Ich ging zurück

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 26.11.2010, 06:58

noch mal dieses Gedicht: viewtopic.php?f=2&t=11505

Meine Kindheit war ein langer Sonntag
voller Behauptungen
voller Austreibungen
sämtlicher Gewissheiten
die steifen Kragen
der bedrückten Verwandtschaft
während wir aneinander verzweifelten

Ich ging zurück
(ich werde kleiner in diesem Klang)
ein trennendes Gewebe
schlecht verwundener Verluste
(die hielten nicht warm)
Die Art Traurigkeit
die im Glück so gut reift

(die Kindheit und ich als letzten satz der ersten strophe gestrichen
aus eine Art Traurigkeit wurde die Art Traurigkeit
aus schlecht aufeinander bezogenen Verlusten, wurden schlecht verwundene Verluste)
Zuletzt geändert von Xanthippe am 03.12.2010, 06:57, insgesamt 4-mal geändert.

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 01.12.2010, 00:33

Gefällt mir sehr gut.
Frage: Die Zeile 'die Kindheit und ich' - braucht das Gedicht die?
Und vielleicht ohne 'aufeinander' in der langen Zeile?
Die letzten beiden Zeilen sind einfach nett! Merkenswert.
Grüße
RäuberKneißl

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 01.12.2010, 12:22

Vielen Dank. Du hast völlig Recht, die Kindheit und ich sind sowas von überflüssig. Über das "bezogen" denke ich noch nach. Ich bin mir nicht sicher, ob das aufeinander wirklich entbehrlich ist, ohne die Möglichkeit des Verstehens stark einzuschränken.
Und "nette" Zeilen sind eigentlich nicht das, was ich schreiben will, aber ich nehme es trotzdem mal als Kompliment.
diebische Grüße
Xanthi

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 01.12.2010, 12:28

Hallo Xanthippe!

Lustigerweise beißen sich für mich in den letzten beiden Zeilen das "Eine" und das "so":

Eine Art Traurigkeit
die im Glück gut reift

Die Art Traurigkeit
die im Glück so gut reift


Beides leuchtete mir ein; deine Zusammenstellung allerdings nicht. Seltsam :-)

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 01.12.2010, 15:22

ferdi hat geschrieben:Hallo Xanthippe!

Lustigerweise beißen sich für mich in den letzten beiden Zeilen das "Eine" und das "so":

Eine Art Traurigkeit
die im Glück gut reift

Die Art Traurigkeit
die im Glück so gut reift


Beides leuchtete mir ein; deine Zusammenstellung allerdings nicht. Seltsam :-)


Nicht im geringsten seltsam, Ferdi, weil mir das sofort einleuchtet, was du schreibst. Ich war nicht recht glücklich mit diesem Ende, wusste aber nicht genau, woran es lag. Ich dachte schon, die Aussage wäre falsch :confused:
Aber das ist es. Deine Vorschläge sind es. Ich darf sie doch frech benutzen, oder?

Allerbesten Dank
Xanthi


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