Hallo Gerda, hallo Thomas,
danke für die Rückmeldungen.
Was hier wirklich an Kunstkritik herauszulesen ist, kann ich selbst auch nicht so genau sagen. Wahrscheinlich wirkt die Bildebene zusammen mit dem satirischen Duktus zu stark, sodass sie den Ansatz mit einer anderen Perspektive behindert.
Als Kunstkritik zielt der Text ja eher auf eine theoretische Ebene, wobei allerdings eine konkrete Kunsttheorie fehlt, die verarbeitet, bzw. auf's Korn genommen wird. Ich verarbeite nur meine Eindrücke von etwas, das man vielleicht Zeitgeist nennen könnte.
Anlass für den Text war jedenfalls nicht in erster Linie die Körperwelten-Ausstellung, sondern Durs Grünbeins "Schädelbasislektion" und mein Krankenhausaufenthalt nach einem Schädelbasisbruch.
Gerda hat geschrieben:Die Widersprüchlichkeit sehe ich sehr wohl, dass sich diese Kunst ad absurdum führt bleibt mir verborgen, ich denke sie führt uns Menschen unsere Eitelkeit und Vergänglichkeit vor ...
Für mich ist es so, dass beispielsweise ein Gedicht, dass uns auf diese Weise Eitelkeit und Vergänglichkeit vorführt, Schlüsse aus unserer Sterblichkeit zieht und diese Schlüsse zu einem Normensystem macht. Der Unterschied zu einem althergebrachten
Memento Mori liegt nicht in der Verfahrensweise sondern nur im Inhalt. Das Normative ist grundsätzlich ein Teil der Kunst.
Ein interessantes Beispiel dafür geben uns die neuesten Diskussionen hier im Forum. Obwohl betont wird, dass es keine poetoligschen Maßstäbe gäbe, nach denen Kunst geschaffen werden sollte, handeln die Diskussionen von der Bewertung des Textes. Entweder hat also die Aussage, dass ein Text gefalle oder nicht gefalle, keinen Unterbau und ist willkürlich oder es gibt eben doch Maßstäbe.
Interessant wäre auch die Frage, nach welchen Prinzipien man eigene Texte überhaupt schreibt, wenn man doch keine Vorstellungen davon hat, wie ein literarischer Text auszusehen hat. Indem man ein Wort an das andere reiht? Das "Alles ist erlaubt" der Kunst ist in meinen Augen ein Selbstbetrug. Ein Werk außerhalb eines Normensystems ist ein Leichenteil, ein Körper ohne Geist.