Ein Mann

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 02.08.2010, 17:29

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Zuletzt geändert von Xanthippe am 09.08.2010, 13:31, insgesamt 3-mal geändert.

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fenestra
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Beitragvon fenestra » 03.08.2010, 17:02

Liebe Xanthippe,

da sind sehr hübsche Wortspiele drin, ich mag dieses Buchstaben auflesen, die Grashalme (einzige Farbe im Text), das bedeckte Wetter.

"ein Schritt vor dem anderen" würde ich schreiben, wegen der Zweideutigkeit.

Dass die Frau hinterherhinkt, scheint mir allerdings den Anfang etwas zu verderben und wie soll sie ihm dann die Buchstaben vorlegen? Von hinten kann sie ihm die höchstens vorwerfen, was den Anfang noch mehr verdürbe. "Es gibt einen Mann". Diese Feststellung scheint für den Anfang zu reichen. Feines Wort- und Gedankenspiel!

lg
fenestra
(wahrscheinlich ein paar Tage ohne Netz)

FawzZalum

Beitragvon FawzZalum » 03.08.2010, 17:05

Liebe Xanthippe,

also ich empfinde "einen Mann" als seltsam. Entweder bin ich heute nicht sehr lyrisch, als dass ich hinter/zwischen/ins Innenleben der Zeilen steigen könnte, oder es ist tatsächlich sehr verzwickt, sehr bewusst verzwickt.

Was mich jedoch schwelgen ließ:

Und sie [die Buchstaben] in Grashalme wickelt
Aus Angst sie könnten sich erkälten


Das lässt mich romantisieren. Ein schönes Bild, das mich sicher noch mal zu ein zwei Zeilen [oder mehr] inspiriert! :-)

Sehr vertraut erscheint mir das Bild des großen Ideen hinterherjagenden Mannes. Das ist auch irgendwie spektakulär, auch irgendwie süffisant. Ich mag das, diese kleinen feinen Äußerungen, die mich oder meine Gedanken ertappen.

Mir scheint das Ende aber irgendwie enttäuschend, so wie ich das ganze gerade lese. Ist es Enttäuschung [für lyr. Frau]? Ich meine, eine Ergänzung anstelle des Austausches [durch den Mann] wäre der Beziehung sicher zuträglicher...

Ich muss gestehen, ich bin nicht unbedingt eine Freundin dieser alltäglich-seltsamen, also dieser sehr alltagssprachvertrauten Bilder, die dann seltsam aufgegliedert oder arrangiert werden. Etwa das mit der Buchstabensuppe, obwohl das auch irgendwie originell finde, jedenfalls die Stimmung, die Gedanken, die das Bild herausfallender oder herausgefallener Buchstaben aus einer Buchstabensuppe bei mir erzeugt. Was ist Buchstabensuppe ohne Buchstaben, und was ist, wenn aus dem Original-Pool der Buchstaben welche verschwinden, und gibt es außersupplichen Raum für Suppenbuchstaben...und das alles auf eine sehr gefühlsmäßige Ebene bezogen [jedenfalls gerade bei mir...] :eek:

Naja, das klingt jetzt etwas abgedreht, oder?

Weiß auch nicht so recht.

Herzlichst

Zafar

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 08.08.2010, 11:32

Danke, Fenestra, für den Kommentar und die Vorschläge

fenestra hat geschrieben:
Dass die Frau hinterherhinkt, scheint mir allerdings den Anfang etwas zu verderben und wie soll sie ihm dann die Buchstaben vorlegen? Von hinten kann sie ihm die höchstens vorwerfen, was den Anfang noch mehr verdürbe. "Es gibt einen Mann". Diese Feststellung scheint für den Anfang zu reichen. Feines Wort- und Gedankenspiel!


Das interessiert mich: warum verdirbt es Dir den Anfang, wenn die Frau dem Mann hinterherhinkt? Na ja und mit den Buchstaben; da hatte ich noch die Suppe im Kopf, die sie ihm ja durchaus vorsetzen kann, obwohl sie ihm hinterherhinkt.
Bin gespannt auf Deine Antwort
Xanthi

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 08.08.2010, 11:38

Hallo ZafarFaraj,

jetzt mal an der richtigen Stelle eine Erwiderung und ein Dankeschön für Deine Kritik.
Ich glaube, nachdem ich jetzt einige Sachen von Dir gelesen habe, kann ich auch Dein "seltsames" Empfinden ein bisschen einordnen.

ZafarFaraj hat geschrieben:
Mir scheint das Ende aber irgendwie enttäuschend, so wie ich das ganze gerade lese. Ist es Enttäuschung [für lyr. Frau]? Ich meine, eine Ergänzung anstelle des Austausches [durch den Mann] wäre der Beziehung sicher zuträglicher...


