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Der Hund in mir
Verfasst: 19.08.2010, 12:18
von leonie
Der Hund in mir bellt.
Wenn er frei herumläuft, sage ich:
Der beißt nicht.
Wie alle Hundebesitzer.
Wenn wir Gassi gehen, leine ich ihn an.
Manchmal kackt er jemandem vor die Tür.
Dann ziehe ich ihn weiter, sage mir:
Das bin nicht ich.
(Das etwas andere Gedicht von leo)

Verfasst: 19.08.2010, 13:42
von ferdi
Hallo Leonie!
Da weiß ich jetzt eigentlich gar nichts schlaues zu zu sagen... Daher lasse ich es bei einem: Gefällt mir gut. Vielleicht ergänzt um: Mach sowas ruhig öfter

Ferdigruß!
Verfasst: 19.08.2010, 14:30
von leonie
Lieber ferdi,
dankeschön. Mal sehn, ob das öfter geht...
Ich bin über die Setzung noch unsicher.
Liebe Grüße
leonie
Verfasst: 19.08.2010, 14:56
von Nifl
Huhu Leo,
hm, recht banal für "Freies Weben", sähe den Text eher in irgendeiner humoristischen Ecke (oder ist die fette Klischeebombe nicht zum Lachen gedacht?).
Dann die Schnauze des Lesers mit "Der Hund in mir bellt" voll reindrücken in den Text, ihm die Ahafreude rauben, doof.
Nö, kann ich nichts mit anfangen, vielleicht auch weil ich Hundehalter bin.
LG
Nifl
Verfasst: 19.08.2010, 17:43
von leonie
Lieber Nifl,
hm, ich bin mir noch unsicher, ob ich ihn in die humoristische Ecke stelle. Ob das zum Lachen gedacht ist, möge der Leser entscheiden.
Und: ohne "in mir" würde das doch niemand verstehen können, oder?
Klar sind da Spitzen drin. Aber die wenden sich doch sofort gegen das lyrIch selber...
Klischeebombe? Leider durchaus Erfahrungswerte....
Liebe Grüße
leo
Verfasst: 14.09.2010, 13:26
von Max
Liebe Leo,
ich glaube an dem Text ist mir die erste Zeile schon ein bisschen zu erklärend. Wenn Du anstelle von dem Hund in Dir erst einmal nur von Deinem Hund sprächest, würde der Text breiter und vielleicht würde es dadurch ein bisschen mehr Gewicht bekommen.
Hm. Ansonsten ist das natürlich mit Parabelnund Metaphern immer so eine Sache, man kann sie in einige Richtungen auslegen - Frisch berichtet in einem Interview, dass ihm seine eigene Parabeln suspekt wurden, u.a. als er erfurh, dass der Biedermann gleichzeitig zweimal in New York aufgeführt wurde - und zwar in einem Ghetto-Theater in Brooklyn und vor der Vereinigung der NewYorker Polizisten ....
Liebe Grüße
Max
Verfasst: 14.09.2010, 19:16
von Pjotr
Hallo Leonie,
finde ich auch: Mach sowas ruhig öfter. Mir gefällt's ebenfalls :-)
(Im übrigen bin ich immer noch der Meinung, dass die Humorrubrik abgeschafft und deren Werke in die anderen Rubriken je nach Form verteilt werden sollte. Erstens, kann jedwede prosaische oder lyrische Standardform Humor enthalten, Humor ist keine Form; zweitens, langweilt es, wenn vor dem Lesen mittels Rubrikschild hingewiesen wird: Jetzt kommt was witziges.)
Ahoi
Pjotr
Verfasst: 14.09.2010, 21:40
von ferdi
Pjotr hat geschrieben:(Im übrigen bin ich immer noch der Meinung, dass die Humorrubrik abgeschafft und deren Werke in die anderen Rubriken je nach Form verteilt werden sollte. Erstens, kann jedwede prosaische oder lyrische Standardform Humor enthalten, Humor ist keine Form; zweitens, langweilt es, wenn vor dem Lesen mittels Rubrikschild hingewiesen wird: Jetzt kommt was witziges.)
Das ist, ach so lange schon! genau meine Rede

Schön, dass du es so auf den Punkt bringst, Pjotr.
Ferdigruß!
Verfasst: 14.09.2010, 21:46
von leonie
Lieber Max,
aber wenn ich das ändere, dann wird doch die Anzahl der Richtungen, in die man es auslegen kann, noch größer...Eigentlich möchte ich das schon relativ eindeutig haben. Selbstkritisch, aber nicht ohne Seitenhieb...

