Ich weiß nicht, was ich machen soll
sicher, es gibt viel zu tun, zum Beispiel,
reichlich Butter auf ein Brot verstreichen,
denn ich will mein ganzes Hab und Gut
mit ihm verschwenden. (Zum Glück haben wir nicht viel.)
Seit Monaten feiern wir ein Fest,
kein Ende ist in Sicht, um uns ist es Winter,
doch ich bleibe stets im Süden seit er bei mir ist.
Die Turteltauben haben Angst vor uns
und flattern in ein Arbeitsamtbüro.
Ich sag ihm: Jedes Leben geht doch schief,
aber noch läuft unsres gerade. So
löst er sich in meinen Traurigkeiten auf
wie in Schwarztee süße Marmelade.
Wenn wir streiten geht es meistens
über die Anwendung von Kosenamen
Er findet "Baby" zu amerikanisiert,
was mich überhaupt nicht intressiert,
denn schließlich ist es formidabel.
Die Tauben gurren hinter Schaltern
über mein endloses Fest; ich hab meine Ruhe,
ich hab nichts zu tun, denn ich weiß nicht
wann es zu Ende ist.
Änderungen:
Das waren die zweite und vorletzte Strophe:
Aus allen Türen quellen Blumen
und im Bad fließt nur Champagner,
mein Pausenbrot ist voller Kaviar -
So kann ich nicht arbeiten, ganz klar...
Manchmal denke ich bei mir:
Wär ich ein Vogel, dann hätte er einen.
Aus meinem Schnabel käme immerzu
Singsang über das endlose Fest -
Und das habe ich bei der letzten ergänzt:
Die Tauben gurren hinter Schaltern
über mein endloses Fest;
Glücksgedichte III
Hallo, Louisa,
es ist ein merkwürdiges, in seiner ironischen Brechung nicht so ganz verlässliches Glück, das dieses Gedicht beschreibt. Gerade auf Grund seiner Ironie habe ich es mit viel Vergnügen schon mehrfach gelesen. Es hat eindeutig den unverwechselbaren, dadaistisch angehauchten Louisa-Ton.
Gruß
Quoth
es ist ein merkwürdiges, in seiner ironischen Brechung nicht so ganz verlässliches Glück, das dieses Gedicht beschreibt. Gerade auf Grund seiner Ironie habe ich es mit viel Vergnügen schon mehrfach gelesen. Es hat eindeutig den unverwechselbaren, dadaistisch angehauchten Louisa-Ton.
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
Liebe Louisa,
also ich mag deine Glücksgedichtestrecke auch sehr! So auch dieses! Der Text scheint mir zwar manchmal etwas unstet komponiert bishin zur Durcheinanderkeit, aber letztlich hat das meiner Lesefreude keinen Abbruch getan, was schon mal ziemlich für den Text spricht. Wenn ich jetzt mal im Forenrahmen (bei einer Lesung etwa, hätte ich das sicher alles gern hingenommen) genauer hinschaue, tauchen ein paar Fragen auf: Zum einen der Widerspruch von "Zum Glück haben wir nicht viel" und das Kaviar-Champagnerarrangement. Natürlich lese ich das nicht zu direkt: dass tatsächlich der Champagner fließen muss, dass darin das Glück liest, sondern dass du daran den Überfluss erzählt, in dem die beiden schwelgen, aber dieses Erzählweise beißt sich eben doch mit der Behauptung vorher, dass sie nicht viel haben. Hier würde ich klarer strukturieren (bzw. ehrlich gesagt trotz der witzigen Zeile "So kann ich nicht arbeiten, ganz klar", die Strophe einfach streichen).
Dann hängt für mich noch etwas die "Manchmal denke ich bei mir"-Strophe in der Luft. Es kommen zwar vorher schon Vögel vor (die arbeitslosen Turteltauben finde ich herrlich), aber die Strophe hier spielt eher mit deinem Namen (? - oder mit sich selbst: vogel haben - vogel haben) und was sie genau erzählen soll, ist mir nicht klar (dass man dem text da auch eine gewisse Weitliebesschweifigkeit zugestehen sollte, finde ich auch, aber irgendwann wird es mir zu durcheinander). Di singsangidee ist zwar schön, aber die Strophe so haltlos und so überkreuzend mit den anderen Vögeln, dass sie auch verzichtbar finde. Insgesamt fehlt mir auf Erzählebene also etwas ein Faden durch das Gedicht. Ich denke, bei einer Performance von dir fällt das kaum ins Gewicht, so auf dem "Papier" bleibt bei längerer Beschäftigung eben ein bisschen Durcheinander zurück. Aber die einzelnen Einfälle und Bilder sind natürlich wieder sehr originell & fein.
