(Von Rehen und anderen Fluginsekten)
(Eins für Mucki, eins für Tom ...
)II
Ein Reh, es litt gar sehr an Schnupfen,
tat schniefend durch die Wälder hupfen.
Da rief von fern der alte Hirsch:
„Sieh dich bloß vor, denn es ist Pirsch,
du kennst den alten Leopold,
dem ist kein Waldtierleben hold.“
So suchte es ob dieser Warnung
und weil’s am Leben hing, nach Tarnung.
Der Jäger lag und lauerte,
das Reh stand still. Es dauerte.
Da wuchs in Bambis Nas‘ ein Niesen,
im Waidmann Frust, er wollte schießen.
Und es geschah: das Reh, es noss,
Leo schoss.
Fazit:
Nasenreiz plus Jägerschrot
beschleunigen des Wildes Tod.
III
Ich saß bei Speis und rotem Wein,
doch blieb ich nicht sehr lang allein.
Als Gast flog Frau Drosophila
zu Tisch und sprach: „Was riech ich da?“
Drauf stürzte sie, wie ferngesteuert,
sich in mein Glas. Ist das bescheuert?!
Das Tier fand einen feuchten Tod,
beschwipst, doch ohne Ton,
in meinem Côtes
du Rhone.
Fazit:
Für Tiere, die zu spät bedenken,
wohin die Triebe sie wohl lenken,
wird durch des Rebensaftes Duft
ein Trinkgefäß sehr schnell zur Gruft.
(Ich hab ausnahmsweise gleich beide eingesetzt, dann hamwer's hinter uns
)