Winter
In Knäueln kusselnd im
Nest überrollt durch
Hungerzeiten tropften die
Farbenstürme auf
Haut und Papier
Flogen ungestüm von
Hand zum Neujahrskrug zum
Gartenschuppen durchs
Kompostbeet stolziert durch den
Faserrain geschlüpft mit
Feilen und Krallen nun kratzt
Auf Asphalt zwei Groschen
Rollen mit Händen mit
Füßen ins Jahr
Winter
Lieber Arne,
immer wieder stoße ich bei dir auf Formulierungen, die eigentlich ganz still und einfach erscheinen, aber die mich richtig angehen - so auch hier. Ich mag den kleinen Ausschnitt, der den "Makrokosmos" Winter einfängt und die Sprache, die du dazu wählst, passt für mich ganz hervorragend und wirkt an einigen Stellen schon lautmalerisch bzw. sinnlich weitergefasst "wintermalerisch" (etwa "kusselnd" oder auch Fasserain" (obwohl ich da nicht mal weiß, was das ist, wirkt es trotzdem auf mich).
Zwei sachen würde ich überdenken: Zum einen schwächt das "ungestüm" meines Erachtens den Text, da da etwas explizit benannt wird und dadurch die Bilder (die das ungestüme schon selbst evozieren) schwächen. Das würde ich streichen. Zum anderen gefallen mir die "Farbenstürme" nicht so recht, hier gleitet der Text etwas ins Kitschige.Aber das ist dann auch Geschmackssache, das fängt wieder viele andere Leser bestimmt ein. Ohne diese Stelle jedenfalls, gerade auch druch die Groschen"strophe" am Ende ist der Text aufgerauter und winziger und gefällt mir dadurch besser.
Insgesamt habe ich den text aber sehr gern gelesen! Solche Wintergedichte gibt es ja unzählige, da ist es ganz schön schiwerig, den Leser mitzunehmen und bei mir ist es dir gelungen
liebe Grüße,
Lisa
ps: ich wollte schon immer sagen, dass ich es schön finde, wie du dich an den verschiedenen Ecken und Enden in den gemeinschaftsprojekten oder anderen Ideen einbringst. ich lese dich da immer gern und da man das aber da fast nie kommentieren kann, schreib ich es jetzt einfach mal hier
immer wieder stoße ich bei dir auf Formulierungen, die eigentlich ganz still und einfach erscheinen, aber die mich richtig angehen - so auch hier. Ich mag den kleinen Ausschnitt, der den "Makrokosmos" Winter einfängt und die Sprache, die du dazu wählst, passt für mich ganz hervorragend und wirkt an einigen Stellen schon lautmalerisch bzw. sinnlich weitergefasst "wintermalerisch" (etwa "kusselnd" oder auch Fasserain" (obwohl ich da nicht mal weiß, was das ist, wirkt es trotzdem auf mich).
Zwei sachen würde ich überdenken: Zum einen schwächt das "ungestüm" meines Erachtens den Text, da da etwas explizit benannt wird und dadurch die Bilder (die das ungestüme schon selbst evozieren) schwächen. Das würde ich streichen. Zum anderen gefallen mir die "Farbenstürme" nicht so recht, hier gleitet der Text etwas ins Kitschige.Aber das ist dann auch Geschmackssache, das fängt wieder viele andere Leser bestimmt ein. Ohne diese Stelle jedenfalls, gerade auch druch die Groschen"strophe" am Ende ist der Text aufgerauter und winziger und gefällt mir dadurch besser.
Insgesamt habe ich den text aber sehr gern gelesen! Solche Wintergedichte gibt es ja unzählige, da ist es ganz schön schiwerig, den Leser mitzunehmen und bei mir ist es dir gelungen

liebe Grüße,
Lisa
ps: ich wollte schon immer sagen, dass ich es schön finde, wie du dich an den verschiedenen Ecken und Enden in den gemeinschaftsprojekten oder anderen Ideen einbringst. ich lese dich da immer gern und da man das aber da fast nie kommentieren kann, schreib ich es jetzt einfach mal hier

Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Hallo Herby, hallo Lisa, danke fürs Lesen und Kommentieren ! Habe gleich zwei kleinere Änderungen in der letzten Strophe vorgenommen, mindestens das "Füssen" hätte missverstanden werden können. Der Faserrain entstand aus dem "Feld"rain, der hier durch die nur noch als "Fasern" vorhandenen Pflanzenresten gebildet wird. .gif)
@ Lisa: Freut mich sehr, dass der Text bei Dir ankam und über Dein Lob, es macht viel Spaß, hier mitzuschreiben. Viele Grüße !
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@ Lisa: Freut mich sehr, dass der Text bei Dir ankam und über Dein Lob, es macht viel Spaß, hier mitzuschreiben. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
Hallo, Arne,
auch ich finde in diesem Text viele Motive, die mir etwas sagen, es sind Bilder aus Garten und Natur, da tut sich etwas, es ist Dynamik im Text. Der Winter fegt durch die Gegend, zerfasert den Rain, zeigt, wie schnell die Zeit vergeht, das Jahr wieder herum ist. Der Begriff Faserrain ist wirklich Klasse! Das Kompostbeet weist auf das Kommende hin. Durch die Erwähnung von "Nest" fühle ich mich nicht ganz verloren in diesem Wortgestöber. Gut eingefädelt!
Auf Anhieb hat mich die Fülle der Substantive etwas gestört, ich kam mit meinem Film im Kopf nicht so recht nach. Die Farbenstürme gehören ja noch zum Herbst, sie machen das Bild für den Winter etwas zu bunt, meine ich. Müsste es nicht "kratzen" heißen in der letzten Strophe?
Viele Grüße
fenestra
auch ich finde in diesem Text viele Motive, die mir etwas sagen, es sind Bilder aus Garten und Natur, da tut sich etwas, es ist Dynamik im Text. Der Winter fegt durch die Gegend, zerfasert den Rain, zeigt, wie schnell die Zeit vergeht, das Jahr wieder herum ist. Der Begriff Faserrain ist wirklich Klasse! Das Kompostbeet weist auf das Kommende hin. Durch die Erwähnung von "Nest" fühle ich mich nicht ganz verloren in diesem Wortgestöber. Gut eingefädelt!
Auf Anhieb hat mich die Fülle der Substantive etwas gestört, ich kam mit meinem Film im Kopf nicht so recht nach. Die Farbenstürme gehören ja noch zum Herbst, sie machen das Bild für den Winter etwas zu bunt, meine ich. Müsste es nicht "kratzen" heißen in der letzten Strophe?
Viele Grüße
fenestra
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