Hallo ihr Lieben,
das ist ja toll, dass da noch so viele Antworten gekommen sind! Vielen Dank dafür!
Ich fange der Verständlichkeit halber erst mal von hinten an:
Flora, du liegst überhaupt nicht daneben. Deine Lesart ist durchaus ein großer Teil dessen, was ich sagen wollte.
Ganz wichtig dabei ist dein Satz "Wenn die Welt (Erde) ein Ton ist, dann ergeben die Galaxien das Lied." - Das ist der Schlüssel.
Die Zeilenumbrüche haben auch durchaus ihren Zweck - so soll das gefaltet (lieber Hannes, hier kommt die Antwort auf deine erste Frage) in beiden Zeilen sein.
Von der ersten kommt man ja einfach auf das gefaltet, weil sie sonst unvollständig ist. Ich wollte mit dem Umbruch an der Stelle vor allem sichergehen, dass das gefaltet auch noch mit den gereihten Galaxien gelesen wird - erst durch das Falten kann ein Origami-Künstler aus einem Blatt Papier ein Tier oder einen Gegenstand machen. Aus vielen Tönen wird, wenn man sie nur aneinander reiht, noch kein Lied. Gefaltet haben sie Leben, berühren sie etwas in uns, nehmen uns eventuell ganz ein.
(Hier ist übrigens ein zweiter Teil versteckt: es gibt Melodien, Lieder -letztendlich aneinander gereihte Töne- die manchmal die Welt bedeuten können. Dann "schrumpft" die ganze große, weite, unbegreifliche Welt auf diese Tonkette und alles außerhalb existiert eigentlich gar nicht mehr. Schrumpfen ist aber so ein negatives Wort in der Situation - falten passt besser

und die Galaxien stellen hier nur noch mal die Größe dessen dar, was plötzlich in einer so kleinen, zerbrechlichen Melodie eingefangen wird - aber das ist nur ein kleiner Zusatz)
Da ist, liebe Louisa, auch nichts "tolles" dran. Da ist ja kein LyrIch, welches die Welt faltet. Es ist passiv, die Welt wird gefaltet, und ein eventuelles lyrIch ist Teil dieser Welt. Negativ ist das übrigens auch nicht gemeint - so würde ich jedenfalls "pressen" auffassen, wie du das falten übersetzt hast.
Soviel zur Erklärung der drei Zeilen. Ich hoffe das war halbwegs verständlich.
Leonie, ich glaube du hast das "nur" in der letzten Zeile ganz anders gelesen als es gemeint war. So ist das natürlich etwas negatives - das nur sollte aber bloß den Gegensatz zwischen groß und unbegreiflich und der sanften Zerbrechlichkeit zeigen.
Hannes, zu dem gefaltet habe ich ja nun oben schon etwas geschrieben - ich hoffe das hilft ein wenig.
Die gereihten Galaxien sind die Fortsetzung der Welt, eine Metapher für Notenfolgen sind sie definitiv nicht, dann klappt das klein-falten, das verständlich-falten ja nicht mehr.
Aber dem "jeder so wie er will und mag" würde ich zustimmen
.gif)
Letztendlich soll ja der Leser einen Bezug finden und den Text für sich nehmen - nicht mich, nicht den Blickwinkel des Autors verstehen.
Flora, ein Einzeiler würde das "gefaltet" aus der zweiten Zeile wegnehmen, das fände ich schade. Wenn es allerdings anders unverständlich ist, wird das wohl die beste Lösung sein.
Danke für eure Eindrücke nochmal.
Liebe Grüße,
Ellie