Liebe Leonie,
oh ja, mir gefällt das auch sehr, schon die ersten zwei Zeilen. Das
Tunken passt hier so wunderbar, ist sogar noch etwas lautmalerisch, toll!
Allerdings passt mir die Klammer in der dritten Zeilen nicht so recht...ja, ich kann also
leichte oder
lichte Hände lesen. Diese Ambivalenz finde ich ja im Prinzip schön, aber (vor allem) optisch stört mich die Klammerei doch sehr. Könnte man einfach beides schreiben, also
lichtleichte Hände zB, oder wäre das zu dick aufgetragen. Ich meine, ist ja schön und gut, dass dem Leser die Entscheidung überlassen werden soll darüber, ob man das eine oder andere liest, aber muss das so aufdringlich-offensichtlich platziert sein?
Wunderbar finde ich auch folgendes
und den Wind, der rau
übers Haar streicht, ein Vater., dabei vorallem das mit dem Vater, irgendwie überraschend, aber doch seltsam vertraut, eben dadurch, dass das Wort
Vater natürlich entsprechend belegt ist (jedenfalls bei mir, also irgendwie schon wohlig und nah).
Der Drache kommt mir dann schon wieder ein Bisschen unerwartet. Liegt aber daran, dass ich zunächst so nen chinesischen Drachen im Kopf hatte, also so etwas Stilisiertes, das man immer in den China-Restaurants sieht. Erst auf den zweiten Blick sah ich einen, wie soll ich sagen, "Herbstdrachen" (wahrscheinlich das, was du meinst...)
Wäre des zweimalige dunkel vermeidbar??? Oder ist das gewollt??? Mir gefällt beides mit
dunkel, aber vielleicht gibt es Variationen, die dir passen...
Was mir allerdings auch etwas zu "dick" aufgetragen ist, ist das, was Elsa schon erwähnte. Aber bei mir wird das schon mit diesen (für mich) doch etwas pathetischen
wer es könnte eingeleitet. Ach, das ist so dramatisch, zu dramatisch, irgendwie.
Von mir aus könnte man ruhig gleich mit
bevor er verweht
im Sandflug der Zeit…anschließen, auch wenn sich das dann schon irgendwie lesbar auf den Sommermond bezieht. Aber, ich finde, das macht nichts.
Vielleicht könnte man, wenn du die erwähnten "dicken" Zeilen belassen möchtest, das
wer es könnte umformulieren, vielleicht in etwas wie: wie könnte es sein
Also
Die Sonne ins Meer tunken
hinter den dunklen Strich
und mit l(e)ichten Händen
die Wellen verwischen
ihr Rauschen untermischen
und den Wind, der rau
übers Haar streicht, ein Vater.
Den lachenden Drachen einfangen
und die Funken über den Feuern
in denen die Blicke
dunkel werden.
Dann schließen mit einem Pinselstrich
wolkiger Signatur
unter dem Sommermond.
Wie könnte es sein
Den Himmel in Farben zu fassen.
Sein Leuchten zu bewahren,
diesen glänzenden Augenblick
bevor er verweht
im Sandflug der Zeit…
Das Pronomen vor Leuchten könnte ich auch entbehren, obwohl das dann schon fast, ja, "philosophisch" klingt.
Na, ich hoffe du kannst mit meinen Anmerkungen was anfangen.
Mir gefällt das Bild schon sehr, obwohl schon etwas herbstlich anmutet, für mich.
Noch will ich keinen Herbst
Herzlichst
Zafar