Xanthippe hat geschrieben:ja, das kann ich verstehen, dass du bei meinem mann schreibst, dass dir das nicht lyrisch genug ist. das hier ist wirklich ganz anders.
Ja, so ist das halt mit den Geschmäckern und Vorlieben und Fetischen und so
sprachschöpfungen sind was wunderbares, aber auch etwas sehr eigenwilliges, empfindliches, finde ich. ich mag den auftakt sehr, das erste beisammensein zu durchwundern gefällt mir sehr sehr gut, das macht schon räume auf, die "nachtglühens" für mich aber dann auch wieder schließt... das ist u.u. sehr subjektiv, aber mir ist es jedenfalls zuviel und wer weiß, vielleicht auch zu pathetisch, kein bild was mich anspricht und/oder ein bild zuviel, die strömenden adern hingegen sagen mir viel und würden mir in diesem zusammenhang vollkommen genügen...
ich mag Sprachschöpfungen auch...in bestimmten Maßen.
nachglühens bezeichnet natürlich die Tageszeit und damit eine bestimmte Stimmung. Ja, es ist pathetisch, aber auch nicht so wahnsinnig, oder?
wenn dir die tränen beinahe...
dann
verstehe ich einfach nicht
was ist daran unverständlich? Der Gedanke ist ja nicht direkt zu Ende gesponnen, irgendwie aber auch wieder schon, denn das
dann, also
was dann geschieht schlüsselt sich doch noch auf später in den Zeilen...denke ich
das wiederum, das wellen und wehen, der wind und das wasser, diese art der unfaßbarkeit gefällt mir sehr und sogar die hände in pariser latrenengemurmel,
welches Wasser?
nur ganz vielleicht bin ich mir nicht so sicher, ob ich das düstre hemd wirklich so sehen kann, seltsamerweise sehe ich es eher weiß, aber das ist ja mein problem, nicht wahr?
meinetwegen kann das LyrDu, wie du es liest, auch gern nen weißes Hemd anhaben. Auch das passt, finde ich, aber dann würd ich wohl
neblig schreiben, oder so...
aber düster jedenfalls passt für mich nicht so recht in dieses unfaßbare, sondern hat so eine bedrohliche und vielleicht sogar böse ebene, ich weiß nicht, ob du die beabsichtigt hast. aber vermutlich hast du das, nicht wahr. denn es kommt ja noch einmal das drohliche in der übernächsten strophe.
Eine gewisse Bedrohlichkeit empfinde ich hier schon als passend. Aber das Hemd ist einfach auch stimmungsmäßig düster, also, was die Stimmung des LyrDu angeht.
vom klang, vom rhythmus, von der stimmung her habe ich da nix auszusetzen, rein gar nichts, nur der mund und die tiefsee und dann das lyrische ich das drohlich, da verlässt mich das verstehen, auch bildlich, also ganz und gar, ich würde es rein intuitiv so lesen, dass dieser mund wie die tiefsee droht, das lyrische ich zu verschlingen, das sich aber gleichzeitig gewogen fühlt im spätrot einer sanften gasse, der punkt, der mich so zweifeln lässt, dass ich schließlich unverstehend zurückbleibe ist "der ich so viel drohlicher" ich hoffe du verstehst ansatzweise was ich meine.
Nunja, es ist natürlich davon auszugehen, dass sich sowohl LyrIch als auch LyrDu etwas
denken oder sich den Gegenüber denken, oder etwas Bestimmtes an ihm/ihr. Etwa den Mund, der anscheinend mit etwas erschreckend Schönem aufwarten kann, Tiefseeartigem (vielleicht auch wegen des Inhalts der Worte, die - was so zwar nicht wörtlich da steht - gesprochen wurden???). Scheinbar scheint das LyrDu mit diesem Mund aber auch durch Mimik oder Gestik oder Körperspannung etwas von seinem Sinnen über das LyrIch zu verraten, nämlich das ihm - dem lyrDu - da etwas
drohlicher erscheint. So oder so ähnlich, als Gedankenanstoß.
Wunderbarer Schluss. ich mag ganz besonders das aus versehen an deinen hals schmiegen. obwohl (oder gerade weil) ich es nicht verstehe, aber mit dem gefühl doch verstehe. weil es so irgendwie ein schweigen bewahrt.
Ich will ja nichts entromantisieren, aber, wer weiß schon, ob das alles aus Versehen war
Vielen Dank für dein "Zerpflücken"

...ich werd in jedem Fall mal über das Nachtgeglühe nachdenken...
Herzlichst
Zafar