liebe Grüße,
Lisa
also ich mag deine Glücksgedichtestrecke auch sehr! So auch dieses! Der Text scheint mir zwar manchmal etwas unstet komponiert bishin zur Durcheinanderkeit, aber letztlich hat das meiner Lesefreude keinen Abbruch getan, was schon mal ziemlich für den Text spricht. Wenn ich jetzt mal im Forenrahmen (bei einer Lesung etwa, hätte ich das sicher alles gern hingenommen) genauer hinschaue, tauchen ein paar Fragen auf: Zum einen der Widerspruch von "Zum Glück haben wir nicht viel" und das Kaviar-Champagnerarrangement. Natürlich lese ich das nicht zu direkt: dass tatsächlich der Champagner fließen muss, dass darin das Glück liest, sondern dass du daran den Überfluss erzählt, in dem die beiden schwelgen, aber dieses Erzählweise beißt sich eben doch mit der Behauptung vorher, dass sie nicht viel haben. Hier würde ich klarer strukturieren (bzw. ehrlich gesagt trotz der witzigen Zeile "So kann ich nicht arbeiten, ganz klar", die Strophe einfach streichen).
Dann hängt für mich noch etwas die "Manchmal denke ich bei mir"-Strophe in der Luft. Es kommen zwar vorher schon Vögel vor (die arbeitslosen Turteltauben finde ich herrlich), aber die Strophe hier spielt eher mit deinem Namen (? - oder mit sich selbst: vogel haben - vogel haben) und was sie genau erzählen soll, ist mir nicht klar (dass man dem text da auch eine gewisse Weitliebesschweifigkeit zugestehen sollte, finde ich auch, aber irgendwann wird es mir zu durcheinander). Di singsangidee ist zwar schön, aber die Strophe so haltlos und so überkreuzend mit den anderen Vögeln, dass sie auch verzichtbar finde. Insgesamt fehlt mir auf Erzählebene also etwas ein Faden durch das Gedicht. Ich denke, bei einer Performance von dir fällt das kaum ins Gewicht, so auf dem "Papier" bleibt bei längerer Beschäftigung eben ein bisschen Durcheinander zurück. Aber die einzelnen Einfälle und Bilder sind natürlich wieder sehr originell & fein.
liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Liebe Louisa,
auch ich hab dies Gedicht gern gelesen, auch wenn es nicht ganz so dicht und originell herkommt, wie manch anderer Text von dir. Mit dem "Durcheinander" hat Lisa wohl Recht, man könnte das noch überarbeiten, nicht damit es strenger wird, sondern damit es noch leichter fließt und man nicht hängen bleibt.
Müssen die Blumen nicht quellen? Er, sie, es quillt, sie quellen?
Der Champagner ist recht abgedroschen, vielleicht kann er sich mit einem Blutströpfchen zu Kir Royal vermischen. ;)
Den Vogel kann ich auch nur als Namensanspielung verstehen, also eher was für Insider.
"Zum Glück haben wir nicht viel" leuchtet mir ein, denn vorher heißt es ja, alles wird aus lauter Verliebtheit verschwendet. Gut, dass es also nicht so viel zum sinnlosen Verschwenden gibt. Ist es so gemeint?
Viele Grüße
fenestra
auch ich hab dies Gedicht gern gelesen, auch wenn es nicht ganz so dicht und originell herkommt, wie manch anderer Text von dir. Mit dem "Durcheinander" hat Lisa wohl Recht, man könnte das noch überarbeiten, nicht damit es strenger wird, sondern damit es noch leichter fließt und man nicht hängen bleibt.
Müssen die Blumen nicht quellen? Er, sie, es quillt, sie quellen?
Der Champagner ist recht abgedroschen, vielleicht kann er sich mit einem Blutströpfchen zu Kir Royal vermischen. ;)
Den Vogel kann ich auch nur als Namensanspielung verstehen, also eher was für Insider.
"Zum Glück haben wir nicht viel" leuchtet mir ein, denn vorher heißt es ja, alles wird aus lauter Verliebtheit verschwendet. Gut, dass es also nicht so viel zum sinnlosen Verschwenden gibt. Ist es so gemeint?
Viele Grüße
fenestra
-
Louisa
Hallo ihr zwei Damen!
