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Guten Morgen
Verfasst: 23.02.2010, 10:58
von leonie
Die Mühe
mach ich mir.
Muskeln im Hinterland
der Bizeps-Fraktion
und doch
Zunge und Mund arbeiten
für dich
Vom Zwerchfell über die Stimmlippen
sanft geformter Luftstrom
trägt in Wellen
Worte an dein Ohr.
Selbstgemachtes, Selbstgedachtes
bau dir daraus
ein flüsterndes (Zu)haus.
Wolkenziegel, Windgewänder
filigrane Farben und niemals
Textbausteine
Erstfassung:
Die Mühe
mach ich mir.
Muskeln im Hinterland
der Bizeps-Fraktion
und doch
Zunge und Mund arbeiten
für dich
Vom Zwerchfell über die Stimmlippen
sanft geformter Luftstrom
trägt in Wellen
Worte an dein Ohr.
Selbstgemachtes, Selbstgedachtes
Lehmziegel
zwischen Textbausteinen.
Verfasst: 23.02.2010, 11:12
von Klara
das mag ich.
die lehmziegel kommen etwas verwirrend nach dem klangbild (luft, stimme, wellen), wirken allerdings gut zusammen mit den textbausteinen.
Verfasst: 23.02.2010, 11:23
von leonie
Liebe Klara,
das war schnell! Dankeschön.
Ja, vielleicht muss ich da doch noch Zwischenschritte einbauen, ich überlege noch mal.
Liebe Grüße an Dich!
leonie
Verfasst: 23.02.2010, 22:42
von Max
Liebe Leonie,
ich mag den Klang dieses Textes, bei den
"Muskeln im Hinterland
der Bizeps-Fraktion"
weiß ich allerdings nicht, ob ich sie richtig verstehe. Beri den Lehmziegen (die ich im allgemeinen sehr als Bild mag) geht es mir ähnlich wie Klara.
Liebe Grüße
max
Verfasst: 24.02.2010, 12:36
von leonie
Lieber Max,
danke Dir für Deine Rückmeldung, ich denke nochmal über über die Lehmziegen nach

...
(Hm, Du machst es mir natürlich mit der Erfindung dieser charmanten Huftiergattung schwer, sie zu streichen...)
Liebe Grüße
le(hm)onie
Verfasst: 24.02.2010, 18:34
von Max
Liebe Leonie,
nun musste ich laut lachen ...
Die Lehmziegen sind vor langer Zeit ausgestorben, weil sie im Lehm stecken blieben. Schade drum.
Liebe Grüße
Max
Verfasst: 24.02.2010, 20:01
von Lisa
Hallo,
ich weiß (schon wieder) nicht, ob ich den Text verstehe: Die Stelle mit den Bizeps soll (wegen des Hinterlandes) darauf verweisen, dass sich im Gegensatz zum Fitnesswahn/Körperüberkult sich hier die körperliche Arbeit lohnt und zugleich miterzählen, dass Sprechen/Worte eben auch vom Körper gemacht ist und damit gegen das alleinige Vergeistigen >> Vergeistern der Sprache/des Austausches eine Bewegung erzeugen - wenn ich das so richtig verstehe, gefällt mir der Inhalt oder die Intention des Textes sehr gut, bei der Form ist es seltsam: alle einzelnen Aspekte, die ich betrachte, finde ich gut umgesetzt (schlichte Sprache, Komposition), aber trotzdem schafft es der Text nicht ganz und gar mich zu packen, die Sinnlichkeit und Lust, den Witz, den er auch in sich trägt, zu übermitteln - wenn ich nachdenke, woran das liegen könnte, kommt mir der Gedanke, dass ein Kurzprosatext vielleicht noch besser dazu geeignet wäre hier zu versinnlichen - und deine Art Prosatexte zu schreiben, würde dazu sehr gut passen, so mein Gefühl. Das ist natürlich nur ein Gedanke.
Also: Sehr anziehendes und kluges Thema, aber irgendwas fehlt mir noch an Transport.
liebe Grüße,
Lisa
Verfasst: 25.02.2010, 11:42
von leonie
Liebe Lisa,
Du liest es sehr ähnlich dem, wie ich es gedacht hatte. Das freut mich natürlich sehr!
Dass die Wirkung noch nicht so ist wie erhofft, finde ich schade, ich habe jetzt einige Änderungen vorgenommen, ob das hilft?
Kurzprosa: Komisch, mir erscheint das fast unmöglich, es in Prosa zu schreiben. Aber vielleicht versuche ich es trotzdem mal.
Auf jeden Fall Dir ein dickes Danke für die Beschäftigung mit dem Text.
Liebe Grüße
leonie
Verfasst: 25.02.2010, 20:13
von Lisa
Liebe leonie,
also die zweite Fassung finde ich schon mal viel packender und berührender - vielleicht war/ist das, was mir fehlt(e) auch eine Geschmacksfrage und mir fiel Prosa ein, weil mich eine
bestimme Art von Humor in lyrischen Zeilen einfach weniger erreicht und ich in Prosa da "weiter" bin - ich weiß es nicht - wenn ich jetzt die beiden Fassungen betrachte, hängt das ganze besonders mit dem Anfang zusammen:
Guten Morgen
Die Mühe
mach ich mir.
Muskeln im Hinterland
der Bizeps-Fraktion
und doch
Zunge und Mund arbeiten
für dich
Das dauert eine ganze Weile (nach lyrischer Zeit .-) ) bis dann das Gefühl mitspricht, vorher spricht sozusagen ein stabiles, von den Absurditäten und Kühlheiten, die der Text anspricht, anscheinend unangreifbares taffes Ich - wahrscheinlich fällt es mir einfach schwer mich auf so eine Stimme einzulassen´, wie gesagt, in einem Gedicht. Ich finde zugleich aber, dass dein Text so gehört (meine das zu spüren), denke also nicht, dass das ein Fehler ist, sondern einfach ein wenig anders als ich es brauche, weißt du? Das kann ja auch mal sein

liebe Grüße,
Lisa
Verfasst: 26.02.2010, 11:03
von ferdi
Hallo Leonie!
Auch für mich hat der Text durch den Ausbau am Schluss noch gewonnen (Ist dir, ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass die meisten Änderungsvorschläge ein
weniger beinhalten und nur die wenigsten ein
mehr?)
Die sprachliche Gestaltung dieses Ausbaus ist mir allerdings etwas verdächtig. Da ist einmal das (Zu)haus - ich finde, diese Art von Wirkungserzeugung ist diesem Text eher fremd, steht neben ihm? Ich hätte wahrscheinlich einfach "Heim" geschrieben...
Filigran in Bezug auf
Farben stört mich auch etwas... Ich weiß nicht, was ich hier mit dem Goldschmied-Bezug anfangen soll?!
Schließlich das
und niemals... Ich kann es nicht begründen, aber das scheint mir an dieser Stelle ein mißlungener Übergang zu den Textbausteinen zu sein. Vielleicht hat es was damit zu tun, dass Textbausteine ein unglaublich schweres Wort ist (drei Sinnsilben!) - in dieser Hinsicht waren mir die
Lehmziegel sehr recht, weil die ja auch schon schwer sind und die
Textbausteine gut vorbereiteten.
Na ja, ich weiß selbst nicht und sollte daher besser still sein

Ferdigruß!