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Brief

Verfasst: 12.07.2010, 10:22
von scarlett
...

Verfasst: 13.07.2010, 22:52
von scarlett
Also dass das SO schlecht ist, hätt ich nicht gedacht ...

sca

Verfasst: 13.07.2010, 23:12
von Max
Ich war gerade dran ... schade
Max

Verfasst: 13.07.2010, 23:35
von Niko
tja monika.......
wenn niemand kommentiert kann man rückschlüsse ziehen, muss man aber nicht. von mir gibt es mehrere unkommentierter werke hab ich festgestellt. aber an mangelnde qualität (insgesamt gesehen) glaube ich dabei nicht. und du solltest das auch nicht tun.
allerdings ist so ein einwurf von daher kontraproduktiv, als dass er mögliche kommentierer eher abschreckt, weil beim kommentieren eine art von "dazu genötigt" mitschwingen könnte. - verstehst du, was ich meine?

zum text:
der ist in der tat nicht schlecht.

Es ist still
geworden zwischen den Zeilen
liegt Schnee akkurat
geformte Buchstaben
umarmen einander zu Worten
ohne Schattenspur

mir gefällt diese erste stropfe. eigentlich noch mehr als die zweite. obschon ich die zeilenbrüche als etwas gezwungen empfinde. dennoch: die bilder darin finde ich gut!buchstaben umarmen zu worten. das finde ich ein tolles bild. und doch: es ist im text von einem brief die rede. einem, wo es zwischen den zeilen still gewoden ist. also kraftlos, ohne aussage, leer.....aber das umarmen der worte zieht dann wieder in eine andere richtung. verhakeln oder verschlingen etc wäre eine richtung, die ich inhaltlich besser nachvollziehen könnte.

Es steht nichts da-
hinter dem Baum ist der Baum und
sonst geht’s dir gut künstlich
blüht die Rose im Winter
erfüllt nur Papierduft
den Zeilenzwischenraum

obwohl hier das "künstlich" auch ebenso wirkt in punkto zeilenbruch, finde ich insgesamt die zeilenbrüche hier viel unauffälliger, gefälliger gesetzt. aber hier bleibe ich an den bäumen hängen. ich mag gerne bilder, die sich nicht zwingen lassen in logik. aber ich muss in einem von mir aus surrealen bild etwas in der ferne zumindest erahnen können. da sehe ich aber sozusagen vor lauter bäumen den wald nicht ;-)
der faden ist jedoch rot und kräftig durchgezogen, auch wenn die umarmung ihn mal eine sekunde verdeckt hat.

lesenswert. wie meistens!

liebe grüße: Niko

Verfasst: 14.07.2010, 03:51
von scarlett
Also gut, wieder mal ins berühmte Näpfchen getreten.

Danke Niko für deine Hinweise.

Ich verstehe sehr gut, was du mit dem Umarmen der Buchstaben meinst, ich werde da nach etwas anderem suchen. Und die Zeilenumbrüche ebenfalls mal überdenken.

Zum Baum kann ich gar nichts weiter dazu sagen, der hat sich eigentlich einfach so in den Text geschlichen, er steht - so wie es ja heißt - eigentlich für nix anderes als für sich selbst.

Hab Dank Niko und alles Liebe!

scarlett

Verfasst: 14.07.2010, 12:07
von Mucki
Hallo Monika,

dein Gedicht stand gerade mal einen Tag da und dann kam schon deine Meldung.
Ein bisschen mehr Geduld solltest du schon aufbringen, hm?
Zum Gedicht:

scarlett hat geschrieben:Es ist still
geworden zwischen den Zeilen
liegt Schnee akkurat
geformte Buchstaben
umarmen einander zu Worten
ohne Schattenspur