Ich freue mich über eure Kommentare und ich verstehe, dass euch das Durcheinander stört - ich bin wohl auch selbst ein bisschen durcheinander
- was sich dann in manchen Texten wiederspiegelt
... aber das ist keine Entschuldigung
und ich werde den Text morgen in der Schulpause verbessern
!
Danke für die Anregungen dafür!
Ja, Fenestra, das mit dem Verschwenden war so gemeint - aber trotzdem kann ich Lisa verstehen, dass es ja nicht ganz aufgeht zu behaupten man hätte nicht viel und gleichzeitig so viele teure Lebensmittel besitzt
... in Monaco hat man mir diese Denkweise anerzogen
, hihi.... aber das es für europäische Lebensarten keinen Sinn ergibt, leuchtet mir ein
....
Ich werde nun die letzten Stunden meinem Geburtstag und Spaghettie, sowie dem Grafen von Monte Christo auf DVD widmen, hihi....
bis morgen!
l
Ich freue mich über eure Kommentare und ich verstehe, dass euch das Durcheinander stört - ich bin wohl auch selbst ein bisschen durcheinander
- was sich dann in manchen Texten wiederspiegelt
... aber das ist keine Entschuldigung
und ich werde den Text morgen in der Schulpause verbessern
! Danke für die Anregungen dafür!
Ja, Fenestra, das mit dem Verschwenden war so gemeint - aber trotzdem kann ich Lisa verstehen, dass es ja nicht ganz aufgeht zu behaupten man hätte nicht viel und gleichzeitig so viele teure Lebensmittel besitzt
... in Monaco hat man mir diese Denkweise anerzogen
, hihi.... aber das es für europäische Lebensarten keinen Sinn ergibt, leuchtet mir ein
....Ich werde nun die letzten Stunden meinem Geburtstag und Spaghettie, sowie dem Grafen von Monte Christo auf DVD widmen, hihi....
bis morgen!
l
-
Louisa
Huhu!
Ich habe ein bisschen gegrübelt und die zwei verwirrenden Strophen jetzt einfach gestrichen. Wie findet ihr diese kürzere Fassung?
Denn Lisa, du hattest Recht, die anfängliche enthält meiner Meinung nach zu viele plumpe Bilder (Blumen, Champagner, Kaviar!!!) und die vorletzte ist tatsächlich nur ein privater Spaß von mir
...
Danke vielmals!
l
PS abseits des Themas: Lisa (und die anderen), weißt du noch, dass ich dir mal diesen einen Fernseh-Heini auf Youtube gezeigt habe, der früher immer auf 3Sat Gedichte vorgetragen hat...haha... ich habe eben gesehen, dass er selbst (!) alle Folgen seiner Sendung auf Youtube gestellt hat
... siehe unter: "Lyrik für alle" - ich finde das furchtbar witzig
....
Ich habe ein bisschen gegrübelt und die zwei verwirrenden Strophen jetzt einfach gestrichen. Wie findet ihr diese kürzere Fassung?
Denn Lisa, du hattest Recht, die anfängliche enthält meiner Meinung nach zu viele plumpe Bilder (Blumen, Champagner, Kaviar!!!) und die vorletzte ist tatsächlich nur ein privater Spaß von mir
...Danke vielmals!
l
PS abseits des Themas: Lisa (und die anderen), weißt du noch, dass ich dir mal diesen einen Fernseh-Heini auf Youtube gezeigt habe, der früher immer auf 3Sat Gedichte vorgetragen hat...haha... ich habe eben gesehen, dass er selbst (!) alle Folgen seiner Sendung auf Youtube gestellt hat
... siehe unter: "Lyrik für alle" - ich finde das furchtbar witzig
....-
Louisa
Dankeschön ihr Süßen 
Möchtet ihr vielleicht diesen Freitag in den ersten "realen" blauen Salon nach Berlin kommen? Das würde mich sehr freuen.... So eine Mitfahrgelegenheit ist ja nicht teuer und ihr könnt alle bei mir übernachten
!
Schaut euch auch ruhig dazu hier um: http://www.blauersalon-unplugged.net
Freut mich, wenn das Gedicht gewonnen hat.
Schönen Tag!
l

Möchtet ihr vielleicht diesen Freitag in den ersten "realen" blauen Salon nach Berlin kommen? Das würde mich sehr freuen.... So eine Mitfahrgelegenheit ist ja nicht teuer und ihr könnt alle bei mir übernachten
!Schaut euch auch ruhig dazu hier um: http://www.blauersalon-unplugged.net
Freut mich, wenn das Gedicht gewonnen hat.
Schönen Tag!
l
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