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o.T.
Verfasst: 14.03.2010, 19:50
von Zakkinen
[tabs][tabs:18.02.2010]
dringen ein
in das Land
in die Dörfer
in die Häuser
in die Frauen und Mädchen
schlachten
die Tiere
die Männer
die Jungen
auch die Babies mit Macheten
den Frauen
den Mädchen
schenken sie
zum Dank
ein neues Leben
[tabs:Original]
Säen
dringen ein
in das Land
in die Dörfer
in die Häuser
in die Frauen und Mädchen
schlachten
die Männer
die Jungen
die Kinder
und die Tiere mit Macheten
den Frauen
den Mädchen
schenken sie
zum Dank
ein neues Leben[/tabs]
Verfasst: 14.03.2010, 21:56
von leonie
Puh, ist das heftig. Aber leider wahr.
Ich bin mir nicht sicher, ob die zweite Strophe dort hin muss. In der ersten fokussierst Du sozusagen, aus dem Großen, gehst von da immer mehr ins Detail. Dadurch hat sie Kraft.
Zum einen ist es wirklich so, beschreibt das Vordringen einer Armee. Zum anderen ist es, als ob eine Kamera aus der Totalen immer näher ran zoomt. Und das eigentlich Berührt-Werden des Lesers geschieht ja oft genau durch die Details.
Bei der zweiten Strophe wirkt das nicht so, weil diese Linie nicht durchgehalten ist. Zum einen sind Jungen ja auch Kinder. Zum anderen endest Du hier bei den Tieren, wobei für mein Empfinden aber die Kinder am Schluss stehen müssten. Auch zum Titel "Säen" passt sie nicht so wie die erste.
Die dritte Strophe ist so zynisch wie die Realität. Man fragt sich, was sich da fortpflanzt. Ich habe einmal eine Frau kennen gelernt, die so gezeugt wurde, sie war um die sechzig und litt immer noch daran. Und ich habe einmal eine Reportage gelesen über Frauen, die ihre Kinder nicht ertragen haben und sie getötet haben.
Du siehst, der Text löst viel bei mir aus.
Liebe Grüße
leonie
Verfasst: 14.03.2010, 23:34
von Mucki
Hola Enrique,
puh, ja das haut ganz schön rein.
Ich stimme leonie zu. Die 2. Strophe fällt aus dem Rahmen, was den Titel betrifft.
Saludos
Mucki
Verfasst: 15.03.2010, 09:06
von Zakkinen
Danke, das ist sehr hilfreich. Vielleicht kann sie ganz weg, auf jeden Fall werde ich es noch mal anders probieren.
grüße,
Henkki
Verfasst: 15.03.2010, 16:22
von Zakkinen
Was hieltet Ihr von dieser Variante mit einer Umstellung und dem Titel "Säen und Ernten"
dringen ein
in das Land
in die Dörfer
in die Häuser
in die Frauen und Mädchen
schlachten
die Tiere
die Männer
die Jungen
auch die Babies mit Macheten
den Frauen
den Mädchen
schenken sie
zum Dank
ein neues Leben
Gruß,
Henkki
Verfasst: 15.03.2010, 16:47
von Mucki
Hola Enrique,
ich überlege gerade, ob der Titel "Böse Ernte" passend wäre, da er auf zweierlei Weisen gelesen werden kann.
Was meinst du?
Dann ist da noch ein Punkt, über den ich grüble: "Macheten" reimt sich (wenn auch nicht ganz korrekt, da "Macheten" dreisilbig) auf "Mädchen"
Ist das so gewollt von dir?
Saludos
Mucki
Verfasst: 15.03.2010, 16:50
von Zakkinen
Für mich reimt sich das nicht :)
Verfasst: 15.03.2010, 18:03
von Mucki
klar reimt es sich nicht, da Macheten drei Silben hat, aber dieses
Zakkinen hat geschrieben:in die Frauen und Mädchen
und
Zakkinen hat geschrieben:auch die Babies mit Macheten
"klingt" ein bisschen nach Reim, da man "Mädchen" gedehnt ausspricht wie auch "Macheten" und dazwischen ja noch etwas steht, man also sozusagen über die eine Silbe hinweg liest, weißt, wie ich das meine? Aber das nur am Rande.
Was meinst du zum Titel "Böse Ernte" als Idee?
Saludos
Mucki
Verfasst: 15.03.2010, 18:34
von Zakkinen
Hallo Mucki,
der Titel "Böse Ernte" ist mir etwas zu offensichtlich. Ich warte noch ein wenig ab. Eigentlich fand ich "Säen" nicht schlecht, mir schwebt vor, ein zweites zu machen, das "Ernten" heißt.
Gruß,
Henkki
Verfasst: 16.03.2010, 20:54
von Max
Lieber Henkki,
ich finde das einen Text, der wirklich hrvorragend in diese Kategorie passt und der in seiner Nüchternheit für mich den richtigen Ton für den Umgang mit dem Thema bietet.
Was die Diskussion um die Überschrift angeht, so finde ich "Säen und Ernten" passender als nur "Säen", würde aber aufgrund der reihenfolge der Strophen und Gedanken am ehesten für "Ernten und Säen" plädieren,
Liebe Grüße
Max
Verfasst: 16.03.2010, 22:22
von Mucki
Jep, stimme Max zu. Wenn dann: Ernten und Säen.
Verfasst: 17.03.2010, 08:38
von Zakkinen
Hallo zusammen,
ist aber nicht immer das Ernten nach dem Säen zu sehen? Du erntest, was Du säst. Die Ernte kommt später. Das Töten ist vorher, wie die Vorbereitung des Bodens. Die Ernte liegt in der Zukunft, ist in dem Gedicht nicht enthalten. Daher auch der ursprüngliche Titel, nur "Säen". Die Saat, die hier gelegt wird, geht erst später auf.
Liebe Grüße,
Henkki
Verfasst: 17.03.2010, 12:17
von Mucki
Hola Enrique,
das zusätzliche "Ernten" zum Titel hast du selbst eingebracht. Ich glaube, dass beides zusammen irgendwie nicht passt. Vielleicht ein ganz anderer Titel? Wegen der 2. Strophe. Da ist kein "Säen" enthalten.
Saludos
Mucki
Verfasst: 17.03.2010, 15:22
von Zakkinen
Ich finde, Ihr legt zu viel Wert auf den Titel. Ich nehme ihn einfach ganz weg.
Gruß,
Henkki