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Was Menschen hinterlassen

Verfasst: 26.09.2010, 21:33
von Alma Marie Schneider
Was Menschen hinterlassen


Manches bleibt liegen
Wie die leeren Hallen
Dort schrie man
Schlagt sie tot
Ein Seidenkleid mintgrün
Unter Geröll vergraben

Die Nacht ist Nagellack
Kuss und Tanz
Mord und Tod

Matroschkas schöne Augen
Tragen ein gemaltes Königreich
In ihren purpurroten Tränen
Liegt Lug und Trug
Zanken sich Jung und Alt

Ein Nachahmungstier
Begraben und vergessen
Im Sandkleid der Zeit

Manches bleibt liegen
Füllt wieder Hallen
Mit weißen Augen
Kehren Zeit und Mensch zurück

Verfasst: 29.09.2010, 21:21
von Max
Liebe Alma,

ich habe ein Problem mit dem Text, das ich eher bei mir als bei dem Text vermute.

Rein sprachlich mag ich den Text und finde einige Bilder wie

Die Nacht ist Nagellack


sehr gelungen, originell und schön. Inhaltlich habe ich das Gefühl, dass der Text (zB in den Strophen 1 und 3) auf ein konkretes Ereignis anspielt, aber ich weiß nicht, auf welches. Ddaher bin ich vielleicht der falsche Kommentator.

Liebe Grüße
Max

Verfasst: 30.09.2010, 15:55
von Alma Marie Schneider
Hallo Max,

nein, dem Text liegt kein konkretes Ereignis zugrunde. Dem was Menschen hinterlassen, oft sehr wohl. Später findet man dann diese Zeitzeugen, hortet sie in Museen oder sie sind schon als grandiose Bauwerke weithin sichtbar. Im Rückblick verklärt sich dann oft viel.

Liebe Grüße
Alma Marie

Verfasst: 30.09.2010, 18:43
von noel
Alma Marie Schneider hat geschrieben:Was Menschen hinterlassen


Manches bleibt liegen
Wie die leeren Hallen
Dort schrie man
Schlagt sie tot
Ein Seidenkleid mintgrün
Unter Geröll vergraben


manches bleibt, vielLeicht nur als sandWerk
& manmeint zu hören, den schall der vergangeen
grausamen menschlichkeiten

Alma Marie Schneider hat geschrieben:Die Nacht ist Nagellack
Kuss und Tanz
Mord und Tod


hier ist mir das erste UND zu viel
ansonsten hast du den schein des seins im nagellack gut
bebildert & auch das werden & vergehen von leidenschaft, liebe,
angst, m8 & auswegen die schmerz erregen.

Alma Marie Schneider hat geschrieben:Matroschkas schöne Augen
Tragen ein gemaltes Königreich
In ihren purpurroten Tränen
Liegt Lug und Trug
Zanken sich Jung und Alt


auch hier, feinne bilder für ideologien die nichts als blut hinterlassen
& im generationskonflikt sich entleeren.

Alma Marie Schneider hat geschrieben:Ein Nachahmungstier
Begraben und vergessen
Im Sandkleid der Zeit

Manches bleibt liegen
Füllt wieder Hallen
Mit weißen Augen
Kehren Zeit und Mensch zurück


nachahmungstier...
& auch die zeitgebilde tRagen gestriges wieder auf...

ich mag diese wendeltreppe der unendlichen schleife namnes menschsein

Verfasst: 02.10.2010, 22:57
von Eule
Hallo Alma Maria, Dein Text erinnert an den mörderischen Hass und die Hilflosigkeit der Opfer, sowie die Möglichkeiten des Einzelnen, damit umzugehen. Du sprichst von einer der dunkelsten Seiten menschlicher Gesellschaften und einem der stärksten Kontraste zu Luxus und Selbstzufriedenheit. Und an die traurige Wahrheit, dass dies auch ein wiederkehrendes Element der Menschengeschichte ist. Für mich ist der Text gelungen. Viele Grüße.

Verfasst: 08.10.2010, 13:09
von Alma Marie Schneider
@noel

Danke Noel. Das zusätzliche "und" steht dafür, daß es auch und und und .... heißen könnte.

@Arne
Danke Arne. Der Auslöser zum Gedicht war eigentlich eine römische Münze aus der Kaiserzeit. Sie zeigte Caracalla. Er ermordete seinen Bruder Geta aus Machtgier in den Armen seiner Mutter. Wie gesagt, es war nur der Auslöser.

Herzliche Grüße

Alma Marie

Verfasst: 21.10.2010, 01:11
von Eule
Danke auch Dir. Du hast beeindruckende und tröstende Bilder verwendet, und ich freue mich, dass Dein Text auch bei den anderen positiven Widerhall fand. Viele Grüße !