit am nächsten.

Ich weiss nicht, ob sich der Selbstsarkasmus, der offenbar in der Titelzeile Ausdruck findet, zurückführen lässt auf Reaktionen, den verwendeten Sprachstil betreffend, der ziemlich eigenwillig ist.
Auch wenn ich nachvollziehen kann, dasss sich ein solcher Text einen unkonventionellen Titel aussucht, wirkt dieser hier dennoch auf mich - im Kontext zum Text - wie ein Fremdkörper, weil er sich mit Form und nicht mit Inhalt vergnügt. Seine Worte lese ich übrigens mehr ironisch, weniger sarkastisch.

Was mir an diesem Text - neben seinem Drive - besonders gefällt: Obgleich er nahezu kompromisslos obsessiv erzählt, mischen sich in ihm auch zahlreiche Zwischentöne (Ansichten & Reflexionen).

Vom Klang her zweifellos ein Reimgedicht; dabei ist sein Sprachstil eigentlich eine Antithese zu einem Reimgedicht, diese Kombination verleiht ihm - in meinen Ohren - eine herbweiche Note.

Der Text (´verwöhne meine ohren mit den farben deiner sinne´), ruft nach einer Vertonung seiner Worte ,-)) .
Es wäre interessant, wie er sich anhören würde.

Namaste,
Stefan

Verfasst: 07.04.2011, 18:07
von noel
ciao stefan...

danke veramente grazie
welch für mich wohl
_klingende respons