.
Lieber Pjotr,
dankeschön. Mal sehn, was sich machen lässt....
Liebe Grüße
leonie
Verfasst: 14.09.2010, 22:16
von Niko
mit augenzwinkern in die eigene wade beißen - so ist es für mich. und das "in die eigene wade beißen" hat für mich deutlich mehr gewicht als das augenzwinkern.
dieses rubrikschubladenauftun finde ich manchmal sehr störend. denn ich finde, dass man jedem text durchaus irgendetwas andichten kann, was ihn befähigt, auch in anderen rubriken stand halten zu können. wie schon in ähnlichem zusammenhang bei xanthippe gesagt: für mich ist einzig allein entscheidend, wofür es der autor hält. auch die wahl der rubrik sagt ja was über den text aus.
Der Hund in mir bellt.
Wenn er frei herumläuft, sage ich:
Der beißt nicht.
Wie alle Hundebesitzer.
diesen teil finde ich toll. vielleicht könnte ein "mein hund" anstatt "der hund in mir" den vermeindlich lyrischen touch etwas steigern. es stimmt schon, dass dieses "in mir" so `irgendwie´ esotherisch klingt
.gif)
Wenn wir Gassi gehen, leine ich ihn an.
Manchmal kackt er jemandem vor die Tür.
Dann ziehe ich ihn weiter, sage mir:
Das bin nicht ich.
"gassi" bringt es vielleicht in die humorrubrik für manche. wäre möglich. denkbar wäre hier für mich ein "wenn wir vor die türe gehen" oder " draussen" (finde ich sogar noch besser als den ersten vorschlag) kurze aussagesätze empfinde ich als gutes mittel, einen text zu verstärken, den inhalt eindringlicher zu machen. das finde ich hier meißtenteils gut gelungen.
der text bleibt konsequent im bild und hat wiedererkennungswert bei mir als leser, ich kann mich also reinfühlen.
so wäre es für mich am rundesten:
Mein Hund bellt.
Wenn er frei herumläuft, sage ich:
Der beißt nicht.
Wie alle Hundebesitzer.
Draussen leine ich ihn an.
Manchmal kackt er jemandem vor die Tür.
Dann ziehe ich ihn weiter, sage mir:
Das bin nicht ich.
liebe grüße: niko
Verfasst: 14.09.2010, 22:25
von fenestra
Manchmal kackt er jemandem vor die Tür.
Dein innerer Schweinehund? ;)
Ich finds witzig, hab aber auch keine Idee, wie man das zugegebenermaßen zaunpfahlwinkmäßige "in mir" ersetzen könnte.
Meinung, dass die Humorrubrik abgeschafft und deren Werke in die anderen Rubriken je nach Form verteilt werden sollten
Die Rubriken sind ja eben nicht nur nach Formen aufgeteilt, sondern es ist ein Mix aus inhaltlichen (Liebeslyrik, Kultur) und formalen Kriterien (Erzählgedichte, Kurzlyrik), so dass es für ein und dasselbe Gedicht meist mindestens zwei Rubriken gibt, die passen. ;)
Viele Grüße
fenestra
Verfasst: 14.09.2010, 22:45
von Pjotr
fenestra hat geschrieben:Die Rubriken sind ja eben nicht nur nach Formen aufgeteilt, sondern es ist ein Mix aus inhaltlichen (Liebeslyrik, Kultur) und formalen Kriterien (Erzählgedichte, Kurzlyrik), so dass es für ein und dasselbe Gedicht meist mindestens zwei Rubriken gibt, die passen. ;)
Das ist das Dilemma. Lege ich die grünen Socken in die grüne Schublade oder in die Sockenschublade? :-)
Verfasst: 14.09.2010, 22:50
von leonie
Am besten keine grünen Socken tragen...Zum anderen morgen...
Gute Nacht
leo
Verfasst: 15.09.2010, 21:03
von Max
Hoi Pjotr,
ist es nicht egal, wo Du etwas liest?
Liebe Grüße
Max