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stimmgewitter

Verfasst: 06.01.2011, 16:19
von Niko


stimmengewitter

ich bin gern wo ich herkomme
das andere ist
mir zu blau

wenn ich mich aussetze
und eisblumenmärchen
mir zuerzähle
verschlucke ich die blicke anderer
denke an romeo´s herz
und die verbrannten jahre

Verfasst: 24.01.2011, 12:06
von Gerda
Lieber Niko,

dein Gedicht habe ich auf Grund deines Postings gerade in dieser Rubrik, unter dem Aspekt des Experiments gelesen und bin zu keinem "Ergebnis" gekommen, weiß nicht wo sich das Experiment versteckt. ;-)
Der Text an sich ist märchenhaft- mythisch, er gefällt mir, ohne dass ich ihn deuten möchte, aber den Titel bring ich mit dem Inhalt einfach nicht zusammen.

Liebe Grüße
Gerda

Verfasst: 26.01.2011, 22:20
von Ylvi
Hallo Niko,

ein Experiment kann ich auch nicht entdecken. :lupe:
Mir geht es in letzter Zeit oft so, dass mir deine Gedichte sehr verschlossen erscheinen und ich nur schwer Zugang finde. Mit diesem hier geht es mir jedoch ganz anders. Vielleicht, weil ich den Eindruck habe, dass es ganz bei sich bleibt, in sich ruht, nicht zu viel will, sondern einfach mit seinen Bildern sichtbar werden lässt, wie es sich eben für LIch zeigt.

Gerda hat geschrieben:Der Text an sich ist märchenhaft- mythisch, er gefällt mir, ohne dass ich ihn deuten möchte, aber den Titel bring ich mit dem Inhalt einfach nicht zusammen.

Gerda, der Titel ist für mich die Verortung? Wo LIch herkommt, wo es gerne ist, gewittern die Stimmen und der Himmel ist nicht blau.

Liebe Grüße
Flora

Verfasst: 26.01.2011, 23:01
von Eule
Hallo Niko, vielleicht wäre das Experiment in diesem Text die Verbindung rätselhafter und poetischer Momente ... genauer: das "wo" in Strophe 1 klingt nach einem dialektal verkürzten "von wo" oder "woher" und beschreibt die Sehnsucht nach der eigenen Herkunft. Angesichts der zweiten Strophe aus der Sicht eines großen Bereuens, das immer noch als Leid emfunden wird. Vielleicht ist Strophe 2 damit etwas überladen. Aber schon so mancher Mensch soll auf diese Weise Trost gefunden haben ...

Verfasst: 26.01.2011, 23:40
von Gerda
Flora, danke, ich denke darüber noch nach, auf Anhieb leuchtet es mir nicht ein.
LGG

Verfasst: 27.01.2011, 15:27
von Niko
dank dir, gerda, dass du den text hervorgekramt hast!

das märchenhafte, wie es dir erscheint, ist wohl romeo anzulasten und eventuell noch den eisblumenmärchen. generell habe ich alle meinen letzten texte in die experimentelle lyrik gesteckt. weil ich immer mehr den eindruck gewonnen habe, dass meine texte unverständliches zeugs sind. ergo lieber in einer rubrik posten, wo das noch einigermaßen statthaft ist.
und es ist auch so - gerda du wirst das nicht ganz verstehen, weil du ja eine ganz andere herangehensweise ans schreiben hast als ich - dass ich die sachen aus dem bauch heraus schreibe. das habe ich immer so gemacht und kann nicht anders schreiben und werde das auch nicht ändern. leider ist im moment das verstehen schwierig. in ganz wenigen gedichten geht es nicht nur euch so. und in vielen texten erkenne ich nach dem schreiben einiges, kann aber nicht erwarten, dass andere das unbedingt herauslesen können.

im moment hab ich das gefühl, dass mir das schreiben abhanden kommt. ich weiß: die phasen haben wir alle. aber bei mir sind sie oft hintereinander und mit immer längerem "fremdeln" mit der lyrik an sich und der eigenen schreiberei ohnedies. ich muss immer an grass denken, der jetzt vor kurzem sagte: ich schreibe nichts mehr. ich habe mich leergeschrieben...

gedichte wird es hier also bis auf weiteres nicht mehr geben von mir. alles, wozu ich mich zwinge zu schreiben, sind fingerübungen und die werden mindestens so halbherzig wie dies hier.
aber als kommentierer komm ich dann doch öfter vorbei. und irgendwann - wer weiß - fällt ein gedicht wie ein guss auf´s papier, das virtuelle....

liebe grüße euch allen: niko

Verfasst: 27.01.2011, 20:11
von Gerda
Danke, Niko, für deine umfangreiche Rückmeldung. - Jetzt ein bisschen OT

Die Zweifel sind, wenn nicht die gleichen, zumindest ähnlich, ob ein Autor nun aus dem Bauch schreibt oder feilt und feilt ... ;-) ... übrigens sind viele meiner, auch Bauchtexte, nur ich finde es wichtig an ihnen weiterzuarbeiten.

Wie oft habe ich seit August letzten Jahres gedacht, dass ich leer bin, dass ich alles, wozu ich imstande bin, "gesagt" habe ... Manchmal denke ich, na gut, dann ist es eben so. Wenn sich dann aber wieder Ideen zu Texten formen, merke ich, dass ich Schreiben als Lebenselixier brauche.
Du hast ja den Gesang, vllt. ist es für dich nicht so zwingend zu schreiben.
Natürlich hilft es nicht, wenn man gesagt bekommt, dass es eigentlich allen Kreativen so geht, dass die Phasen des Zweifelns an sich und dem eignen Schaffen recht deprimierend sein können. So oder so, man muss hindurch.

Vielleicht ist es gar nicht so falsch, geht mir gerade auf, dass ich glaube eine Art Spaltung in deinem Text zu entdecken...

Liebe Grüße
Gerda

Verfasst: 27.01.2011, 23:29
von Niko
mit der spaltung magst du recht haben, gerda! und - das singen kann das schreiben nicht ersetzen. beides sind eine welt für sich und wollen mich ganz (hört sich blöd an, aber so ist es einfach) und ich brauche beide. das ist die crux.

aber was du schreibst bezüglich später die bauchtexte korrigieren, das ist richtig. und ja: dein OT hilft. danke dafür!

liebe grüße: niko