verloren

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 02.10.2010, 13:38

da lag ein seil im fallenden schnee
sie dachte wohl an verlorene bindung

da liegt etwas geknotetes im tauenden schnee

MarleneGeselle

Beitragvon MarleneGeselle » 04.10.2010, 08:54

Wieder-Verbindung? Oder dies zu glatt und zu offensichtlich?

Alma Marie Schneider
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Beitragvon Alma Marie Schneider » 06.10.2010, 04:10

Der dritten Zeile würde ich eine andere Wendung geben
Zitat:
da lag ein seil im fallenden schnee
sie dachte an verlorene bindung (auf das "wohl" würde ich verzichten)

Liebe Grüße
Alma Marie
Die Schönheit erklärt man nicht, man empfindet sie (Peter Rosegger).

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 06.10.2010, 14:22

Hallöchen,

schöne Bilder, nur in Z1 sehe ich ein kleines Problem darin, dass im fallenden Schnee, also während er noch in der Luft ist, nichts liegen kann. Erst wenn er am Boden ist, kann ein Seil darin liegen. Oder ist der fallende Schnee zusammengeklebt wie ein Topf? Vielleicht so:

da war ein seil im fallenden schnee

da lag ein seil im gefallenen schnee


Ahoi

Pjotr

Mucki
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Beitragvon Mucki » 06.10.2010, 14:26

Hallo Niko,

ich versteh hier nur Bahnhof, steh total auf der Leitung, was du mit den Zeilen sagen möchtest. :12:
Offensichtlich geht es aber nur mir so. Also, vielleicht kann mich mal jemand der Kommentatoren erleuchten?

Saludos
Mucki

Trixie

Beitragvon Trixie » 06.10.2010, 15:18

hi niko
- ich habe den verdacht, dass es sich NICHT darum handelt, aber mir kam als erstes die assoziation:
selbstmord
in den kopf....

ansonsten könnte ich da, glaub ich, stundenlang interpretieren und assoziieren ohne zu ahnen, was DU jetzt eigentlich genau damit gmeint hast.

ich sehe hier keine vom autoren vorgegebene stimmungsrichtung. das ganze kann melancholisch, aussichtslos, hoffnungsvoll gelesen werden - alles ist möglich. deshalb bleibt es mir nicht lange in erinnerung, weil es zu wenig prägnant ist, um irgendwie ein ganz bestimmtes bild zu erzeugen.

liebe grüße
trix

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 07.10.2010, 17:05

Hallo, Niko,

mir geht es wie Pjotr - im fallenden Schnee kann nichts liegen. Es könnte davon bedeckt werden oder ebenfalls fallen. Den erläuternden Satz ("sie dachte wohl ...") brauchts eigentlich nicht. Lass den Leser doch einfach daran denken, damit auch der (oder die) etwas zu tun hat ... ;)

Viele Grüße
fenestra

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 07.10.2010, 18:03

P.S.: Vielleicht so?

da lag ein seil unterm fallenden schnee


Vielleicht auch das "etwas geknotetes" ein bisschen flüssiger?

da liegen Knoten im tauenden schnee
da liegt ein Knoten im tauenden schnee
da liegt ein Netz im tauenden schnee
da liegt Geknüpftes im tauenden schnee
...
...

Nur zur Inspiration.

P.

Niko

Beitragvon Niko » 07.10.2010, 21:08

hallo!
im früheren abend hatte ich schon mal geantwortet. aber dieses bekiffte w-lan hat die fertige antwort nicht mehr geschickt, bevor das netz abstürzte....
also: nächster versuch:
trix......mit deiner vermutung liegst du gar nich verkehrt. ich jedenfalls hatte die gleiche intention beim schreiben, wie du beim lesen. dass es für dich nicht greift, weil´s zu beliebig ist, ist schade. aber ich glaube, dass gerade die beliebigkeit, wie du es nennst (ich würde es mehrdeutig nennen) dem leser die möglichkeit gibt, dass hinter die worte zu lesen, was ihn selbst damit verbindet.

und pjotr: du hast recht. im fallenden schnee kann ja nix liegen. das ist dann doch eher umgangssprachlich. ich werde es ersetzen durch "gefallenen" oder "ersten" schnee. denn eigendlich ist mir der einsetzende winter als beginn des zeitfensters, in welchem das geschehen betrachtet wird, schon wichtig. vom beginnenden schneefall bis zur schneeschmelze.

das "wohl" ist mir wichtig, alma und fenestra. denn es zeigt, dass ein betrachtender vermutungen anstellt über das, was gewesen sein mag.

wiederverbindung ist nicht die schlechteste lesart, marlene. zwar nicht so von mir gedacht beim schreiben, aber das ist ja wurscht. wichtiger ist, was daraus gelesen wird für jeden einzelnen.
unter fallendem schnee kann man das seil ja auch nicht sehen, pjotr ;-)

vielleicht hat dir das kommentieren etwas näher gebracht, gabriella, dass der text ein wenig lesbarer für dich wird?

ich danke euch sehr für das beschäftigen mit meinem kleinen textchen!

liebe grüße: niko

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 09.10.2010, 21:59

Hallo,

bestimmt rufen alle laut "Veto", aber ich fände dieser Text könnte noch eine Spur "wehiger" werden, wenn die erste Zeile auch im Präsens stände. Klänge notwendiger, schneechronischer und entfernter von Beobachtern, also allein...und "irgendwie" kommts ja drauf an.

liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

Max

Beitragvon Max » 11.10.2010, 21:12

Mir gefallen Pjotrs Inspirationen hierzu sehr gut.
Ansonsten geht es mir gerade umgekehrt wie Lisa - ich habe den Eindruck, dass dem Gedicht etwas mehr Dichte gar nicht schaden könnte.

Liebe Grüße
Max


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