Hallo Niko,
da ich schon zu ferdis "fensterlos" geschrieben habe, versuche ich es nun auch hier, allerdings ein wenig hilflos.
mit dem ruf
in einen tunnel verwandelt
Das gefällt mir sehr, ein toller Einstieg, ein Bild, das etwa für mich sichtbar und auch fühlbar macht.
dichdurchdringend
und vergebnislos
Hier wird es schon schwierig, ein Tunnel, der das Gegenüber durchdringt und vergeblich und ergebnislos ist? Das "vergebnislos" erscheint mir hier im Kontext durch die Komposition zu verspielt. Würde "vergeblich" nicht selbst schon genug aussagen?
die zeit wird fensterlos
Hier finde ich es sehr schade, dass nun plötzlich die Zeit hineingerät, ich sah in Strophe 1 das "Ich" selbst zum Tunnel werden? Vielleicht stehe ich also auch völlig auf der Leitung...
hinter jeder tür eine weitere
Hier sehe ich plötzlich keinen Tunnel mehr, sondern befinde mich in Räumen. Vielleicht könntest du das Tunnelmotiv hier weitertragen indem du beispielsweise "Fluchttüren" nimmst und dahinter eine weitere "Abgeschlossenheit/Röhre/Dunkelheit"? Oder sind das für dich zwei unterschiedliche Bilder? Dann wären sie für mich zu nah beieinander und verwirren sich dadurch.
im kreis versammelt
und verschlossen
die zeit
ist blickdicht und steht
hinter mir
Wo kommt der Kreis her? Und warum ist der Tunnel nun verschlossen und wie? Das Blickdicht kann ich wieder verorten, wobei ich es eben nicht auf die Zeit bezogen lesen würde. Das "hinter mir" impliziert, dass dieser Tunnel auch vergeblich durch das Ich gedrungen ist? Oder geht es hier am Ende nur um ein Ich und es gibt kein Gegenüberdu, (müsste es dann nicht in S1 "michdurchdringend" heißen?, spricht es von Erinnerungen?
Entschuldige die vielen Fragen, sie sind eher als Rückmeldung gemeint, dass du siehst, wo es für mich schwierig wird.
Das Bild, dass wir einander oft nur Tunnel sind, fände ich einen spannenden Ansatz.
Liebe Grüße
Flora