Wortfrüchte
Verfasst: 05.08.2010, 07:14
wüstenfuchs hat geschrieben:... Man liest die Worte, aber es ergibt kein größeres Ganzes.
Aber ein Ganzes ist der Text sehr wohl, auch wenn du anders empfindest. Er hat einen roten Faden und anhand dieses Fadens habe ich ihn konsequent entwickelt und zu einer Schlussfolgerung gefunden.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du meinst.
Niko hat geschrieben:Aber ein Ganzes ist der Text sehr wohl, auch wenn du anders empfindest. Er hat einen roten Faden und anhand dieses Fadens habe ich ihn konsequent entwickelt und zu einer Schlussfolgerung gefunden.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du meinst.
es ist schwierig, jemandes text zu kommentieren, wenn der autor andere meinungen nicht gelten lassen kann. .
ein kommentar befasst sich ja nicht mit der sicht des autors (oder wenn, dann nur wiederum aus seiner sicht) sondern er versucht zu schildern, wie es ihm mit dem text ergeht.
und wenn jemand den text nicht als großes ganzes empfindet (!!!!!) - womit ja dann nicht gesagtr ist, dass er kein großes ganzes IST, so finde ich, sollte man das akzeptieren. man kann nicht ein werk einstellen, in der hoffnung, dass jemand kommentiert (so ist doch wohl die hoffnung?) und dann (kritische) kommentare abschmettern.
ich will aber auch versuchen, etwas detaillierter an deinen text ranzugehen:
Wortfrüchte
Von Lippen Wohlklang pflücken geht ganz leicht,
erstrahlen Worte makellos und glänzend,
dass vage Skepsis, Zweifel rasch verfliegen.
ch habe keine ahnung von stab und binnenreimen. nur ein gefühl, wie es schwingen, klingen muss. hier in der strofe finde ich dieses gefühl gut. es passt metrisch für mich.
Ein zartes Blühen unterschwellig angefacht,
in jedem Hauch gedachtes Glühen, versetzt,
in einen Schwebezustand voller Staunen.
hier würde ich bei "glühen" das "e" streichen, damit es metrisch rund wirkt. - wie gesagt: nur nach meinem laienhaften reimverständnis. "unterschwellig angefacht" ist ein einschub, den ich dahinter UND davor mit einem komma versehen würde. das komma hinter glühen ist - für mich - grammatikalisch falsch. oder aber ein komma VOR unterschwellig und dann erst wieder nach glühen. ich glaube, dass du es so meinst. du kannst natürlich von stilmittel reden, wie du es auch tust. aber deine zeichensetzung ist irreführend für den leser. es gibt noch andere möglichkeiten, die kommata zu setzen. der sinn wird dann leicht verändert. mit deiner zeichensetzung aber irritierst du, weil es einfach so nicht richtig ist, sie zu setzen. stilmittel hin, stilmittel her.
vielleicht sind es die verwirrenden kommata in verbindung mit einem text, der etwas - sorry - hochgeschraubt wirkt, die dem leser den zugang schwer machen.
die ersten drei strofen finde ich noch angenehm zu lesen, sie gefallen mir gut.
dann kommt die unsägliche vierte strofe.
.da würd ich noch mal drübergehen, denn in der substanz - sprich: in dem, was er aussagen möchte, ist der text nicht übel
Hochkultur wäre für mich auch die Freiheit ganz unterschiedliche Formen der Kommentare zu begrüßen und darin eine lebendige und bunte Vielfalt und Individualität der Autoren und Leser zu sehen.Hatten wir nicht gerade im Salon mal eine Zeit der Hochkultur entwickelt was Textbesprechungen anging?
Genau diese Haltung merkt man dem Text an.Er hat einen roten Faden und anhand dieses Fadens habe ich ihn konsequent entwickelt und zu einer Schlussfolgerung gefunden.
Mich würde interessieren, weshalb du eine Form und Sprache gewählt hast, die du selbst als mühevoll und schwer empfindest und warum du davon ausgehst, dass dieser Eindruck Lust macht, sich darauf einzulassen, und dass sich an diesem Gefühl etwas ändert, wenn man sich mit dem Gedicht tiefer auseinandersetzt? Meine Schwierigkeit ist die, dass ich hier zum einen in deinen Klang nicht hineinfinde, und zum anderen mir die Arbeit daran, das bewusste in eine Form bringen in jeder Zeile im Lesen bewusst ist. Ich denke aber eine Form muss in solch einer Art ausgefüllt sein, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt, dass sie einem ganz natürlich erscheint. Das gelingt dir hier aus meiner Sicht nicht.Ich lasse mich nicht verunsichern, ich weiß, dass es ein starker Text ist, der veileicht auf Grund seiner Dichte und From schwerer ankommt als die doch im allgmeine besser verständliche - weil einfacher zu lesende - Prosalyrik, die man in den Internetforen, so auch im Blauen Salon, zuhauf findet.
Ja, man muss sich schon ein wenig Mühe geben, um dieses Gedicht zu duechdringen
Nun hast du das Gedicht ja hier eingestellt, um eben noch mehr Rückmeldung dazu zu bekommen. Dass diese nun anders ausfällt, als du erwartet hast, ist sicher erst einmal schwierig, vielleicht lässt du dir ein wenig Zeit, um darüber nachzudenken. Gegeneinander aufrechnen kann man das wohl nicht in dem Sinn, dass die einen nun Recht haben und die anderen daher nur noch fehl gehen können. Wüstenfuchs Gedanken dazu habe ich auch nicht als Behauptung gelesen, sondern als persönliche Rückmeldung.Dieses Gedicht ist in seiner Gesamtheit bereits ausführlich von anderen Autoren, außerhalb des Netzes besprochen worden, dieser Kritik, kein Ganzes zu sein, die in meinen Augen eben nichts weiter ist, als eine in den Raum geworfene unhaltbare Behauptung, hält es allemal Stand.
Woraus schließt du, dass das nicht der Fall war?Allerdings sollte man folgendes Können, wenn ma diesen Text lesen und besprechen möchte:
1. unvoreingenommen lesen
2. bereit sein sich auf dei Textebene einzulassen - ja auch versuchen, die andere vielleicht fremd anmutende Form an sich heranzulassen.
Niko hat geschrieben:ich werde dir nicht den gefallen tun, in ein wortgemetzel zu verfallen. über dieses level bin ich hinweg. nur soviel: du bestätigst mich in allen punkten.
lieben gruß: Niko
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Gerda
Allerdings sollte man folgendes Können, wenn man diesen Text lesen und besprechen möchte:
1. unvoreingenommen lesen
2. bereit sein sich auf dei Textebene einzulassen - ja auch versuchen, die andere vielleicht fremd anmutende Form an sich heranzulassen.
Flora
Woraus schließt du, dass das nicht der Fall war?
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