Das "umarmen" finde ich hier sehr passend, da es keine echte Umarmung ist, da "ohne Schattenspur" (also ohne Berührung). Auch das "akkurat" kann man als "steif", "unbeweglich" lesen.
Ich lese hier von einer Kälte im Brief. Da ist eben keine Wärme mehr. Auch der "Schnee" sagt dies aus.
scarlett hat geschrieben:Es steht nichts da-
hinter dem Baum ist der Baum und
sonst geht’s dir gut künstlich
blüht die Rose im Winter
erfüllt nur Papierduft
den Zeilenzwischenraum

Auch hier drückt die künstlich blühende Rose und dass nur der Papierduft den Raum ausfüllt für mich die Kälte zwischen einem LI und einem LyrDu aus, eine erkaltete, verblasste Beziehung.
Ich finde dein Gedicht sehr gelungen!

Saludos
Mucki

Verfasst: 14.07.2010, 12:30
von scarlett
Gabriella hat geschrieben:Hallo Monika,

dein Gedicht stand gerade mal einen Tag da und dann kam schon deine Meldung.
Ein bisschen mehr Geduld solltest du schon aufbringen, hm?


Hallo Mucki,

ja du hast recht, es tut mir auch leid, dass meine Ungeduld mit mir durchgegangen ist. Ich will mich hier auch nicht weiter groß rechtfertigen, aber mir geht es derzeit so besch ... eiden, dass ich richtig gierig nach anderweitigem Austausch/Ablenkung/Anerkennung bin. Ich werde mich künftig zügeln.

Gabriella hat geschrieben:
Das "umarmen" finde ich hier sehr passend, da es keine echte Umarmung ist, da "ohne Schattenspur" (also ohne Berührung). Auch das "akkurat" kann man als "steif", "unbeweglich" lesen.


Je länger ich jetzt darüber nachgedacht habe (eine Nacht lang, hatte ja sonst nix zu tun), umso plausibler erscheint es mir mittlerweile. Ich glaube daher, dass es wohl bleiben wird. Aber ich werde noch abwarten, es sich weiter setzen lassen.

Gabriella hat geschrieben:
Ich lese hier von einer Kälte im Brief. Da ist eben keine Wärme mehr. Auch der "Schnee" sagt dies aus.

Auch hier drückt die künstlich blühende Rose und dass nur der Papierduft den Raum ausfüllt für mich die Kälte zwischen einem LI und einem LyrDu aus, eine erkaltete, verblasste Beziehung.


Ja, so war es auch intendiert. Schön, dass man es auch so lesen/verstehen kann.

Gabriella hat geschrieben: Ich finde dein Gedicht sehr gelungen!


Danke, Mucki, das freut mich sehr!

LG
Monika

Verfasst: 14.07.2010, 16:50
von wüstenfuchs
Hallo Scarlett,

also ich empfinde Schnee und das Umarmen akkurat geformter Buchstaben auch widersprüchlich. Mit Schnee verbinde ich eher was Weiches, Flockiges.

Gut gefällt mir das Baumbild, die Rose verbinde ich stark mit Duft. So dass das Bild wieder zwei Pole für mich hat.

Vielleicht entsteht aber auch aus der Gegensätzlichkeit etwas ganz Eigen-Artiges.


Viele Grüße
Fux

Verfasst: 14.07.2010, 20:35
von Max
Hallo Scarlett,

tatsächlich habe ich gestern gerade über Dein Gedicht nachgedacht und gerade als ich den Kommentar abschicken wollte, hattest Du den Deinne gerade geschrieben, also habe ich meinen gelöscht ...

Gut, sei's drum - in Bruchstücken sagte er, dass das Gedicht mir an sich gefällt, dass ich aber genau mit der schon angesprochenen Widersprüchlichkeit der akkurat geformten Buchstaben und dem Schnee zu kämpfen habe.

hinter dem Baum ist der Baum


finde ich hingegen eine sehr originelle Beobachtung.

Nächstes mal vielleicht ein wenig mehr Geduld ;-)

Liebe Grüße
Max

Verfasst: 16.07.2010, 08:02
von scarlett
Lieber Ben, Max ...

