Hallo Tom,
Ich hatte das mal mit einer Gitarrenimprovisation verglichen. Da trägt dich was im Hintergrund, liefert den Stimmungsteppich, und du rotzt das Solo runter.
Der Unterschied zum improvisierten Gitarrensolo ist wohl unter anderem der, dass die Zuhörer dort auch vom Hintergrund getragen werden, der Stimmungs/Klangteppich nicht nur für den Autor/Solist existiert. Hier fehlt das aber. Der unbedarfte Leser kann mit der Juist-Flagge z.B. aus dem Text heraus einfach nichts anfangen.
Improvisieren ist eine Kunst! Es funktioniert aus meiner Sicht nur, wenn man alle Regeln und Möglichkeiten seines Instrumentes und des Komponierens so verinnerlicht hat, dass man sie nicht mehr bewusst wahrnimmt, sondern spontan umsetzen kann.
Ein Solo/Gedicht wird für mich nicht besser oder schlechter, oder authentischer, echter, ob es nun improvisiert ist oder in stundenlanger Arbeit durchkomponiert und abgemischt. Auseinandersetzung und Arbeit kann auch ein Annähern an das bedeuten, was man fühlt und aussagen möchte, nicht nur ein Entfernen.
Am Ende zählt, was man "hört".
Dass man solche Texte zur heiligen Kuh erklärt, und meint dass man daran nicht mehr arbeiten, oder (auch selbst) kritisieren dürfte, weil es dann nur verlieren kann, halte ich für ein bequemes Gerücht, aber nicht für eine Rechtfertigung fürs Vergeigen. .-)
Hier ist der erste Notizbuchhalt für die erste Strophe ein gelungener Einstieg, dann verliert es
für mich den Faden und entgleitet dem Künstler.
Insgesamt ist mir ist zu viel Gesabber im Text, so dass ich am Ende dachte, gut, dass er den Mund zumacht. :o))
Entschuldige, wie war das... Reibung erzeugt Wärme.

Liebe Grüße an den Faun
Flora