Wegen des Endes kann ich Dich beruhigen (oder auch nicht?); jedenfalls ist das Ende nicht das Ende, es handelt sich bei diesem Gedicht um den Anfang eines sehr langen Zyklus und in dem geht es durchaus um Entäuschung, aber auch um Täuschung, um das Schöne und das weniger Schöne, eben um das woraus Beziehungen zwischen Mann und Frau allgemein bestehen.
Ich stelle im Laufe der Zeit noch das eine oder andere ein, wenn ich darf.
Xanthi

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 09.08.2010, 12:01

Kali mera, Xanthippe.

Aus Zeitmangel habe ich die Kommentare nicht gelesen. Ich bitte um Nachsicht, falls ich das Gesagte wiederhole.

Das Gedicht finde ich inhaltlich spannend. Und in seiner Form finde ich es insgesamt recht musikalisch. Aber nicht überall. In meinen Ohren klänge es folgendermaßen musikalischer:

Titel: "Der Mann" statt "Ein Mann" -- ich sage Dir gleich warum.

"Beginnen von vorn" statt "Und fangen von vorne an" -- passt besser zum Rhythmus von "Wir tauschen uns aus"

"Der Mann die Frau" statt "Ein Mann eine Frau" -- einsilbig (die) klingt für mich rhythmischer als zweisilbig (ei-ne)
"Die Frau der Mann" statt "Eine Frau ein Mann" -- dito -- und so dann auch der zitierende Titel


Zur Grammatik:

Statt "Ein Schritt vor den anderen" müsste es, glaube ich, eher heißen:

"Ein Schritt vor dem anderen"
Oder:
"Einen Schritt vor den anderen"


Zurück zur Musik:

"Es gibt immer einen der hinterherhinkt" -- ist das absichtlich so hinkend, holprig formuliert? Wenn ja, müsste es vielleicht noch extremer hinken, damit die Absicht deutlicher wird. Ist sicherlich schwierig, die Balance zu halten zwischen versteckter Pointe und verquatschter Pointe. Nun, wenn es allerdings keine Absicht ist, würde ich das flüssiger formulieren, habe aber momentan auch keine Idee.

(Komma hinter "einen" wäre gesetzlich vorgeschrieben, muss hier aber wahrscheinlich nicht beachtet werden, weil das gesamte Werk bewusst kommafrei gehalten ist.)

"Die aus der Suppe rausfielen" statt "Die aus der Suppe gefallen sind" -- passt musikalisch besser zur Nachbarzeile

"Es gibt einen Mann." -- würde ich so lassen. Also in dem Fall nicht "den" statt "einen".


Cheers

Pjotr

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Beitragvon Xanthippe » 09.08.2010, 12:13

heißa. das ist ja mal ein nützlicher kommentar. vielen dank. da werde ich etwas mit anfangen
was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass die anderen kommentare nicht nützlich waren

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 09.08.2010, 13:29

ich habe das jetzt mal probiert mit den pjotr musikalischen alternativen und leider, leider muss ich sagen, das ist nicht meine musik. was die artikel vor dem mann angeht, hätte mir der bestimmte artikel einen zu großen allgemeinheitsanspruch, dieses gedicht erzählt ja nur die geschichte von einem mann und einer frau, nicht eine allgemeingültige geschlechtergeschichte.
trotzdem vielen dank für die ideen und vorschläge
renitente grüße
xanthi

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Beitragvon Pjotr » 09.08.2010, 13:34

Hast sicher Recht, Xanthippe.

Übrigens, warum eigentlich nicht gleich das ganze in Prosa?

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Beitragvon Xanthippe » 09.08.2010, 13:36

weil ich diese art gedichte über alles liebe.

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Beitragvon Pjotr » 09.08.2010, 13:40

Nimm ein Mikrofon, lies es vor und lass es hier unter uns hören.

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Beitragvon Xanthippe » 09.08.2010, 13:41

ach das würde ich so gerne gerne tun. aber meine soundkarte ist kaputt. leider. :sad:

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Beitragvon Pjotr » 09.08.2010, 13:50

Besorg Dir eine neue.

Musst Du aber wahrscheinlich nicht, war wohl nur eine Ausrede. Soundkarten gehen nicht kaputt.

Komm, jetzt nimm's halt auf.

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Beitragvon Xanthippe » 09.08.2010, 14:57

ach so, wusste ich nicht, dass die nicht kaputt gehen. ja dann: nehm ich es halt auf.


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