Dank auch euch für eure Sicht auf den Text.

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass sich an dieser Stelle mit dem Schnee und den akkurat geformten Buchstaben die Geister scheiden.
Wäre es denn nicht möglich, es so zu sehen, dass gerade vor dem HIntergrund der Weiße, des Schnees, die Buchstaben sich besonders krass abheben? Schnee konnotiert ja nicht nur Kälte/Leere sondern auch Farbe.

Aber nun ja, ich lasse noch sacken, der Text ist ja relativ freisch, vielleicht "entwickelt" er sich ja noch.

Liebe Grüße,
scarlett

Verfasst: 16.07.2010, 10:52
von immekeppel
hallo scharlachrote monika,

mir gefällt die struktur des gedichtes sehr, aber auch ich habe schwierigeikten mit dem schnee zwischen den zeilen, in denen es still geworden ist, durch die aber durchaus der papierduft den der künstlichen rose übertreffen kann. irgendwie passt mir das nicht, der schnee zwischen den zeilen, während man im zimmer sitzt. und dann außerdem der raum auf dem blatt so groß ist, dass das papier durch die schneedecke durchduften kann?

also, ich könnte mir vorstellen, dass man den olfaktorischen aspekt des winterbildes inkl. natur - stillstand irgendwie anders hinbekommen könnte, zugegeben, bin jetzt da als lyrik ungeübte selbst kein guter ideengeber :(

lieben gruß

marion

scarlett

Verfasst: 06.08.2010, 17:59
von Lenamarie
Liebe Scarlett,

bin neu im Forum, kenne allerdings viele gute Gedichte von dir, doch ich komme nicht in den Rhythmus des Gedichtes. Der erste Satz ist elegisch und dann auf einmal Schnee....
Liebe Grüße Lenamarie

Verfasst: 13.08.2010, 21:33
von scarlett
Hallo Marion, Lenamarie

ich hab jetzt den Text sacken lassen, hab mich dann wieder reingekniet - aber ich kann daran auch heute nichts ändern. Für mich ist er stimmig genauso, wie er ist.

Es tut mir leid, dass ihr in dieses Bild der weißen (Hintergrunds)Seite, von der sich das GEschriebene abhebt und dennoch sehr viel Weiß dazwischen freilässt, nicht hineindenken könnt. Vielleicht das nächste Mal wieder.

Habt Dank für eure Rückmeldung und liebe Grüße,
scarlett

Verfasst: 13.08.2010, 21:47
von leonie
Liebe scarlett,

ich mag den Text sehr. Ich lese ihn als melancholisches Konstatieren einer Veränderung in einer einst sehr warmen, vielleicht sogar heißen Beziehung.

Wer weiß, was früher zwischen den Zeilen lag? Schnee jedenfalls ganz sicher nciht, jetzt aber ist es frostig geworden. Die Buchstaben sind zwar korrekt gesetzt, akkurat geformt, aber die "Seele" fehlt.
Dass bestimmte Begriffe mit einem Mehrwert aufgeladen waren, hinter ihnen mehr steckte als der Begriff vordergründig ausdrückt, weil die Beziehung Geschichten dahinter erzählt, das scheint vergessen, geleugnet vorbei.

Das Lebendige, Duftende ist dem Künstlichen gewichen. Was ja manchmal schlimmer sein kann als wenn es gestorben wäre. So sieht es so aus, als wäre da noch was. Aber der Eindruck täuscht.

Für mich wäre eher die Frage, ob das "umarmen" stimmig ist, so etwas wie "ergänzen" würde für mich eher zur Kälte und Duftlosigkeit passen.

Jedenfalls ein starker Text, der für mich auf der metaphorischen Ebene stimmig ist und ganze Geschichten im Leser hervorholen, neu erzählen, phantasieren und assoziieren lassen kann. Ich mag das.

Liebe Grüße

leonie