Ja, sag mir das

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Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 24.11.2010, 13:46

viewtopic.php?f=2&t=11505
(inspirationsquelle)

Wieviele Türen hat das Haus deiner Einsamkeit
wieviele Samen sind nicht aufgegangen in der Zeit
und geblieben ist eine Erinnerung
Erinnerung an Lagerfeuer
an das Sammeln der Scheite
das blendende Lachen der anderen
die Gedanken bei dir
d.h. in diesem Haus der Einsamkeit
und dann spricht einer
spricht mitleidslos und hart
und du nennst es zärtlich
weil das was gesagt wird
nichts ausspricht
nur ausmalt
was es verschweigt

Mucki
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Beitragvon Mucki » 24.11.2010, 14:59

Hallo Xanthi,

wie schön, dass du diese Rubrik wieder mit Leben füllst!
Hey, du bist wahrlich von der Muse geküsst.
Ich mag deine Entsprechung zum Text von RäuberKneißl sehr, lese sie als eine Antwort, als eine Fortsetzung. Du sprichst in einer warmen, behutsamen Sprache und greifst die Gedanken vom RäuberKneißl wunderbar auf.
Großartig finde ich vor allem dies hier:
Xanthippe hat geschrieben:weil das was gesagt wird
nichts ausspricht
nur ausmalt
was es verschweigt

Hier:
Xanthippe hat geschrieben:d.h. in diesem Haus der Einsamkeit

stört mich das "d.h." ein bisschen. Vielleicht kannst du es einfach weglassen?

Sehr gelungen!

Saludos
Gabriella

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 26.11.2010, 07:02

Liebe Gabriella,

dieses Gedicht hat ganz viel angestossen in mir. Ich habe es eher empfunden als verstanden. Und das ist gut so. Danke für Deine Reaktion und schön, dass es Dir gefällt.
über das "d.h." habe ich lange nachgedacht. Ich habe zugegebenermaßen zur Zeit eine große Freude daran, meine Gedichte mit einem d.h. zu brechen, zu schmücken, wie auch immer. Aber ich denke in diesem Fall hast Du Recht, ich kann es getrost einfach weglassen. Weil hier eigentlich kein Bruch hingehört.
Gracias
Xanthi

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 30.11.2010, 21:52

Liebe Xanthippe,

ich habe mich jetzt keiner großen Analyse hingegeben, aber obwohl dein Text mit ganz anderen Worten spricht, sich auch "irgendwie" auf einander anderen Ebene befindet, so spüre ich sofort die Ähnlichkeit oder besser das Gemeinsame an den beiden Texten und ich finde es toll, dass du diesen Text als Ausdruck zu dem Eindruck, den RäuberKneißls Text, den ich im übrigen auch sehr fein und schmerzhaft finde, auf dich gemacht hat.
Hätt ich sofort drauf getippt, dass du da talent hast - solche Antworten zu geben.

liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 01.12.2010, 00:19

Hallo Xanthippe,
ich lese dein Gedicht als eines mit eigener Thematik - Einsamkeit -, das sich in einigen Bildelementen wie Feuer, Scheit, an die Inspirationsquelle anschließt. In der Vorlage ging es ja um das Scheitern, den Zustand, wenn man mit Schmackes vor die Pumpe gelaufen ist, hier sehe ich einen etwas melancholischen Rückblick von einem einsamen Menschen auf Zeiten, in denen die Einsamkeit - auch schon da war.
Was ich nicht recht zusammen bekomme, ist dann das mitleidslose, harte Sprechen: damit assoziiere ich unmißverständliche Botschaften, die "ungeschminkte Wahrheit", der sich nicht mehr ausweichen lässt - vielleicht ein Weckruf aus der Melancholie? Doch andererseits soll genau das nicht sprechen, nur malen was es verschweigt. Die Brücke zwischen den beiden diametral entgegengesetzten Sprechformen hat sich mir noch nicht erschlossen. Den Titel deute ich so, dass sie da ist, vielleicht geradezu das Thema?
Grüße
RäuberKneißl

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 01.12.2010, 12:16

Hallo Räuber,

natürlich hat das Gedicht eine eigene Thematik (will ich hoffen), so viel Freiheit habe ich mir beim Räubern genommen :rolleyes: , alles andere wäre weniger Inspiration als Nachahmung oder so, und daran habe ich wenig Interesse.
RäuberKneißl hat geschrieben:Was ich nicht recht zusammen bekomme, ist dann das mitleidslose, harte Sprechen: damit assoziiere ich unmißverständliche Botschaften, die "ungeschminkte Wahrheit", der sich nicht mehr ausweichen lässt - vielleicht ein Weckruf aus der Melancholie? Doch andererseits soll genau das nicht sprechen, nur malen was es verschweigt. Die Brücke zwischen den beiden diametral entgegengesetzten Sprechformen hat sich mir noch nicht erschlossen. Den Titel deute ich so, dass sie da ist, vielleicht geradezu das Thema?


ja, ich kann verstehen, dass es einem Leser so gehen kann. Allerdings finde ich den Widerspruch logisch, gewissermaßen. Egal was gesagt wird, bleiben doch immer so viele Leerstellen, so viele Zwei- und Mehrdeutigkeiten, und selbst die härtesten Worte, kann jemand zärtlich deuten und ja, vor diesem Hintergrund: wird jemals gesagt was gemeint ist? Kann man das überhaupt mit Worten?

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 01.12.2010, 12:18

Liebe Lisa,

das freut mich sehr, dass du die Bezüge spürst ...


Lisa hat geschrieben: und ich finde es toll, dass du diesen Text als Ausdruck zu dem Eindruck, den RäuberKneißls Text, den ich im übrigen auch sehr fein und schmerzhaft finde, auf dich gemacht hat.
Hätt ich sofort drauf getippt, dass du da talent hast - solche Antworten zu geben.
:-)

Ja, irgendwie kann ich das besser, als ausgefeilte Analysen, obwohl ich die auch schätze...

Xanthi


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