Liebe Xanthippe,
also ich empfinde "einen Mann" als seltsam. Entweder bin ich heute nicht sehr lyrisch, als dass ich hinter/zwischen/ins Innenleben der Zeilen steigen könnte, oder es ist tatsächlich sehr verzwickt, sehr bewusst verzwickt.
Was mich jedoch schwelgen ließ:
Und sie [die Buchstaben] in Grashalme wickelt
Aus Angst sie könnten sich erkältenDas lässt mich romantisieren. Ein schönes Bild, das mich sicher noch mal zu ein zwei Zeilen [oder mehr] inspiriert!
Sehr vertraut erscheint mir das Bild des großen Ideen hinterherjagenden Mannes. Das ist auch irgendwie spektakulär, auch irgendwie süffisant. Ich mag das, diese kleinen feinen Äußerungen, die mich oder meine Gedanken ertappen.
Mir scheint das Ende aber irgendwie enttäuschend, so wie ich das ganze gerade lese. Ist es Enttäuschung [für lyr. Frau]? Ich meine, eine Ergänzung anstelle des Austausches [durch den Mann] wäre der Beziehung sicher zuträglicher...
Ich muss gestehen, ich bin nicht unbedingt eine Freundin dieser alltäglich-seltsamen, also dieser sehr alltagssprachvertrauten Bilder, die dann seltsam aufgegliedert oder arrangiert werden. Etwa das mit der Buchstabensuppe, obwohl das auch irgendwie originell finde, jedenfalls die Stimmung, die Gedanken, die das Bild herausfallender oder herausgefallener Buchstaben aus einer Buchstabensuppe bei mir erzeugt. Was ist Buchstabensuppe ohne Buchstaben, und was ist, wenn aus dem Original-Pool der Buchstaben welche verschwinden, und gibt es außersupplichen Raum für Suppenbuchstaben...und das alles auf eine sehr gefühlsmäßige Ebene bezogen [jedenfalls gerade bei mir...]
Naja, das klingt jetzt etwas abgedreht, oder?
Weiß auch nicht so recht.
Herzlichst
Zafar