Hallo fenestra,
Liebe Flora, ich bin hin- und hergerissen. Selbst schwelge ich gerade in Frühlingsgefühlen und lausche mich tatsächlich schwindlig an Vogelstimmen. Die von dir beschriebene Stimmung kann ich sehr gut nachempfinden. Einiges an deinen Wendungen ist mir allerdings dann doch ein bisschen zuviel (sprich etwas zu kitschig), z.B. die Darstellung der Zeit mit dunklen Augen und Nüsteratem.
Für mich persönlich ist es kein "reines" Schwelgen, also da wäre die Möglichkeit, der Konjunktiv, aber das Gedicht trägt meine ich auch das andere in sich, also zumindest war es von mir so angelegt.
(Ich dachte dabei auch an diese Zeile von Lisa, die ich spannend fand:
zum Konjunktiv heb ich den KopfIch hoffe es ist o.k. Lisa, wenn ich dich hier zitiere?)
Der Nüsternatem hat für mich auch eine sensuelle Komponente und eine, die ich zumindest auch mit Mut, Gefahr, gegenseitiger Achtung, Spannung, Nähe und Vertrauen verbinde. Das wird für mich auch vom Saumpfad wieder aufgegriffen und weitergeführt. Vielleicht so: die Lasten sind da, aber sie werden nicht in den Vordergrund gehoben, sie werden getragen.
Dass viele auch heute noch von Lyrik vor allem ein Schwelgen in romantischen Stimmungen erwarten, liegt wahrscheinlich an der Sehnsucht, dem grauen Alltag einfach mal zu entfliehen.
Empfindest du das wirklich so? Ich habe im Gegenteil eher den Eindruck, dass viele Autoren und Leser von "modernder" Lyrik genau das nicht erwarten. Aber ich mag mich da auch gar nicht an irgendwelche Erwartungen anpassen, oder daraufhin schreiben.
Wir sind eben nicht nur "Verwöhnte der Jahreszeiten". Oft setzen uns die Jahreszeiten auch ganz schön zu.
Da wäre zum einen der Aspekt, wie das "wir" hier aufgefasst werden kann, und ob es eine Aussage über alle Zeiten, in die Zukunft hinein und über alle Schicksale hinweg sein muss, und zum anderen, bezieht sich das ja hier konkret auch auf die Strophen davor, auf die Abwechslung und die Erwartung, die Haltung.
Und ja, sie können uns auch zusetzen, nur war das hier eben nicht mein vordergründiges Thema, diese Seite herauszustellen, das wäre wohl ein anderes Gedicht geworden.
Aber LDu erzählt bis in den Stein hinein, vielleicht auch das ein Gedanke, der weg vom "reinen" Schwelgen führen könnte, wie vielleicht auch schon der Titel?
Hallo Leonie,
einiges habe ich fenestra schon geschrieben, vielleicht ist da auch ein Gedanke dabei, der auf dein Hin- und Hergerissensein eingeht? Es ist interessant für mich, wie das bei euch ankommt.
Saumpfad ist keine Komposita, also zumindest nicht im Sinne einer Erfindung von mir? Schau mal:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/18728890Das Lasso versetzt mich in den wilden Westen, vor allem, weil dann ja auch ein Pferdebild folgt.
Was hast du denn gegen den wilden Westen. .-) Das ist natürlich schade, dass du dadurch rausfliegst. Aber trägt die Strophe selbst für dich bis auf diese Assoziation tatsächlich dieses Cowboybild? Und ohne Pferdebild würde für mich auch das Lasso ins Leere gehen?
Danke für eure Rückmeldung!
Liebe Grüße
Flora